Veranstaltungstipp

Billard, Bücher und buntes Flohmarkttreiben

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Die vielen Rollgarderoben mit Kleidung werden am Sonntag bei gutem Wetter auf den Rasen gerollt, verspricht die Vorsitzende des Billardklubs, Dorthe Arreborg Frank.

Was haben Kegelbillard und Camilla Läckberg gemeinsam? Beides gibt’s am Sonntag beim Flohmarkt des Billardklubs am Apenrader Uglekær! Der Verein öffnet seine Türen – mit Schnäppchen, Spielspaß und jeder Menge Herzblut.

Not macht bekanntlich erfinderisch. Als der Billardklub vor zehn Jahren in größere Räumlichkeiten zog, um Platz für Snooker- und Carambole-Tische zu schaffen, war guter Rat teuer. Um die Mitgliedsbeiträge nicht ins Unermessliche anheben zu müssen, wurde ein Flohmarkt durchgeführt. Das ist inzwischen eine lieb gewonnene Tradition – und lukrativ zugleich.

Am Sonntag, 15. Juni, verwandeln sich die Vereinsräume des Rødekro Aabenraa Billardklubs (RAA) im Apenrader Stadtteil Hohe Kolstrup (Høje Kolstrup) in eine bunte Schatzkammer: Zwischen 11 und 16 Uhr lädt der Klub zum Flohmarkt mit Tag der offenen Tür in die Halle am Uglekær 1 ein – und alle sind willkommen.

Von Böll bis Läckberg

Über 8.000 Bücher stehen beim RAA Billardklub in den Regalen.

Ob alte Stühle, Retro-Geschirr oder Romanklassiker: Wer stöbern möchte, ist hier genau richtig. Der Verein finanziert sich zum Teil über Flohmarkterlöse, um die Miete für die großzügigen Vereinsräume stemmen zu können. Und statt die Mitgliedsbeiträge drastisch zu erhöhen, packen die Mitglieder lieber selbst mit an.

Das geht inzwischen sogar über den klassischen Flohmarkt hinaus: Der Klub bietet komplette Haushaltsauflösungen an – ob Umzug, Nachlass oder einfach mal „Platz schaffen“. Was sich verkaufen lässt, landet auf dem Flohmarkt oder in der vereinseigenen Online-Stöberecke hobby-loppeshoppen.dk. Der Rest wird fachgerecht entsorgt.

Vor allem Bücher sind inzwischen ein Verkaufsschlager. Über 8.000 Titel warten – liebevoll sortiert und oft für nur 10 Kronen pro Exemplar. Die Vorsitzende Dorthe Arreborg Frank hat im vergangenen Jahr rund 500 Bücherpakete verschickt – zum Teil weit über Dänemarks Grenzen hinaus.

10 Kronen kostet ein Buch normal. Für diesen besonderen Bildband über die Jahre der Besatzungszeit müsste die Kundschaft schon 100 Kronen berappen, findet Dorthe Arreborg Frank.

Ran an die Queues

Und am Sonntag? Da wird erst einmal ausgeräumt: Möbel, Kleidung und Deko landen bei gutem Wetter auf dem Rasen vor dem Vereinsgebäude. Drinnen bleibt so mehr Platz zum Stöbern – und für Billard-Neulinge. Denn: Der Flohmarkt ist gleichzeitig ein Tag der offenen Tür. Ob Snooker, Pool, Carambole oder das typisch dänische Kegelbillard – Vereinsmitglieder zeigen Besucherinnen und Besuchern gern, wie gespielt wird.

Als einziger Raum ist deshalb nur der Billardsaal des Vereinsheimes „flohfrei“. „Wir können den physischen Flohmarkt eigentlich nur kurz vor oder nach den Sommerferien durchführen. Wenn die Turniersaison fertig ist oder noch nicht wieder begonnen hat, benötigen wir unseren Essraum nämlich nicht. Da ist momentan alles voll mit Geschirr und Nippes“, erzählt Dorthe Arreborg Frank lachend.

„Made in USSR“ steht auf der Rückseite dieser Teller. Wie die Teller aus der Sowjetunion nach Apenrade gekommen sind, weiß Dorthe Arreborg Frank leider nicht. „Die Geschichte wäre bestimmt spannend“, sagt die Vereinsvorsitzende und Flohmarktorganisatorin.

„Unser Ziel ist es, mit dem Flohmarkt etwa 15.000 Kronen im Jahr einzunehmen – das entspricht ungefähr einem Zehntel unserer Mietkosten“, sagt die Vereinsvorsitzende. Der Einsatz lohnt sich – für die Vereinskasse und für alle, die Spaß an Trödel, Tischspielen und Teamgeist haben.

Also: Einfach vorbeikommen, reinschnuppern, mitnehmen, was gefällt – oder einfach mal ein paar Bälle stoßen.

Esszimmerstühle aus verschiedenen Generationen können zu Schnäppchenpreisen erworben werden.