Gesundheit

Wenn das Leben schwere Fragen stellt: Dirk Sina bietet neue Perspektiven für Kranke

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Dirk Sina arbeitet seit zwei Jahren als Palliativmediziner und weiß aus jahrzehntelanger Erfahrung über den Umgang mit schwerkranken Menschen.

Wenn Menschen eine medizinische Diagnose bekommen, kommen oftmals Fragen auf. Besonders dann, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, die ein Leben verändern können. Dirk Sina ist seit vielen Jahren als Mediziner tätig. Er hilft jetzt, Antworten auf solche Fragen zu finden.

Es gibt Momente im Leben, in denen man Unterstützung braucht – besonders, wenn es um eine schwere Erkrankung geht. Als Laie ist man oft überfordert:

  • Was bedeutet die Diagnose für mich?
  • Welche Behandlung ist die richtige für mich?

Diese Fragen können Menschen in schwierigen Situationen belasten. Besonders dann, wenn sie mit ihrer eigenen Endlichkeit konfrontiert werden.

Eine Lücke im Gesundheitssystem

In solchen Fällen stoßen das Krankenhauspersonal und die Hausärztinnen und -ärzte an ihre Grenzen. „Und das ist kein Vorwurf an die Kolleginnen und Kollegen“, sagt Dirk Sina, Chirurg und Experte im Bereich Palliativmedizin.

„Wir haben ein gutes Gesundheitssystem mit hochspezialisierten Abteilungen, in denen Medizin auf hohem Niveau praktiziert wird“, betont er. Dennoch gehen oft wichtige Informationen verloren. Besonders, wenn Patientinnen und Patienten in verschiedenen Abteilungen behandelt werden, fehlt häufig der Gesamtüberblick.

Neuer Konsultationsdienst für Patientinnen und Patienten

Dirk Sina

Seit zwei Jahren arbeitet der berufliche Norwegenrückkehrer am Apenrader Krankenhaus (Sygehus Sønderjylland) als Palliativmediziner. Dabei ist er auch für das Hospiz in Haderleben (Haderslev) zuständig.

Aus diesem Grund bietet Dirk Sina nun einen ärztlichen Beratungsservice an. Mit diesem möchte er Menschen helfen, die Orientierung und Unterstützung in schwierigen medizinischen Entscheidungen suchen.

Der Chirurg aus Gravenstein hat in seiner langen Karriere immer wieder erlebt, wie groß der Bedarf an solcher Beratung ist – besonders in seinem persönlichen Umfeld. „Freunde haben eine Diagnose von ihrem Arzt oder aus dem Krankenhaus bekommen und haben nicht verstanden, welche Folgen das für sie hat“, berichtet er. Das habe er häufiger erlebt.

Seit seiner Rückkehr aus Norwegen und seiner Tätigkeit im palliativen Team des Apenrader Krankenhauses hat er jetzt die Kapazitäten, diesen Bedarf zu decken. „Die Kinder sind aus dem Haus und meine Frau arbeitet auch recht viel“, sagt er.

Zeit und ein umfassender Ansatz

„Mein Vorteil gegenüber den Kolleginnen und Kollegen in Krankenhäusern und Praxen ist die Zeit, die ich habe“, erklärt Dirk Sina. Er nimmt sich die nötige Zeit, um ein umfassendes Bild zu erstellen – basierend auf Krankenakten, körperlichen Untersuchungen und vor allem durch den persönlichen Kontakt.

Auch dass er sich sein Leben lang mit ernsthaften Krankheiten beschäftigt habe, gebe ihm die Möglichkeit, ein solches Angebot zu machen.

„Ich versuche dabei alle Bereiche mit einzubeziehen: das Körperliche, das Psychologische, das Soziale und das Existenzielle“, beschreibt er seine Herangehensweise.

Hilfe in Grenzsituationen

Dieser ganzheitliche Ansatz ist besonders bei Grenzfragen entscheidend. Zum Beispiel die Entscheidung für oder gegen ein Stoma. „Das ist ein lebensverändernder Eingriff. Man muss sich fragen, welche persönlichen Konsequenzen er mit sich bringt“, erklärt er. Dirk Sina unterstützt Betroffene dabei, die richtige Entscheidung für sich zu treffen.

Auch in Fällen, in denen Menschen eine niederschmetternde Diagnose erhalten – etwa, dass sie nicht mehr lange zu leben haben – versucht er zu helfen. „Es müssen in jeder Krankheitsphase viele wichtige Entscheidungen getroffen werden“, betont Sina.

Zweite Meinung und Beratung bei schwierigen Entscheidungen

Er bietet sein Wissen und seine Erfahrung jedoch auch für eine „Second opinion“, eine zweite Meinung, an. „Wenn man sich nicht sicher ist, ob man die angebotene Untersuchung oder Behandlung wünscht, kann es helfen, eine zusätzliche Beratung zu bekommen.“

Er macht jedoch deutlich: „Oftmals stimme ich mit der Meinung meiner Kolleginnen und Kollegen überein.“

Vortrag über Krankheit und schwierige Entscheidungen

Einen Partner für sein Vorhaben hat er mit dem Privatkrankenhaus (Privathospital) in Kollund gefunden. Dort hält er am 23. Januar einen Vortrag mit dem Titel „Når livet stiller svære spørgsmål: Sygdom og svære valg – hvordan vi finder vej“ (Wenn das Leben schwere Fragen stellt: Krankheit und die schwere Wahl – wie finden wir den Weg).

Das Thema stieß auf großes Interesse. Die Veranstaltung ist ausgebucht. Dirk Sina überlegt jedoch, einen weiteren Termin anzubieten.

Behandlung bei Dirk Sina

Wer sich bei Dirk Sina Hilfe holen möchte, kann sich per E-Mail oder telefonisch bei der Klinik melden.

info@privathospitaletkollund.dk

Die Beratung dauert meist drei bis vier Stunden.

Die Kosten werden von der privaten Krankenversicherung übernommen oder werden privat getragen.