Zweiter Weltkrieg

85 Jahre nach der Besetzung: Dannebrog weht für das Ende und den Frieden

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Dannebrog
Vielerorts wehte der Dannebrog am Mittwochvormittag nur auf halber Höhe.

Vor 85 Jahren marschierte Hitler-Deutschland in Dänemark ein. Es folgte eine fünf Jahre andauernde Besetzung. Als Erinnerung waren am Mittwochmorgen viele Flaggen auf halbmast gesetzt. Als Symbol dafür, dass die Besetzung nicht ewig dauerte, wurde der Dannebrog am Mittag ganz hinaufgezogen.

Am frühen Morgen des 9. April 1940 überquerten Truppen der Wehrmacht die deutsch-dänische Grenze nach Nordschleswig und begannen eine fünfjährige Besatzung während des Zweiten Weltkriegs, die in Dänemark auch als „De fem forbandende år“ – die fünf verfluchten Jahre – bekannt ist.

Am Mittwoch – 85 Jahre nach dem deutschen Einmarsch – wird dieser Tag auf Amalienborg begangen, begleitet von einem Symbol, dass die Besatzung nicht ewig dauerte. Die königliche Familie hatte am Mittwochmorgen auf Amalienborg und an vielen anderen Orten des Landes die Flagge auf halbmast hissen lassen. Auch in Apenrade (Aabenraa) war der Dannebrog am Morgen nur auf halber Höhe zu sehen.

Vom Halbmast auf volle Höhe

„Um 12 Uhr mittags wird die Flagge als stilles Symbol dafür, dass die Besatzung nicht ewig dauerte, auf den höchsten Punkt gehisst. Wie wir alle wissen, endete sie nach fünf Jahren und etwas mehr als einem Monat“, schrieb die königliche Familie auf Instagram, gefolgt von einer kleinen dänischen Flagge.

Kurz nachdem die Grenze in Nordschleswig überschritten war, folgten deutsche Landungen und Angriffe an mehreren Orten in Dänemark. Während auf dem Schlossplatz von Amalienborg Schießereien zwischen dänischen Wachen und deutschen Soldaten stattfanden, trafen sich der damalige König Christian X., der damalige Staatsminister Thorvald Stauning und mehrere führende Minister.

Umstrittene Zusammenarbeit

Deutsche Flugzeuge über Amalienborg.
Deutsche Flugzeuge über Amalienborg.

Die Minister und der König kapitulierten an diesem Morgen und begannen später die umstrittene Politik der Zusammenarbeit mit den deutschen Besatzungstruppen.

Obwohl es 85 Jahre her ist, dass deutsche Kampfflugzeuge Flugblätter über Dänemark abwarfen, in denen die Besetzung Dänemarks verkündet wurde, ist das Interesse der Däninnen und Dänen an Informationen über den Zweiten Weltkrieg ungebrochen.

Das Interesse an den fünf Kriegsjahren hat aufgrund der Kriege und der weltweiten Unruhen der vergangenen Jahre zugenommen. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die von Norstat für das „Kristeligt Dagblad“ durchgeführt wurde.

Kerzen in Fensterbänke

In der Umfrage wurde eine repräsentative Auswahl von Bürgerinnen und Bürgern zum Interesse an der Besatzung befragt. 51 Prozent gaben an, dass das Interesse gestiegen sei, so die Zeitung.

Am Abend des 4. Mai 1945 wurde schließlich die deutsche Kapitulation verkündet. Die Menschen im Land feierten, indem sie die Verdunkelungsvorhänge herunterzogen und Kerzen auf die Fensterbänke stellten. Seitdem ist es zur Tradition geworden, am Abend des 4. Mai die Fenster zu beleuchten, um an das Kriegsende zu erinnern.