Stadtentwicklung

Aufrüstung des Gasværksvej: Grünes Licht für die zweite Etappe

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Der Gasværksvej (rot) soll erweitert werden. Dafür müssen Grundstücksbereiche gekauft werden, um die Straße zu verbreitern und die Kreuzung mit Kilen (grün) zu vergrößern. Die H. P. Hanssens Gade (blau) wird langfristig beruhigt (Grafik: Finja Fichte/DN).

Selten ist ein Projekt im Apenrader Stadtrat so lange und so kontrovers diskutiert worden, über dessen Notwendigkeit sich eigentlich alle einig sind. Uneinigkeit herrschte im Rathaussaal primär um den Zeitpunkt.

Mit einem Abstimmungsergebnis von 17:14 hat eine Mehrheit im Apenrader Stadtrat entschieden, noch in diesem Jahr die zweite Etappe der Aufrüstung des Gasværksvej in Gang zu setzen.

Auf Sicht soll der Nord-Süd-Verkehr durch Apenrade nämlich nicht mehr über die H. P. Hanssens Gade geleitet werden. Der Gasværksvej soll zur neuen Durchgangsstraße werden. Diese Maßnahme ist ein zentraler Punkt im großen Stadtentwicklungsplan „Fremtidens Købstad“, der schon vor zehn Jahren verabschiedet wurde. Damals stand der gesamte Stadtrat geschlossen hinter den Plänen.

Daran hat sich eigentlich auch nichts geändert.

Fast.

Kein Klimaboulevard

Ursprünglich war der „neue“ Gasværksvej als Klimaboulevard geplant. Er sollte nicht nur den Verkehr der H. P. Hanssens Gade aufnehmen, sondern zudem die Innenstadt vor Fördehochwasser schützen.

Damals waren die Expertinnen und Experten noch der Ansicht, dass ein Hochwasserschutz bis zu zwei Meter reichen sollte. (Kleine Randnotiz: Die Oktobersturmflut vom Jahr 2023 hat gezeigt, dass diese Marke nicht gereicht hätte. Vor gut 13 Monaten erreichte der Hochwasserpegel in Apenrade 2,16 Meter.)

Stadtrat wählte Watertubes

Die Klimaboulevard-Pläne waren bereits im Jahr 2018 aufgegeben worden. Es hatte sich nämlich gezeigt, dass es technisch schwierig sein würde, die Höhenunterschiede zwischen den Verbindungsstraßen und -wegen zum erhöhten Klimaboulevard auszugleichen, und wenn, dann sei es mit immensen Kosten verbunden. Der Stadtrat entschied sich für eine Hochwasserschutzlösung mit sogenannten Watertubes.

Nichtsdestotrotz, so war sich der Stadtrat weiterhin einig, sollte an den Plänen, den Verkehr auf Sicht über den Gasværksvej zu leiten, festgehalten werden.

Im Oktober 2023 wurden die sogenannten Watertubes rings um den Hafen ausgelegt. Die Sperre hielt in der Nacht dem Druck des Wassers jedoch nicht stand und riss. So wurden Teile der Innenstadt und der umliegenden Gebiete am Straßenzug Kilen überschwemmt (Archivfoto).

Die erste Etappe ist auch schon durchgeführt worden. Der Gasværksvej hat inzwischen eine direkte Verbindung zur Kreuzung Løgumklostervej/Haderslevvej, H. P. Hanssens Gade.

Teil der Haushaltsabsprache

Im Zuge der Haushaltsabsprache für das Jahr 2024 einigten sich die Vertragsparteien – Konservative (Kons.), Sozialdemokraten (Soz.), Schleswigsche Partei (SP), Sozialistische Volkspartei (SF) und der parteilose Jan Køpke Christensen – darauf, noch im Jahr 2024 die zweite Etappe folgen zu lassen.

Die zweite Etappe umfasst das Teilstück zwischen Kathale und Busbahnhof.

Opposition: Ganzheitsplan abwarten

Auf der November-Sitzung des Stadtrates sollten nun die entsprechenden Mittel freigegeben werden. Dass der Punkt 158 diskutiert werden würde, war klar. Die Opposition, bestehend aus Venstre (V) und Dänische Volkspartei (DF), hatte sich schon im Vorfeld zu Wort gemeldet. Mit der zweiten Etappe sollte gewartet werden, bis ein ganzheitlicher Plan für das ganze Gebiet erstellt worden sei, lautete eines der vornehmsten Argumente der Gruppe um Ex-Bürgermeister Thomas Andresen (V). Auch die Frage, wo der Gasværksvej in den Skibbroen münden solle, müsse schon jetzt geklärt werden, so die Opposition, obwohl das erst bei der dritten Etappe aktuell wird. Die Sinnhaftigkeit der Verkehrsumlegung wurde auch von Andresen und Co. nicht im Geringsten infrage gestellt. Der Zeitpunkt würde nur nicht passen.

Einstündige Debatte

Über eine Stunde dauerte die Diskussion am Mittwoch im Stadtrat. Fast jedes Stadtratsmitglied schaltete bei diesem Punkt mal sein Mikrofon ein und wieder aus. Nach 23 Wortmeldungen schritt man zur Wahl. Es kam zu dem erwarteten Abstimmungsergebnis von 17:14. Die lange Diskussion hatte kein einziges Stimmchen verrückt. – Die Mehrheit, bestehend aus der Gruppe um Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Kons.), gab die benötigten Mittel frei.

12 Millionen Kronen hatte der Stadtrat im Vorfeld für das Projekt abgesetzt. Eine öffentliche Ausschreibung zeigte, dass es um einiges teurer werden wird. Der Preis beläuft sich nunmehr auf 12,9 Millionen Kronen.