80 Jahre Befreiung

Schülerinnen und Schüler bringen Geschichte ins Rollen

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Schülerinnen und Schüler aus Apenrade bauen eine rollende Ausstellung zum bevorstehenden Jubiläum: 80 Jahre Befreiung.

Ein landesweites Schulprojekt lässt junge Menschen von damals für junge Menschen von heute sprechen. Schülerinnen und Schüler aus Apenrade machten Anfang.

Ein etwas anderer Schultag erwartete die Schülerinnen und Schüler der Tischler- und Schreiner-Ausbildung in dieser Woche am EUC Syd in Apenrade.

Denn neben ihrem handwerklichen Können stand vor allem ein Thema im Mittelpunkt: die Geschichte der Besatzung Dänemarks durch Nazi-Deutschland und der dänische Widerstand.

Das EUC Syd beteiligt sich gemeinsam mit vier weiteren Berufsschulen aus dem ganzen Land an einem besonderen Kooperationsprojekt mit dem Freiheitsmuseum und dem Frösleelager.

Gemeinsam bauen die Schülerinnen und Schüler mit ihren fachlichen Kompetenzen an einer rollenden Ausstellung zum dänischen Widerstand, die anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung von den Nationalsozialisten am 5. Mai 2025 präsentiert wird.

Vergangenheit als Inspiration für die Gegenwart

Die Schülerinnen und Schüler legten sich für das Projekt mächtig ins Zeug.

Legitim ist sicherlich die Frage: Was hat der Widerstand mit heutigen Berufsschülerinnen und -schülern zu tun? Die Antwort könnte dann lauten: In einer Zeit, in der viele junge Menschen mit Klimakrise, psychischer Belastung und globaler Unsicherheit konfrontiert sind, kann es inspirierend sein, in die Vergangenheit zu blicken – und zu erfahren, wie junge Menschen damals aktiv wurden, als die Situation besonders düster erschien.

Die Ausstellung soll nach ihrer Fertigstellung Geschichten enthalten, die Jugendlichen von heute Wissen vermitteln und sie mit den Schicksalen junger Widerstandskämpferinnen und -kämpfer inspirieren. Diese setzten oft ihre handwerklichen Fähigkeiten ein, um Hitler zu bekämpfen – sei es durch den Bau von Verstecken für geheime Nachrichten oder die Entwicklung geheimer Codesysteme.

Neue Einblicke in die Vergangenheit

Der Ausstellungswagen wurde mit angekokelten Brettern bekleidet. Shou Sugi Ban heißt diese alte japanische Technik zur Holzkonservierung.

Einer der Apenrader Berufsschüler, der an der Ausstellung mitgebaut hat, ist der angehende Tischler Christoffer Nasser Petersen. Er beendete den Tag mit neuem Wissen. „Ich fand den Tag richtig gut und spannend. Mir war nicht bewusst, dass so viele junge Handwerker Teil der Widerstandsbewegung waren“, sagt er.

Die Schülerinnen und Schüler von EUC Syd und den vier weiteren Berufsschulen werden die Ausstellung im Laufe des März fertigstellen.

Am 5. Mai – genau 80 Jahre nach der Befreiung Dänemarks – wird die rollende Ausstellung offiziell im Freiheitsmuseum eingeweiht.

Im Herbst geht sie auf Tour durch das ganze Land und macht Halt an Schulen und Kultureinrichtungen. Dort können sich Schülerinnen und Schüler sowie Interessierte auf eindrucksvolle Audio-Erlebnisse und Geschichten über den Widerstand freuen – und vielleicht selbst Inspiration und neues Wissen gewinnen.

Das Projekt wird von der „Spar Nord“-Stiftung unterstützt.