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Schneller, schneller! Schulausflug mit der Fahrradfähre

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Emma, Sophie und Sofia (v.l.n.r.) haben einen Riesenspaß bei ihrem Schulausflug auf der Fahrradfähre.

Für die Kinder der ersten Klasse der Förde-Schule in Gravenstein ist dieser Schultag etwas Besonderes: Sie dürfen einen Ausflug auf der Fahrradfähre machen. Mit an Bord: Viel Spaß, Neugierde und nasse Haare.

„Ich hab Feuerquallen gesehen!“ „Und kleine Fische!“, rufen die Kinder aufgeregt, gefolgt von neugierigen Fragen. „Wie schnell fährt die Fähre?“ „Wohin fahren wir?“ Die Kinder der 1. Klasse der Förde-Schule in Gravenstein (Gråsten) dürfen an diesem Montag einen ganz besonderen Schulausflug machen: mit der Fahrradfähre. Die legt in Ekensund (Egernsund) an und ab und fährt auf der Flensburger Förde zwischen Broackerland (Broagerland) und Langballigau hin und her.

Kaum hat die Fahrradfähre abgelegt, stehen schon die ersten beiden Kinder neugierig vor dem Steuerhaus von Kapitän Palle Heinrich. „Dürfen wir rein?“, wollen Lærke und Henri von ihm wissen. Sie dürfen. Und schwupps, haben die beiden auch gleich ihre kleinen Hände stolz auf das Steuerrad gelegt.

Die komplette Klasse 1A der Förde-Schule passt nicht auf die Fahrradfähre. Deshalb sind sie in kleinen Gruppen unterwegs – und mit ihrer Lehrerin Lisa Stobbe (links im Bild).

Währenddessen zerzaust der Wind die Haare der Zwillinge Emma und Sophie und ihrer Klassenkameradin Sofia. Die drei beugen sich über die Reling. Beobachten, wie der Bug der Fähre durch das Wasser pflügt. Wie die Wellen tanzen. Plötzlich ruft Emma: „Da hinten ist unsere Schule!“ Zwar können sie das Gebäude nicht sehen, doch sie haben den Strandzugang ihrer Schule erkannt.

Henri und Lærke freuen sich, dass sie den Ausflug auf der Radfähre sogar aus der Perspektive des Kapitäns erleben dürfen.

Die Gegend von der Wasserseite kennenlernen

Emma hat ihn gleich erkannt – den Strandzugang der Förde-Schule in Gravenstein.

Ein Aspekt des besonderen Schulausflugs: Die Kinder sollen die Gegend, in der sie leben, auch aus einer anderen Perspektive kennenlernen, sagt ihre Lehrerin Lisa Stobbe. „Sie sollen gerne auch wissen, dass es die Fahrradfähre gibt und sie auch mal mit ihren Eltern oder Besuch Fahrten damit machen können“, erklärt die Pädagogin.

Die Kinder entdecken jede Menge während der Fahrt. Dinge, die ihnen gefallen und die sie neugierig machen: „Ich mag die Aussicht und den Wind!“, sagt zum Beispiel Sofia. Und Sophie freut sich „über die vielen Häuser“, fragt sich aber auch, „warum die Fender so niedrig hängen.“ Da spricht die Segelexpertin. „Ich war schon tausend Mal mit meinen Eltern segeln“, erklärt sie.

Und sie wollen wissen, warum die Steine an der Schutzmauer vor dem Hafen Marina Minde so versetzt stehen.

Möglich gemacht hat den Ausflug mit der Radfähre der Verein „Cykelfærgen's Venner“, zu Deutsch: Freunde der Fahrradfähre. Der Verein hat der Schule, beziehungsweise den Kindern, den Ausflug geschenkt, sagt der Vereinsvorsitzende Gerhard Jacobsen. „Meine Kinder sind auch auf die Förde-Schule gegangen. So kann ich etwas zurückgeben.“

Pure Freude am Entdecken: die erste Klasse der Förde-Schule auf der Fahrradfähre

Dann kommt das Highlight für die Kinder: Auf dem Rückweg gibt der Kapitän Gas. Der Motor dröhnt. Die Gischt spritzt über die Reling. Emma, Sophie und Sofia sind ruckzuck klatschnass. Die drei hüpfen aufgeregt vor dem Steuerhaus, kreischen begeistert „schneller, schneller, schneller!“ Und sind sich zurück am Anleger einig: „Die Dusche war das Tollste! Und der Ausflug mit der Fahrradfähre“, sagen Emma, Sophie und Sofia.

Diesen Schulausflug werden die Kinder so schnell nicht vergessen.