Sommer in Nordschleswig

Mit Stiel und Stil: Mögeltondern im Steckenpferdfieber

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Ein Großteil der Teilnehmenden bei der abschließenden Siegerehrung

Was als spontane Idee zweier Mütter begann, gipfelte in einem fröhlichen Turnier mit 20 Kindern, Hindernissen, Siegerschleifen. Auf dem Schulsportplatz wurde zum Ende der Sommerferien geritten, gelacht und galoppiert – ganz ohne echtes Pferd, aber mit umso mehr Fantasie.

„Bitte, Papa, spring noch einmal. Du hast es versprochen!“ Die achtjährige Sofie feuert ihren Vater Lasse an, der sich nicht lange bitten lässt. Er schnappt sich das von seiner Tochter selbst gebastelte Steckenpferd und springt mit Schwung über das blau-weiße Hindernis. Die Begeisterung ist groß.

Lasse startet außer Konkurrenz beim ersten Steckenpferdturnier auf dem Sportplatz in Mögeltondern, das kurz vor Ende der Schulsommerferien für jede Menge Spaß sorgte. Zuvor hatten 20 Kinder die Hindernisse mit Eifer, Fantasie und beeindruckender Sprungkraft gemeistert. Die Strecke hatten Kathrine Sandmark und Sidsel Lassen mit viel Liebe und etwas Fachwissen als Mütter von Pferdemädchen vorbereitet.

Lærke meistert die Hindernisse fehlerfrei.

„Unsere Töchter sind Freundinnen und gerade total im Steckenpferdfieber“, erzählt Kathrine Sandmark, die sich gemeinsam mit Sidsel das Turnier ausgedacht hat. Die Idee entstand ganz spontan als kleines Ferienhighlight für die eigenen Kinder. „Wir dachten, vielleicht gibt es ja noch andere, die Lust haben, mitzumachen, und haben dann einfach über Facebook eingeladen“, erzählt Kathrine Sandmark.

Stolz präsentiert die zwölfjährige Lærke ihr Pferdchen mit den zwei Rosetten.

20 Teilnehmende bei der Premiere

Die Siegerinnen bei den Sechs- bis Neunjährigen (v. l.): Eline (2. Platz), Ida (1. Platz) und Kamilla (3. Platz)

Dass am Ende 20 Kinder, überwiegend Mädchen, dabei sein würden – einige sogar von weiter her – überraschte die beiden Organisatorinnen dann doch. Gegen ein Startgeld von 50 Kronen gab es nicht nur die Teilnahme, sondern auch ein Getränk, Süßigkeiten und eine bunte Rosette für das tüchtige Steckenpferd. Und für die Siegerinnen in den beiden Altersklassen winkten sogar Urkunden und Schleifen.

„Es war so schön zu sehen, mit wie viel Freude die Kinder dabei waren“, sagt Kathrine. Und auch die Erwachsenen am Rand hatten offensichtlich ihren Spaß. Das Wetter spielte mit, die Stimmung war locker, und spätestens beim „Väter-Springen“ war klar: Hier geht es um Gemeinschaft, nicht um Perfektion. „Es war ein Spaßturnier“, betont Kathrine Sandmark. Sollte es offizielle Hobby-Horsing-Turnierregeln geben, so wurden sie in Mögeltondern nicht befolgt. „Wir haben es so gemacht, wie wir das für richtig hielten“, sagt die Mutter, und die fröhlichen Gesichter bestätigen ihr, dass sie mit ihrer Herangehensweise goldrichtig gelegen haben.

Die Siegerinnen bei den 10- bis 13-Jährigen (v. l.): Naja (2. Platz), Lærke (1. Platz) und Emma (3. Platz)

Neuer Ferienbrauch begründet?

Papa Lasse mit dem Pferd, das ihm seine achtjährige Tochter Sofie aus einer alten Socke gebastelt hat. Man beachte die abgespreizten kleinen Finger. Ein Zuschauer hatte ihn darauf hingewiesen, dass echte Reiter so die Zügel halten.

Ein Wiedersehen im nächsten Jahr ist nicht ausgeschlossen. „Wir haben einiges gelernt“, sagt Kathrine Sandmark und lacht. „Zum Beispiel: Anderthalb Stunden hätten auch gereicht – wir waren schneller fertig als gedacht.“ Ursprünglich hatten die beiden Freundinnen vier Stunden für das Turnier angesetzt.

Ein besonderer Dank geht an die Schule, die den Sportplatz zur Verfügung stellte, an die Kinder und Erwachsenen der Schulfreizeitordnung, die alle Teilnehmenden kräftig mit anfeuerten, und an die Bekannte, die die Hindernisse zur Verfügung gestellt hatte. Gemeinsam wurde aus einer Ferienidee ein Turnier, das Kinderherzen höherschlagen ließ – und vielleicht einen neuen Ferienbrauch in Mögeltondern begründet hat.

Die Freundinnen Kathrine Sandmark und Sidsel Lassen schließen nicht aus, dass im kommenden Jahr das 2. Steckenpferdturnier von Mögeltondern folgen wird.