Glaube

Wach für das Wunder – Ein Oster-Gespräch mit Pastorin Bettina Sender

Veröffentlicht Geändert
Bettina Sender ist Pastorin in Hadersleben.

Was hat Ostern heute noch mit uns zu tun? Die Haderslebener Pastorin spricht über stille Momente und starke Gefühle, über Hoffnung in schwierigen Zeiten – und darüber, warum das Fest für sie mehr ist als alte Rituale: eine Einladung, das Leben neu zu sehen.

„Es ist die zentrale Woche der christlichen Welt“, sagt Bettina Sender, Pastorin der Stadtgemeinde Hadersleben. Für sie steht in den kommenden Tagen ein Marathon an. Aber so wie sich Läuferinnen und Läufer auf ihren großen Lauf freuen, freut sich auch Bettina Sender auf die bevorstehenden Ereignisse: am Donnerstag ein Tischgottesdienst, am Karfreitag ein Gedenken an den Tod Jesu und am Montag dann der große Ostergottesdienst im Dom. „Und eine Taufe am Sonnabend“, ergänzt die Pastorin.

Tischgottesdienst am Gründonnerstag

Gottesdienste zu Ostern

Der Tischgottesdienst orientiert sich am letzten Abendmahl Jesu. An einem gedeckten Tisch singt die Gemeinde, Pastorin Bettina Sender liest. Nach Brot und Wein beziehungsweise Traubensaft gibt es noch ein Sättigungsmahl, das am Ende mit einem Tuch abgedeckt wird. „Das leitet zum Karfreitag über, zum dunkelsten Tag der Woche“, so die Pastorin.

Karg wird es sein, das Gedenken an die Kreuzigung und den Tod Jesu Christi. Ganz anders der Ostergottesdienst am Montag im Haderslebener Dom, „dann wird aus dem Vollen geschöpft“, so Bettina Sender. „Für mich ist Ostern viel wichtiger als Weihnachten. Ein schrecklicher, ungerechter Tod steht nicht am Ende, das Böse triumphiert nicht. Jesus steht am dritten Tage von den Toten auf. Das Licht bricht sich Bahn, Schmerz und Leid haben nicht das letzte Wort.“ Angesichts des Leides, das Menschen derzeit anderen antun, oder das durch Naturkatastrophen über sie hereinbricht, ist dieser Glaube für die Pastorin weiterhin aktuell.

Botschaft mit besonderer Kraft

Sie ist sich sicher: „Die Botschaft: ‚Ihr seid nicht vergessen, ihr sollt leben und werdet gehalten‘ besitzt eine besondere Kraft. Das habe ich durch die Sterbebegleitung erfahren können.“

Die Vorahnung am Gründonnerstag, das Gedenken des Todes Jesu Christi am Karfreitag und dessen Auferstehung am Sonntag sei auch ein Wechselbad der Gefühle. „Ich weiß, dass nicht alle an allen Tagen die Gottesdienste besuchen können, aber die, die es können, erleben diese Stimmung zusammen. Es lohnt sich, den ganzen Weg mitzugehen“, so Bettina Sender. „Das macht wach für das Wunder der Auferstehung.“