Geschichte

Hafengeschichte zum Anfassen: Jubiläumsabend für 100 Jahre Nyhavn

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Der Nyhavn ist nach wie vor ein wichtiger Teil des Apenrader Wirtschaftshafens.

Ein Jahrhundert nach der Einweihung des Nyhavn lädt das Museum Sønderjylland zu einem Themenabend mit Einblicken in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Apenrader Hafens – samt Menü wie zu König Christians Zeiten.

Mit dem Bau des Nyhavn wurde 1925 in Apenrade ein neues Kapitel aufgeschlagen – für die Stadt, für die Region und für den dänischen Hafenbau. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens dieses vitalen Teils des Apenrader Hafens lädt das Museum Sønderjylland am Donnerstag, 22. Mai, zu einem Themenabend ein, der sich ganz der bewegten Geschichte des Hafens widmet.

Die Veranstaltung findet von 17 bis 21.30 Uhr im Apenrader Folkehjem statt. Neben Vorträgen zur Geschichte und Zukunft des Hafens erwartet die Gäste ein gemeinsames Abendessen mit historischer Note: Serviert wird ein Menü, das an jenes erinnert, das König Christian X. und lokale Würdenträgerinnen und Würdenträger zur Einweihung des Nyhavn vor 100 Jahren genossen – modern interpretiert.

Symbol des Aufbruchs nach der Wiedervereinigung

Das Luftfoto stammt aus dem Jahr 1956.

Der Bau des Nyhavn ist eng mit der Angliederung Nordschleswigs an Dänemark nach dem Ersten Weltkrieg verbunden. Die Region war wirtschaftlich stark geschwächt, ihre Infrastruktur veraltet. Die Modernisierung des Apenrader Hafens galt als ein zentrales Projekt, um wirtschaftliche Impulse zu setzen.

Wie der Apenrader Lokalhistoriker Erik Skifter Andersen in seinem Buch „Erhvervsvirksomheder i Aabenraa“ aus dem Jahr 1997 schreibt: „Nach der Angliederung Nordschleswigs an Dänemark setzte die Stadt stark darauf, die Hafenaktivitäten zu steigern und ein Industriegebiet zu etablieren. Der Nyhavn wurde 1925 mit einer Wassertiefe von 6,5 Metern fertiggestellt.“
Auch der alte Hafen wurde damals vertieft, die Süd- und Nordkais ausgebaut und Letztere mit Gleisanschlüssen versehen. Mit diesen Maßnahmen erreichte die Gesamtlänge der Kaianlagen 1930 rund 1.870 Meter – damit war der Hafen der größte in Nordschleswig.

Industriestandort mit Geschichte

Ab 1927 wurden erste Industriebauten am neuen Kai errichtet – darunter mehrere große Öltanks und eine Anlegestelle von „Det Danske Petroleums A/S“. Der Hafen war fortan nicht nur Umschlagplatz, sondern auch Motor für die Industrialisierung Apenrades.

Auch in den Jahrzehnten danach blieb der Nyhavn prägend für das wirtschaftliche Profil der Stadt. Im Jubiläumsbuch „Søfart – selvfølgelig!“, das das Museum Sønderjylland 2012 veröffentlichte, heißt es: „‚Steigender Umsatz im Hafen von Apenrade‘ – entsprechend der Überschrift in der ‚Budstikken‘ (ehemaliges Anzeigenblatt, red. Anm.) vom 16. März 2012. Die Apenraderinnen und Apenrader hängen an ihrem Hafen und verfolgen auf vielfältige Weise, was dort geschieht. Der Hafen ist ein bedeutender Arbeitsplatz, ein Erholungsraum und ein lebendiges Denkmal für die stolze Segelschiffstradition und die bedeutende Werftindustrie der Stadt bis in die späten 1870er-Jahre.“

Seit den 1990er-Jahren gehört der Apenrader Hafen zu einer kleinen, exklusiven Gruppe verbleibender dänischer Wirtschaftshäfen. Während viele andere Städte ihre Hafengebiete für Wohnbebauung aufgaben, hielt Apenrade bewusst an seiner maritimen Infrastruktur fest.

Zwischen Entwicklung, Identität und Debatte

Die Bedeutung des Nyhavn geht dabei weit über Wirtschaftszahlen hinaus. Seit Jahrzehnten ist der Hafen auch Teil identitätsstiftender Debatten rund um Stadtentwicklung, maritime Kultur und Flächennutzung. Eine 2009 verabschiedete Gesamtplanung versuchte, Stadt und Hafen neu in Beziehung zu setzen – nicht zuletzt angesichts wachsender Interessen an Bauprojekten im Hafenareal.

An all diese Aspekte knüpft der Jubiläumsabend an – mit Vorträgen zur Entstehung und Zukunft des Hafens, mit Liedern, Gesprächen und einem gemeinsamen Essen.

Veranstaltungsdetails auf einen Blick:

Donnerstag, 22. Mai 2025
17-21:30 Uhr
Folkehjem, Apenrade
495 Kronen, inkl. Begrüßungsgetränk, Weißwein zur Vorspeise und Rotwein zum Hauptgericht
Anmeldung bis 18. Mai – Plätze nach Reihenfolge der Anmeldung