Kultur & Geschichte

Detailreicher Blick auf das alte Hadersleben

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Hadersleben, von Süden gesehen, um etwa 1830

Der Zeichenlehrer Peter Andreas Diedrichsen schaute genau hin und schuf ein sehr detailreiches Bild der Domstadt. Das war um 1830. Zukünftig können Gäste des Archäologischen Museums in Hadersleben ihre Augen über die gut einen Meter breite Malerei wandern lassen.

Das Museum Sønderjylland mit seiner Abteilung für Archäologie in Hadersleben freut sich über ein Weihnachtsgeschenk. Es handelt sich um ein Gemälde, etwa aus dem Jahr 1830, das Hadersleben aus südlicher Richtung zeigt. Zu verdanken hat das Museum die Schenkung der Stiftung „Fabriksejer Max Chr. Schaumann og hustru Jensine Schaumanns Legat”.

Gemalt hat das Werk Peter Andreas Diedrichsen (1802-1840), der es nicht weiter datierte. Laut Museum ist es aber eines der ältesten bekannten Gemälde, die die Stadt Hadersleben zeigen – in einem rechteckigen Format von 109 mal 57 Zentimetern. Diedrichsen kam ungefähr 1825 nach Hadersleben und arbeitete als Zeichenlehrer. Er schuf laut Museum nur wenige Werke.

Museumsinspektor Lennart S. Madsen sieht in dem Bild vor allem einen kulturhistorischen Wert, nicht so sehr einen künstlerischen. „Das Bild ist sehr detailreich, so ist etwa die Brücke über den Mühlenstrom überraschenderweise aus Holz“, so Madsen.

Auftraggeber im Bildmittelpunkt

Madsen weist auf die Bildmitte. Da ist die alte Buchdruckerei „Modersmaal“ zu finden – am Damm gelegen, mit einem schönen, großen Garten zum Wasser hin. Deren Inhaber Harry Nissen verkaufte sie 2002. Sie wurde abgerissen, um Wohnhäusern Platz zu schaffen. Das Bild wurde indes kein Opfer der Bagger; aus dem Nachlass erwarb das Museum das Bild mithilfe der Stiftung.

Museumsinspektor Lennart S. Madsen nimmt an, dass das Bild sehr lange in der Druckerei aufgehängt war. Gemacht war es ursprünglich wohl aber für jemand anderen. Als es 1830 gefertigt wurde, könnte es eine Auftragsarbeit für den Weinhändler Helmer Buchholt gewesen sein, der wohnte zu dieser Zeit im Haus Klosteret 9.

Als der Redakteur der dänisch gesinnten Zeitung „Dannevirke“ das Gebäude 1856 kaufte, blieb das Bild dort hängen. Danach kam es in die Druckerei nebenan, Klosteret 11. „Modersmaal“ war auch der Name einer ebenso dänisch gesinnten Zeitung in Hadersleben. Wie „danmarkshistorien“ schreibt, kam es im Zuge der 1830er-Jahre, also in der Zeit nach der Entstehung des Bildes, während der Bildung nationaler Identitäten zur Gründung von Zeitungen in dänischer und deutscher Sprache.

Nach den Worten des Museums steht noch nicht fest, wann das Bild aufgehängt wird, aber Anfang des Jahres 2025 soll es dann seinen Platz im Foyer des Museums in der Dalsgade finden. Dann können Interessierte einen Blick auf die vielen Details werfen.