Grenzüberschreitendes

Industriemuseum Kupfermühle erneut ausgezeichnet

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Die einstige Kupfermühle im gleichnamigen Ortsteil von Harrislee beherbergt heute ein Café und das Industriemuseum.

Die zertifizierten Museen sorgen als Orte der Bildung und Vermittlung dafür, wertvolle Objekte der Kulturgeschichte und Identität zu sammeln und zu bewahren und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, heißt es in der Begründung.

Acht Museen in ganz Schleswig-Holstein sind kürzlich mit dem Gütesiegel „Zertifiziertes Museum“ ausgezeichnet worden. Darunter ist auch das Industriemuseum in Kupfermühle (Kobbermølle) in Harrislee (Harrislev) an der deutsch-dänischen Grenze. Das geht aus einer entsprechenden Pressemitteilung hervor.

Ein Stück Grenzlandgeschichte

Das Industriemuseum Kupfermühle befindet sich noch heute am historischen Standort, an dem vor über 400 Jahren ein wasserradbetriebenes Hammerwerk zur Verarbeitung von Metallen gegründet wurde. Dies sei ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der schleswig-holsteinischen Museumslandschaft, heißt es in der Begründung zur Zertifizierung des grenznahen Museums. „Zum Ensemble gehört eine der ältesten Arbeitersiedlungen Nordeuropas. In unmittelbarer Nähe zur deutsch-dänischen Grenze gelegen, ist das Industriemuseum Kupfermühle auch ein Stück Grenzlandgeschichte.“

Die Dauerausstellung sei zudem zeitgemäß, interaktiv und ästhetisch gestaltet. Seit der ersten Zertifizierung im Jahr 2018 habe sich das Industriemuseum insbesondere in den Bereichen „Vermittlung“, „Besucherorientierung“, „Notfallplanung“ und „Nachhaltigkeit“ weiterentwickelt.

Museen machen Vergangenheit „erlebbar“

Zur Begründung heißt es: „Die in diesem Jahr ausgezeichneten Museen verwahren, präsentieren und vermitteln wertvolle Schätze unserer Landes- und Kulturgeschichte – und unserer Identität.“

So präsentiert das Industriemuseum Kupfermühle eine imposante, 11,60 Meter lange Dampfmaschine der Firma Borsig aus dem Jahr 1933, das ebenfalls ausgezeichnete Sylt Museum in Keitum eine wertvolle, mehr als 1.000 Jahre alte Ringfibel.

„Diese Exponate lassen Geschichte auf anschauliche Weise sichtbar und erlebbar werden. Wie Mosaiksteine bilden sie das kulturelle Gedächtnis Schleswig-Holsteins und ergeben in ihrer Summe ein Gesamtbild unserer Landesgeschichte“, heißt es in der Meldung weiter.

Ausgezeichnet wurden außerdem:

Susanne Rudloff
Susanne Rudloff, Museumsleiterin des Industriemuseums Kupfermühle, erhält von Staatssekretär Guido Wendt die Zertifizierung.
  • das Jüdische Museum in Rendsburg
  • das Künstlermuseum Heikendorf-Kieler Förde
  • das Stadtmuseum Schleswig
  • das Schloss Eutin
  • das Dr.-Carl-Häberlin-Friesenmuseum in Wyk auf Föhr
  • das Museum Landschaft Eiderstedt in St. Peter-Ording

„Die acht ausgezeichneten Museen spiegeln die Vielfalt der schleswig-holsteinischen Museumslandschaft wider, und es freut mich besonders, dass die Feier heute im Jüdischen Museum stattfindet, dem einzigen Museum, das umfassend über die Kultur, Religion und Geschichte der jüdischen Bevölkerung im Norden informiert“, so Kulturstaatssekretär Guido Wendt in seinem Grußwort. Das Zertifikat sei hart erarbeitet und belohne eine Museumsarbeit, die alle geforderten Standards erfüllt.

Jury mit Expertinnen und Experten auch aus Dänemark

Für ihre Zertifizierung haben sich die ausgezeichneten Museen im vergangenen Jahr einem intensiven Qualitätsmanagement gestellt: Fortbildungen vom Sammlungsmanagement über Klimaschutz und Nachhaltigkeit bis hin zur Notfallplanung wurden absolviert und das Leitbild, Museums- und Sammlungskonzept überarbeitet. Im Beratungsgespräch vor Ort, dem Herzstück der Museumszertifizierung, erhielten die Museumsleiterinnen und -leiter wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Einrichtungen.

Am Ende stand das Urteil der mit unabhängigen Museums-Expertinnen und -Experten aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Dänemark besetzten Fachjury.

Weitere Informationen zur Museumszertifizierung hier.