Schwimmhalle

Gratis-Baugrund: Politik zögert beim Sprung ins kalte Wasser

Veröffentlicht Geändert
Das ehemalige Krankenhausgelände am Damm steht unter Naturschutz.

Mit dem Großprojekt „Udsigten“ soll das einstige Krankenhausgelände zum neuen Stadtviertel wachsen. Im Zentrum der Debatte steht die geplante Schwimmhalle: Wird sie das Herzstück von „Udsigten“? Die Investoren bieten der Kommune dafür ein kostenloses Baugrundstück – und die Chance auf ein Bad für alle inmitten von „Udsigten“. Jetzt liegt es an der Politik, ob sie den Sprung ins kalte Wasser wagt.

Um die Zukunft des ehemaligen Krankenhauses in Hadersleben bleibt es spannend – nicht nur wegen des bevorstehenden Umbaus zu einem Stadtviertel im Rahmen des Großprojektes „Udsigten“, sondern auch wegen der Frage: Wo schwimmt Hadersleben in die Zukunft?

Für das Investorenkonsortium ist klar: Ein Schwimmbad direkt im „Udsigten“ – genauer gesagt, im Innenhof der ebenerdigen Etage – könnte Hadersleben zu einer echten Touristenattraktion machen – mit jährlich 100.000 bis 300.000 Besuchenden, wie Hauptinvestor Eskil Peter Lund betont.

Die Investorengruppe hat der Kommune ein Angebot gemacht: ein kostenloses Baugrundstück für das geplante Bad.

Politik wägt ab – Entscheidung im Herbst

So stellt sich die Investorengruppe die Integration der kommunalen Schwimmhalle in ihr Großprojekt „Udsigten“ vor.

Die Kommune Hadersleben prüft derzeit drei verschiedene Standorte: den Hafen, das „Udsigten“-Areal und das Sportzentrum.

Kjeld Thrane (Konservative Volkspartei) ist Vorsitzender des Kultur- und Freizeitausschusses und damit des Gremiums, das eine Standortempfehlung aussprechen wird.

„Die Investorengruppe hat ihr Angebot einem Teil des Kommunalparlaments vorgestellt. Alle Ratsmitglieder sollen aber die Gelegenheit haben, die Vorschläge zu sehen, bevor wir uns positionieren.“

Hallenbad Thema beim Budgetseminar

Beim nächsten Haushaltsseminar Mitte Juni kommen ihm zufolge alle Optionen auf den Tisch. Thrane persönlich bevorzugt zwar das Sportzentrum, betont aber: „Wichtig ist, dass wir eine fundierte Standortentscheidung treffen und das Projekt endlich vorankommt.“

Die finale Entscheidung fällt nach der Sommerpause und soll in die Haushaltsberatungen im Spätsommer und Herbst einfließen. Die Finanzierung bleibt dabei eine Herausforderung: „Wenn wir das Schwimmbad auf einmal bauen, würde dies unser gesamtes Investitionsbudget sprengen. Deshalb teilen wir das Projekt in Etappen auf. Insgesamt stehen 170 Millionen Kronen zur Verfügung, die auf die Überschlagsjahre im Haushalt langfristig verteilt werden“, so Thrane. Für 2029 sind 50 Millionen Kronen eingeplant, weitere 30 Millionen für das darauffolgende Jahr.

Standort mit Signalwirkung

Kjeld Thrane von der Konservativen Volkspartei ist Ausschussvorsitzender von „Kultur & Fritid“. Sein Ausschuss wird im Herbst eine Standortempfehlung für die geplante kommunale Schwimmhalle formulieren (Archivbild).

Für die Investorengruppe steht fest: Ein Schwimmbad auf dem „Udsigten“-Areal wäre ein Gewinn für die ganze Stadt. Direktorin Kristin Arendt von „Sax Ejendomme“ sieht darin eine große Chance: „Eine Schwimmhalle – mit Wellness, Spa, Hotel, Café und Wohnungen – wäre ein Riesengewinn für Hadersleben.“ Die Gruppe verhandelt bereits mit potenziellen Betreibern, darunter auch Firmen aus Deutschland – macht indes auch keinen Hehl daraus, dass die weitere Gestaltung von „Udsigten“ nicht zuletzt von der kommunalen Entscheidung abhängt.

Großprojekt „Udsigten“

Das ehemalige Krankenhaus stand seit seiner Schließung im Januar 2014 leer, bevor die Investorengruppe es zum 1. Januar 2023 übernahm. Den entscheidenden Grundstein für die Pläne legte das Haderslebener Kommunalparlament mit der Verabschiedung eines neuen Flächennutzungsplans vor gut einem Jahr.

Im Hinblick auf die geplante Schwimmhalle mit einem Investitionsvolumen von 170 Millionen Kronen prüft die Kommune Hadersleben drei verschiedene Standorte: Hafen, „Udsigten“-Gelände und Sportzentrum.