Renovierungsprojekt

Bröselpromenade für 26 Millionen: Acht Jahre später muss eine neue Lösung her

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Die 215.640 Steinfliesen waren 2017 eigens für die Sonderburger Promenade hergestellt worden. Schnell zeigte sich, dass die Steine nicht fest genug im Boden verankert waren und den Wetterverhältnissen nicht standhalten konnten.

Sobald das Meer übers Ufer schwappt, hebt es die Steinfliesen am Sonderburger Strandweg aus dem Boden. Nun soll endlich ein Ausweg aus der Misere her.

Seit Jahren ist es ein immer wiederkehrendes Bild: Die schwarzen Steinfliesen auf der Sonderburger Strandpromenade werden umher gespült, wenn Wellen über die Ufermauer schwappen. Erst 2017 war die Strandpromenade nach jahrelangen Bauarbeiten eingeweiht worden, 26 Millionen Kronen hatte das Bauprojekt gekostet.

Nicht erst nach der umfassenden Zerstörung des Gehweges durch die Sturmflut 2023 kam es immer wieder zu Schäden durch überschwappende Wellen. Jetzt hat die Kommune Sonderburg eine externe Beratung beauftragt, um eine Lösung zu finden.

Eine schnelle Zwischenlösung soll her

Im April sollen Vorschläge zur politischen Behandlung vorliegen. Außerdem arbeitet die Verwaltung an einer schnellen Zwischenlösung, um die Promenade vor weiteren Frühjahrsstürmen zu schützen.

Nach den jüngsten Schäden ist die Strandpromenade repariert. „Ziel ist es jetzt erst einmal, den aktuellen Belag vor weiterem Wellenschlag zu schützen“, sagt die Vorsitzende des kommunalpolitischen Ausschusses für Technik, Stadt und Wohnen, Kirsten Bachmann (Schleswigsche Partei).

Ob Platten als Zwischenlösung die Ziegelsteine schützen oder ob es andere Möglichkeiten gibt, das gilt es jetzt herauszufinden.

So sah es an der Strandpromenade nach der Sturmflut im Oktober 2023 aus.

Dann müsse eine Lösung her, die langfristig haltbar ist. Eine Asphaltierung der Strandpromenade wäre die wohl billigste Lösung. Aber sicher nicht die Hübscheste, sagt Bachmann.

Auch Wellenbrecher sind im Gespräch

Untersucht wird nun auch, wie man möglicherweise Wellenbrecher im Wasser installieren kann. In diesem Fall muss dann aber die Küstenschutzbehörde um Erlaubnis gebeten werden.

„Wenn wir eine haltbare und gut aussehende Strandpromenade haben wollen, kostet das Geld." Diesen Betrag müsse der Stadtrat im Budget für 2026 absetzen, sagt Bachmann. Es könne daher gut sein, dass diese Aufgabe dem neuen Stadtrat überlassen wird, der im November 2025 gewählt wird.

Die Strandpromenade wird zum Wahlkampfthema

Die direkte Lage am Meer macht dem Belag zu schaffen. 2017 war auch die Betonmauer um 20 Zentimeter erhöht worden – doch die Wellen schaffen es dennoch hinüber.

Auf die Frage, wer schuld daran ist, dass 2017 eine Strandpromenade eingeweiht wurde, die direkt am Meer liegt und Wind und Wellen nicht abkann, sagt Kirsten Bachmann: „Ich war damals nicht Vorsitzende. Man hat das beschlossen, bevor ich im Stadtrat war. 2021 haben wir darüber geredet, wie wir den Steinbelag festigen und reparieren können.“ Wer schuld an der ganzen Sache sei, könne sie nicht sagen.

Klebebeton und Steinmehl – alles Mögliche sei in den vergangenen Jahren versucht worden, um den teuer bezahlten Belag haltbar zu machen.

„Jetzt muss eine Lösung her, die hält. Wir stehen in einem Wahljahr, und es kann sein, dass man die riesige Ausgabe, die da auf uns zukommt, hinauszögert, damit der neue Stadtrat das beschließen kann. Es wird auf jeden Fall ein Wahlthema“, schätzt Kirsten Bachmann.

Platten auf kaputtem Belag: 2021 gab es diese kurzzeitige Lösung.