Geburtstagsjubiläum

Weltbürger mit Wurzeln in Nordschleswig: Asmus Peter Asmussen feiert 70. Geburtstag

Veröffentlicht Geändert
Peter Asmussen im Garten seines Hauses am Rande Apenrades

Am 10. Mai vollendet der Apenrader das sechste Lebensjahrzehnt. Gefeiert wird – wie sollte es anders sein – im Vereinsheim des Rudervereins, dem er seit seiner Jugend angehört. An mehr Ruhe wolle er nicht denken, sagt er im Gespräch – und hat auch einen guten Rat für junge Menschen.

Asmus Peter Asmussen kann am 10. Mai seinen 70. Geburtstag feiern. Der Bald-Jubilar blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Verschiedene berufliche Stationen führten ihn von Holebüll (Holbøl) in Nordschleswig unter anderem nach Japan und Deutschland.

Vom studierten Chemikanten kam er in den wirtschaftsberatenden Zweig und sogar in den diplomatischen Dienst.

Dieser Weg sei ihm jedoch nicht in die Wiege gelegt worden, wie er im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ erzählt. Als Kind habe er großes Interesse an Büchern gehabt und sei in der Familie als Professor betitelt worden. „Ich war als Kind sehr introvertiert“, sagt Asmussen.

Mit dem Bild, das er heute abgibt, passt das jedoch kaum zusammen, zählt er doch viele Menschen zu seinen Freunden und Bekannten – verteilt über den Globus.

Rudern als Wendepunkt – Selbstvertrauen durch Sport

Peter Asmussen nutzt die Nähe zum Wald für seine Spaziergänge.

„Da hat mir das Rudern sehr geholfen“, sagt der Apenrader. „Ich war nicht glücklich in der Schule. Dann bin ich jedoch durch die Schule in Gravenstein zum Ruderverein gekommen, wo Trainer Werner Gutt unterrichtete“, erzählt er. „Gutt war ein guter Trainer, aber obendrauf war er ein noch besserer Pädagoge. Er schaffte es, mir mit seiner – aus heutiger Sicht modernen – Pädagogik Selbstvertrauen zu geben. Durch den Sport wurde ich zudem extrovertierter“, erinnert sich Peter Asmussen. Bis zum Tod Gutts 2006 verband die beiden eine enge Freundschaft.

Durch den Sport erlebte Asmussen Erfolge, gewann Rennen und lernte, dass man „Ziele in kleinen Schritten erreicht“. Der Selbstwert des jungen Asmus Peter Asmussen, wie in der Taufurkunde zu lesen ist, stieg. Das Rudern blieb ein wichtiger Teil des Lebens, und Peter brachte auch Sohn Christian zu dem Sport.

Im Haus hat Peter Asmussen eine kleine Kunstsammlung zusammengetragen.

Prägende Schulzeit in Gravenstein und Tingleff

Gut in Erinnerung habe er auch die Lehrerinnen und Lehrer der Deutschen Schule Tingleff (Tinglev). „Armin Nickelsen hat mir die deutsche Sprache und Kultur noch viel näher gebracht. Bei Fräulein Riese habe ich die Mathematik erst richtig verstanden. Sonst hätte ich wohl das Ingenieurstudium nicht begonnen“, erzählt er.

Ein Weltenbummler mit nordschleswigschen Wurzeln

Schon während des Studiums begann Asmus Peter Asmussen als „Weltenbummler“. „Mein Aufwachsen mit den zwei Kulturen hat mir dabei sicher geholfen, diesen Weg gehen zu können. Das war zur damaligen Zeit ja nicht so normal, in anderen Ländern zu studieren“, so der fast 70-Jährige.

Die große Liebe und die Jahre in Japan

Auch selbst hat sich Peter Asmussen mit der Malerei beschäftigt. Dabei ist unter anderem dieses Bild entstanden, das seine Tochter Johanna in einem Pub zeigt.

Bei einem Weinfest in Neustadt an der Weinstraße lernte Peter Asmussen seine spätere Frau Tepa kennen. Die Finnin war „die Liebe meines Lebens“, erzählt er.

Immer wieder lernte er neue Menschen kennen, die seine Zukunft beeinflussten. „Es sind Zeitfenster, in denen es Veränderungen gab“, beschreibt er. So lernte er unter anderem Dr. Baumann kennen, der seinen diplomatischen Dienst in Japan versah. Eine enge Freundschaft bildete sich, „und ich verbrachte die vielleicht schönsten Jahre meines Lebens“, so Asmussen, der mit Frau Tepa, Tochter Johanna und dem dort geborenen Sohn Christian im Land der untergehenden Sonne lebte.

Kunst als Verarbeitung – Leben nach dem Verlust

Die langjährige Krebserkrankung und der Tod von Gattin Tepa vor acht Jahren trafen Asmussen schwer. Im Haus hängen selbst gemalte Bilder, mit denen er seine Ängste und Sorgen um die Lebensgefährtin verarbeitete. „Das Malen – eine Therapie für mich“, sagt er.

Rudern, Malen, Fotografieren und der Beruf: Peter Asmussen sieht sich als Mensch mit vielen Interessen, so wie Humboldt, sein Vorbild, der zu damaliger Zeit ein Universalgelehrter war.

Vielfältige Interessen – zwischen Ehrenamt und Inspiration

Peter Asmussen ist weiterhin aktiv, ist sowohl Vorsitzender des Apenrader Rudervereins als auch Vorsitzender des Büchereiverbandes für Nordschleswig. „Die ehrenamtliche Arbeit ist ein Lebensinhalt. Es macht Freude, gemeinsam etwas zu bewirken“, findet er. So möchte er den ARV weiter voranbringen.

Mit dem Alter steigt das Wissen. „Aus heutiger Sicht kann ich jungen Menschen nur raten, ihre Fähigkeiten zu erkennen, die sie mitbringen und mit denen sie sich und die Gesellschaft verändern können“, sagt er. Zudem solle ein positives Leitbild gefunden werden, „dem man folgen und mit dem man sich weiterentwickeln kann“, fügt er hinzu.

Ruhestand zwischen Apenrade, Kopenhagen und Familie

Für seine Geburtstagsfeier hat Asmussen einen Überblick über sein Leben vorbereitet. Kleine Texte und Grafiken zeigen wichtige Lebensabschnitte.

Seinen Ruhestand verbringt er in seinem Haus in Apenrade und in Kopenhagen bei der neuen Lebensgefährtin Lone Jørgensen. Dort besuchen die beiden kulturelle Angebote und die Kinder Johanna und Christian, die dort ebenfalls leben. Seit acht Monaten ist Asmus Peter Asmussen Großvater von Thomas, dem Sohn von Christian und dessen Frau. Auch mit ihm verbringt er viel Zeit.

Gefeiert wird am Sonnabend, 10. Mai, im Haus des Apenrader Rudervereins am Strandvej mit Freunden und der Familie.

Asmus Peter Asmussen – 70 Jahre in Bewegung

Geboren: 10. Mai 1955 in Holebüll (Holbøl), mit Wurzeln in der deutschen Minderheit
Familie: Zwei Kinder, ein Enkelkind, Lebensgefährtin Lone