Schleswig-Holstein

Gefahr in Flüssen nimmt zu: DLRG legt beunruhigende Zahlen vor

Rund 3500 ehrenamtliche DLRG-Retter sicherten 2025 die Strände in Schleswig-Holstein und retteten 177 Menschen vor dem Ertrinken.

Mindestens 21 Menschen ertranken im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein. Warum die DLRG trotz sinkender Gesamtzahlen vor einer hohen Grauzone warnt und warum besonders die Elbe zur Gefahr wird.

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Zusammenfassung

  • In Schleswig-Holstein sind 2025 mindestens 21 Menschen ertrunken, bundesweit waren es 393.
  • Die DLRG warnt vor einer Grauzone bei Erfassungen und sieht besonders Senioren als gefährdete Gruppe.
  • Weniger Menschen starben an Nord- und Ostsee, während Unfälle vor allem an Flüssen wie der Elbe zunahmen.

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Im vergangenen Jahr sind in Schleswig-Holstein mindestens 21 Menschen ertrunken. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sank die Zahl der Todesfälle damit im Vergleich zum Vorjahr um vier. 

Die Statistik sei aber lediglich das Minimum, so DLRG-Sprecher Frank Villmow. „Wie viele Personen dann noch im Krankenhaus sterben, können wir nicht erfassen. Das ist eine riesige Grauzone“, sagt er. 

uch bundesweit ging die Zahl der Ertrunkenen zurück, von 411 (2024) auf 393 (2025).

Mehr Badetote in SH: Senioren besonders betroffen

Trotz der gesunkenen Zahlen in Schleswig-Holstein warnt der Verband vor einer Fehlinterpretation: Laut Landesgeschäftsführer Ken Blöcker verhinderte vor allem das schlechte Wetter in den Herbstferien mehr Tote. Durch den vielen Regen blieb der Ansturm auf die Badestellen im Spätsommer aus.

Besonders auffällig ist die Entwicklung in der Altersstruktur. Während in Schleswig-Holstein kein Todesfall bei Kindern oder Jugendlichen registriert wurde, verdoppelte sich die Opferzahl bei Senioren. 

19 der 21 Ertrunkenen waren älter als 50 Jahre, sechs davon über 80. DLRG-Experten führen dies auf die körperliche Belastung durch Hitze und den Kälteschock beim Eintauchen zurück, was zu Herz-Kreislauf-Problemen führen kann.

„Irgendwann ist man eben doch in einem Alter, in dem man nicht mehr so leistungsfähig ist, wie vielleicht noch ein Jahr zuvor“, sagt DLRG-Präsidentin Ute Vogt.

Weniger Todesfälle an Nord- und Ostsee — mehr Unfälle an der Elbe

Zudem zeigt die Statistik, dass drei von vier Opfern männlich waren. Als häufige Ursachen nennt die DLRG Übermut, Selbstüberschätzung oder Alkoholkonsum.

Parallel dazu haben sich die Unfallorte verlagert: Während die Todesfälle im Meer von neun auf sechs zurückgingen, stieg die Zahl an Flüssen – insbesondere an der Elbe – von zwei auf sechs an.

Rund 3.500 ehrenamtliche Rettungsschwimmer sicherten im vergangenen Jahr die Badestellen im Land ab und retteten so 177 Menschen unmittelbar vor dem Ertrinken. 

Der Verband fordert verstärkte Aufklärungsarbeit, da insbesondere unbewachte Gewässer und Risiken für Wassersportler weiterhin unterschätzt würden.