Pamhule Skov

Möglicher Naturnationalpark – Mountainbiker in Sorge: „Wir können nicht ausweichen“

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Der Wald von Pamhule ist ein Naherholungsgebiet für die Menschen in Hadersleben und wird unterschiedlich genutzt, beispielsweise zum Sporttreiben (Archivfoto).

Im Wald von Pamhule bei Marstrup trainieren die Mountainbiker vom Sportverein Hoptrup Marstrup regelmäßig – doch nun steht das Gebiet erneut als möglicher Naturnationalpark zur Diskussion. Kim Michaelsen von Hoptrup Marstrup IF sieht seinen Sport in Gefahr. Andere sehen in dem geplanten 21 Kilometer langen Zaun eine Chance.

„Wir sind knapp 300”, sagt Kim Michaelsen. Er ist Mountainbiker, aktiv im Verein Hoptrup Marstrup Idrætsforening, und die knapp 300, das ist die Zahl der Mitglieder in der Abteilung MTB, sprich Mountainbike. Zweimal in der Woche trainieren die Sportlerinnen und Sportler Kim Michaelsen zufolge im Wald.

Unweit von Marstrup liegt der Wald von Pamhule, 13 Kilometer Mountainbikestrecke nutzen die Mountainbiker. Nun ist der Wald wieder im Gespräch, das Umweltministerium will zu den nun 15 Naturnationalparks 6 weitere hinzufügen. Es gibt 11 Vorschläge, einer davon ist Pamhule Skov (wir berichteten).

Es ist nicht das erste Mal. Vor drei Jahren, 2021 votierte die Lokalpolitik mehrheitlich gegen einen Naturnationalpark Pamhule. Kim Michaelsen war damals auch aktiv, um seinen Sport im Wald weiterhin betreiben zu können. „Das war vor drei Jahren eine riesengroße Arbeit, ich habe damals einen großen Teil meiner Freizeit damit verbracht, auf unseren Sport hinzuweisen.“

Kim Michaelsen ist Mountainbiker und nutzt den Wald von Pamhule zusammen mit seinen Vereinskameradinnen und -kameraden.

Michaelsen: Können nicht ausweichen

Kim Michaelsen möchte auch in Zukunft den Wald zusammen mit seinen Vereinskolleginnen und -kollegen nutzen. „Wir können nicht ausweichen, Pamhule ist ein stadtnaher Wald, für viele die einzige Möglichkeit in der Nähe, draußen aktiv zu sein.“

„Ich bin für Naturschutz“, sagt Kim Michaelsen, doch er befürchtet: „Im Naturnationalpark ist die Förderung der Biodiversität höchstes Ziel. Wenn nun eine neue Art auftaucht – und das in der Nähe des Mountainbikepfades –, müsste dieser umgelegt werden, aber die Möglichkeiten sind da begrenzt.“

21 Kilometer Zaun für Weidetiere

Die Naturbehörde plant, einen Teil des Waldes einzuzäunen, 21 Kilometer lang soll dieser Zaun werden, damit Weidetiere geschützt grasen können und Flächen von Bewuchs freihalten. Auch das sieht Michaelsen kritisch.

„Wir fahren mit Umsicht und ruhig durch den Wald, aber es gibt auch einige Gefälle, und da sind wir nun mal schneller unterwegs. Wenn die großen Weidetiere dann genau dort einmal stehen und sich erschrecken – als Erwachsener kann ich das Risiko noch tragen“, sagt Kim Michaelsen und kommt auf die Jugendabteilung zu sprechen. 70 junge Mountainbikerinnen und -biker gebe es. „Was passiert, wenn die vor einem solchen Weidetier stehen?", fragt er. Ein solches Risiko will Kim Michaelsen nicht tragen.

Michaelsen: Noch keine Erfahrungen mit Naturnationalparks

Der erste Naturnationalpark wurde erst kürzlich eingeweiht. Kim Michaelsen wundert sich, warum es nun so schnell gehen soll mit den sechs weiteren. „Es gibt ja noch gar keine Erfahrungen, wie Mensch und Natur in diesen Parks miteinander auskommen und welche Probleme auftreten können“, gibt er zu bedenken.

„Ich fühle mich machtlos“, sagt er. Die Entscheidung fälle das zuständige Ministerium, man könne zwar mit der Kommunalpolitik Gespräche führen, doch könne diese nicht entscheiden. Der Besitzer des Areals ist der Staat. Dass überhaupt Pamhule doch wieder Naturnationalpark werden soll, kam für ihn überraschend. Begeistert ist er nicht und fühlt sich hinters Licht geführt. „Ich habe damals viel mit der Naturbehörde gesprochen, jetzt plötzlich kommt die Idee wieder auf“, sagt er.

Positive Stimmen zum Naturnationalpark

Auch in der Kommunalpolitik gibt es kritische Stimmen, aber nicht nur. Die Haderslebener Einheitsliste sieht in einem Leserbrief im geplanten Zaun eine Möglichkeit, die Natur vor dem Menschen zu schützen – vor Industrie, Autobahn, Landwirtschaft und Bauvorhaben sowie kurzzeitigen Interessen von Kommunalpolitikerinnen und -politikern.

Bo Håkansson vom Dänischen Naturschutzverein, Danmarks Naturfredningsforening (DN), sieht vor allem Vorteile, die ein Naturnationalpark bietet. Seinen Worten nach bietet der Park die Chance, einheimische Baumarten zu fördern und damit wiederum auch einheimischen Tieren einen Lebensraum zu bieten. Größere Einschnitte in die Nutzungsgewohnheiten der Menschen sieht er nicht. Seinen Worten nach sind die Befürchtungen oft unbegründet. Es könne aber vorkommen, dass kleinere Areale nicht mehr genutzt werden können.

Zurück zu den Beiträgen der Leserinnen und Leser: Jakob Vindel Duedahl von den Radikalen unterstützt das Vorhaben Naturnationalpark auch und schlägt einen Bürgerentscheid in der Sache vor.

Mogens Rerup erinnert in einem Kommentar zu einem Leserbrief in „JydskeVestkysten“ ebenfalls daran, dass der Eigner des Gebietes der Staat sei, und die Kommune juristisch gesehen mit dem Wald nichts zu tun habe.

Bo Håkansson von Danmarks Naturfredningsforening argumentiert da anders. Weil es dem Staat gehöre, gehöre es allen. Deshalb sei eine breite Diskussion auch gut. „Wir haben damit positive Erfahrungen gemacht. Es ist richtig gut, wenn man in einen Dialog kommt“, sagt er.