Hobby und Freizeit

Beim Großtauschtag herrschte Hochbetrieb an den Bewertungstischen

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Die Rothenkrughalle wurde für einen Sonntag zum Mekka der Sammler – und einigen wenigen Sammlerinnen – von Briefmarken und Münzen.

Bei der zweiten nordschleswigschen Sammlermesse konnten sich die veranstaltenden Vereine wieder über regen Andrang freuen. Die Besuchenden waren eine bunte Mischung aus Fachpublikum und Laien. Letztere wollten häufig eine Münz- oder Briefsammlung schätzen lassen.

Die drei Briefmarkenvereine aus Hadersleben (Haderslev), Sonderburg (Sønderborg) und Apenrade (Aabenraa) haben mit ihrer gemeinsamen Tausch- und Verkaufsmesse schon im vergangenen Jahr ein interessiertes Publikum von nah und fern angelockt. Schon vor der offiziellen Öffnung der Messe strömten die ersten Besuchenden in die Rothenkrughalle.

Auch in diesem Jahr wurde in den Messegängen neben Dänisch ganz viel Deutsch geredet. „Ich habe mich mit Hamburgern und Neumünsteranern unterhalten, die eigens wegen unserer Messe nach Rothenkrug gekommen sind“, erzählt Jürgen Drexel, der dem Apenrader Briefmarkenklub angehört.

Auch aus Nordjütland und von den Inseln Fünen und Seeland waren wieder Sammlerinnen und Sammler sowie Händlerinnen und Händler gekommen. Die Fachsimpelei mit Gleichgesinnten ist für Jürgen Drexel bei solchen Veranstaltungen fast schon wichtiger als das Kaufen und Tauschen selbst.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte er nämlich schon geahnt, dass er auf der Messe nicht die fehlenden Marken und Stempel für seinen aktuellen Sammelschwerpunkt, den sogenannten Malaria-Marken, finden würde. Enttäuscht war Drexel daher nicht, dass sich das bewahrheitete.

Warteschlangen vor den Bewertungstischen

Mit ihren leuchtend roten Uniformjacken der ehemaligen dänischen Post waren die beiden Vertreter des Postmuseums in Holstebro absolute Hingucker bei der Sammlermesse in Rothenkrug.

Als Mitorganisator freute er sich viel mehr darüber, dass die Veranstaltung wie im vergangenen Jahr gut besucht war. Da der Eintritt frei ist, kann er die Zahl der Besuchenden nur schätzen. „Es waren im Laufe des Tages bestimmt zwischen 300 und 350 Personen da, wenn nicht sogar mehr“, vermutet Jürgen Drexel.

Die Entscheidung der Veranstalter, mehr Tauschtische aufzustellen als bei der Premiere 2024 und auch das Bewertungsangebot auszuweiten, zeigte sich am Sonntag als kluge Disposition. „Die Tauschtische wurden sehr gut genutzt. Und an den Bewertungstischen standen die Leute den ganzen Tag über Schlange“, erzählt Drexel.

Seines Wissens nach waren die vorgelegten Briefmarken- oder Münzsammlungen häufig Erbstücke ohne besonderen Wert. „Wir raten dann immer dazu, solche Sammlungen in den Läden des Roten Kreuzes oder bei anderen wohltätigen Organisationen abzugeben. Diese können daraus noch gutes Geld machen“, hatte der Briefmarkensammler dem „Nordschleswiger“ schon im vergangenen Jahr mitgeteilt.

Kistenweise Briefmarken abgegeben

55 Händlerinnen und Händler hatten in diesem Jahr einen Stand bei der Sammlermesse gebucht. Im vergangenen Jahr konnten die Veranstalter 48 Stände verkaufen. Waren es damals 180 Tischmeter, so lag die Meterzahl in diesem Jahr bei 215.

Zu dieser Aussage steht er heute noch. Wer möchte, kann die Sammlungen allerdings auch den Briefmarkenvereinen überlassen. „Wir Apenrader versteigern solche geschenkten Sammlungen zweimal im Jahr. An diesen Versteigerungen können nur Vereinsmitglieder teilnehmen. Der Erlös geht dann unbeschnitten an die Kinderkurheime ,Julemærkehjemmene‘“, erzählt Jürgen Drexel.

Erst kürzlich ist dem Apenrader Briefmarkenklub eine enorme Sammlung geschenkt worden. Riesige Kisten mit dicken Umschlägen, in denen die Briefmarken zwar nach Katalognummern sortiert, aber nicht in Alben gesetzt wurden, warten darauf, von den Mitgliedern gesichtet zu werden. Jürgen Drexel freut sich auf die reizvolle, wenn auch mühsame und langwierige Aufgabe.