Flensburg

Das ist der Plan für die neue Schiffbrücke: 60 Zentimeter höher, vier Meter breiter

Die Abbruchkante an der Schiffbrücke ist abgetragen. Der Wiederaufbau der Kaimauer an der Flensburger Förde soll 2027 beginnen.

Im nächsten Jahr sollen die Bauarbeiten für die neue Kaikante an der Schiffbrücke beginnen. Die Ingenieure stehen vor technischen Herausforderungen. Zum Hochwasserschutz haben sie jetzt eine Lösung präsentiert.

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Zusammenfassung

  • Flensburg plant eine neue, höhere und breitere Kaikante an der Schiffbrücke zum besseren Hochwasserschutz.
  • Die Konstruktion soll 1,80 Meter über Meereshöhe liegen und optional durch eine mobile Spundwand ergänzt werden.
  • Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, die Kosten liegen bei mindestens 24 Millionen Euro, die Finanzierung ist aber noch ungeklärt.

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Zwei Jahre und vier Monate nach dem Abbruch der Kaikante an der Flensburger Schiffbrücke ist jetzt der Plan für den Wiederaufbau beschlossen. Die neue Anlage wird vier Meter weiter in die Förde hineinragen als die alte. Außerdem wird die Mauer 60 Zentimeter höher.

Finn Mackert vom beauftragten Hamburger Ingenieurbüro WK Consult hat die Pläne jetzt im Rathaus vorgestellt. Der Planungsausschuss hat dem Vorentwurf einstimmig zugestimmt.

Dass die neue Konstruktion breiter geplant wird, hat technische Gründe. Die Ingenieure wollen auf diese Weise den zahlreichen Überresten von früheren Bauwerken, die sich im Erdreich befinden, so weit wie möglich aus dem Wege gehen.

Mobile Spundwand als Schutz vor Hochwasser

Mit der neuen Höhe von 1,80 Meter über dem Meeresspiegel sei die Schiffbrücke vor „95 Prozent aller Hochwasser“ geschützt, erklärte Stadtbaurat Stefan Niemöller. Bei der Ostsee-Sturmflut im Oktober 2023 stieg der Pegel auf 2,27 Meter. Vor solchen Extremlagen soll die Innenstadt künftig mit einer Spundwand geschützt werden, die bei Bedarf aufgestellt werden kann.

Ob eine solche Konstruktion tatsächlich kommt, steht allerdings noch nicht fest. Geplant ist erst einmal nur, im Boden oberhalb der Kaimauer Vorrichtungen einzubauen, in denen die Spundwand verankert werden kann. „Das bringt natürlich nur dann etwas, wenn alles drumherum auch hochwassergeschützt ist“, sagte Mackert.

Was passiert bei Starkregen?

Eine besondere Herausforderung bei der Erhöhung der Kaikante ist die tiefe Lage der Häuser auf der anderen Seite der Schiffbrücke. Sie befinden sich teilweise auf einem Niveau von 1,20 Meter, also auf der Höhe der alten Kaikante. Die neue Oberfläche muss nun so gebaut werden, dass das Wasser bei starken Regenfällen nicht in die Häuser läuft, sondern weiterhin in die Förde abgeleitet wird. Dafür sind Abflüsse mit besonders großen Rohren vorgesehen – natürlich mit Schutzventilen, die verhindern, dass Hochwasser über die Rohre auf die Straße fließt.

Wie die 60 Zentimeter Höhenunterschied zwischen der Kaikante und den tiefer gelegenen Häusern baulich gestaltet werden, steht noch nicht fest. Eine schiefe Ebene auf der Promenade könnte für gehbehinderte Passanten zum Problem werden, monierten einige Ausschussmitglieder. Über die Gestaltung der Oberfläche aber soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Dabei geht es weiterhin auch um die Frage, was aus dem Autoverkehr auf der vielbefahrenen Schiffbrücke wird.

Baubeginn für 2027 geplant

Die Bauarbeiten an der Kaikante sollen im nächsten Jahr beginnen. Mackert rechnet mit Kosten von 19 Millionen Euro. Dabei seien inflationsbedingte Preissteigerungen bereits eingerechnet. Zusammen mit der Gestaltung der Oberfläche dürfte das gesamte Vorhaben mindestens 24 Millionen Euro kosten. Fertig werden soll alles bis 2031.

Wie die Stadt Flensburg das finanziert, steht noch immer nicht fest. Das Land will kein Geld aus der Soforthilfe für Sturmflutschäden geben und argumentiert, dass die Kaikante nicht beim Hochwasser im Oktober 2023 abgebrochen ist, sondern erst beim extremen Niedrigwasser einen Monat später. Die Stadt hofft jetzt auf Geld aus anderen Fördertöpfen.