Seefahrt

Nach vier Jahrzehnten und 477.000 Seemeilen – Chef-Stewart verlässt die «Gorch Fock»

Burkhart Kempcke scheidet nach 40 Dienstjahren als Chef Stewart auf der "Gorch Fock" aus.

Von New York bis Lissabon: Fast vier Jahrzehnte diente Kempcke an Bord der «Gorch Fock». Was ihm beim Abschied einen Kloß im Hals beschert.

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Zusammenfassung

  • Chef-Steward Burkhart Kempcke verlässt nach fast vier Jahrzehnten Dienst das Segelschulschiff „Gorch Fock“.
  • Er verbrachte 4.920 Tage auf See, legte über 477.000 Seemeilen zurück und lief 125 Häfen weltweit an.
  • Kempcke blickt mit Wehmut, aber auch Vorfreude auf mehr Zeit mit seiner Familie auf das Leben an Land.

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So viel Zeit wie wohl niemand sonst hat Burkhart Kempcke auf der «Gorch Fock» verbracht. Seit Mai 1987 hat der Chef-Steward exakt 477.063,4 Seemeilen (883.521,4 Kilometer) mit dem deutschen Segelschulschiff zurückgelegt. Das entspricht rechnerisch etwa 22 Erdumrundungen. 

Ganze 4.920 Tage verbrachte der Norddeutsche auf See. «125 verschiedene Häfen: Dreimal New York, dreimal Bermudas, achtzehnmal Lissabon», sagt der 63-Jährige. Am Donnerstag geht Kempcke endgültig von Bord.

Zufall führte zur Marine

Chef-Steward Kempcke hat sein Handwerk im Kieler Yacht-Club gelernt. Zur Marine kam er durch Zufall. Ein Kollege in einem anderen Restaurant hatte sich als Steward für das damalige Schulschiff «Deutschland» beworben. Kempcke richtete seine Bewerbung an die «Gorch Fock» und ging kurze Zeit Später an Bord.

Seemännern sagt man ja nach, in jedem Hafen eine Braut zu haben. «Das dürfen sie aber meiner Frau nicht erzählen», sagt Kempcke. 

In seinen 39 Jahren an Bord lernte er alle Bundespräsidenten dieser Zeit, Sänger wie Heino oder den früheren Showmaster Joachim Fuchsberger und auch Könige kennen. In Stockholm bediente er etwa Schwedens Königin Silvia und deren Tochter Victoria.

Vorfreude auf die eigene Familie

Wenn er an den Abschied am Donnerstag denke, habe er einen dicken Kloß im Magen, sagt Kempcke.

 «Es ist nicht mein Schiff, aber mit Wehmut gehe ich. Ich werde es auch vermissen.» Dennoch freue er sich auf die Zeit an Land bei seiner Familie mit den beiden Jungs.