Wirtschaft

Stiller Besuch in SH: Lyten-Chef Dan Cook prüft in Heide Northvolt-Übernahme

Was wird aus der Nothvolt-Übernahme von Lyten?

Lyten-Chef Dan Cook ist nach Schleswig-Holstein gereist, um zur geplanten Übernahme von Northvolt Deutschland zu sprechen. Es ist ein stiller Besuch - ohne vorherige Ankündigung und ohne Pressekonferenz.

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Zusammenfassung

  • Lyten-Chef Dan Cook besucht unauffällig das Northvolt-Gelände bei Heide zur Prüfung der geplanten Übernahme der deutschen Tochter.
  • Lyten hat bereits die früheren Northvolt-Standorte in Skellefteå und Västerås übernommen, während die Verhandlungen mit Bund, KfW und Schleswig-Holstein weiterlaufen.
  • Das US-Start-up Lyten entwickelt Lithium-Schwefel-Batterien mit höherer Energiedichte und ohne Nickel, Kobalt oder Grafit und plant in Heide Fabrik, Rechenzentrum und Batteriespeicher.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Der tiefgraue Wolkenschleier, der am frühen Morgen noch Regen brachte, ist am späten Vormittag verzogen. Der Himmel ist über dem Northvolt-Areal nahe Heide (Kreis Dithmarschen) aufgeklart, und die Sonne zeigt sich. Geblieben ist der Wind. Und jetzt kommt Lyten.

Chef Dan Cook will am Montag und Dienstag in Schleswig-Holstein wegen der geplanten Übernahme der deutschen Northvolt-Tochter Gespräche führen. Mit der Landesregierung und den Verantwortlichen aus der Region Heide. 

Es sollte ein stiller Besuch auf dem künftigen Fabrikgelände werden. Keine Ankündigung, keine geplante Pressekonferenz, lediglich informierte Kreise sprachen leise darüber.

Northvolt-Standorte in Schweden hat Lyten bereits übernommen

Vor einem Jahr meldete Northvolt Insolvenz an. Zuvor hatte es bereits monatelang bei dem Batteriehersteller gekriselt. Nach langer Suche stand dann Anfang August fest, dass das US-Unternehmen Lyten alle verbliebenen Standorte übernehmen will – darunter auch die im Bau befindliche Fabrik nahe Heide. 

Seit Ende Februar gehören die ehemalige Northvolt-Stammfabrik in Skellefteå und das Entwicklungszentrum in Västerås zu Lyten. 

Laut der US-Firma haben die schwedischen Standorte einen Wert von insgesamt etwa 4,2 Milliarden Euro. Die Gespräche mit Bund, KfW und dem Land Schleswig-Holstein zur Übernahme von Northvolt Deutschland dauern an. Diese soll aber, so Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) kürzlich, bald erfolgen.

Am Vormittag ist es auf dem Northvolt-Gelände nahe Heide ruhig

Auf dem Northvolt-Areal ist es ruhig. Verdächtig ruhig? Knapp zwei Dutzend Fahrzeuge stehen vor den Bürocontainern des schwedischen Unternehmens – Mittelklassekombis und Kompaktwagen. 

Es scheint nicht so, als gehörten sie zu einer Delegation aus den USA, die die Zukunft des Standortes neu schreiben will, die eine Fabrik, ein Rechenzentrum und Batteriespeicher auf dem Gelände bauen will.

Lyten wurde 2015 in Kalifornien, in San José, gegründet. Es ist wie Northvolt ein Start-up-Unternehmen, das neuartige Lithium-Schwefel-Batterien entwickelt. 

Wie Northvolt hat Lyten Risikokapital eingesammelt – unter anderem vom Autohersteller Stellantis, zu dem Opel, Fiat, Peugeot und Chrysler gehören, dem Logistikunternehmen FedEx sowie der Firma Honeywell, die unter anderem Flugschreiber herstellt.

Die Lithium-Schwefel-Batterien von Lyten sollen nach Angaben des Unternehmens eine höhere Energiedichte als konventionelle Batterien haben – und günstiger sein. Für die Produktion wird kein Nickel, Kobalt oder Grafit gebraucht.

Gegen 13 Uhr rollt Dan Cook mit einer Fahrzeug-Kolonne auf das Gelände nahe Heide

In den Bürocontainern auf dem Areal nahe Heide brennt Licht an diesem Montagmorgen. Davor aber passiert nichts – zumindest einige Zeit lang. 

Nach einer halben Stunde des Wartens auf Dan Cook nähert sich ein Auto mit orangefarbener Rundumleuchte, es hält in etwa 150 Meter Entfernung und ein Mann mit neongelber Weste und Funkgerät steigt aus. Der Sicherheitsdienst. Das Warten am Zaun blieb nicht unbemerkt.

Für den späten Nachmittag sind die Verantwortlichen aus der Region geladen. Wer sich bei ihnen umhört, der erfährt nach mehrmaligem Nachfragen, dass hohe Sicherheitsvorschriften gelten. Auch bei ihnen würde genau hingesehen. Ohne Personalausweis kämen sie nicht zu dem Treffen.

Doch dann gibt es Bewegung. Kurz vor 13 Uhr kommt eine Fahrzeugkolonne am künftigen Werksgelände an. Ein schwerer, schwarzer SUV, eine schwarze Limousine und weitere Autos. Dan Cook ist angekommen – und verschwindet in den Bürocontainern.