Grenzlandausstellung

Vom Paradies zur Hölle – Gabriele thematisiert Wandel und Klimakrise

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Gabriele Beismann im Foyer der Sønderjyllandshalle, wo die Grenzlandausstellung seit über 50 Jahren stattfindet

Gabriele Beismann ist für die Grenzlandausstellung als Gast eingeladen worden. Acht Monate hatte die Apenrader Künstlerin Zeit, Werke zum Thema „Vom Paradies zur Hölle“ zu kreieren. Auch wenn sie schon lange im Geschäft ist, eine Herausforderung, wie sie berichtet.

Menschen bewegen sich scheinbar über die Leinwand. Schattenhaft und in Ocker sind sie auf zerlaufendem Hintergrund zu erkennen; fast spiegelbildlich sind weitere Figuren darüber zu sehen; diesmal in Gelb. Dazwischen eine schwarze Linie, die unterbrochen das Bild unterteilt.

Acht Werke bei der Ausstellung

Das Bild ist eines von acht Werken, die die Apenrader Künstlerin Gabriele Beismann zur Grenzlandausstellung beigesteuert hat. Als Gastkünstlerin ist sie vor knapp einem dreiviertel Jahr eingeladen worden.

Es war eine Herausforderung, weil sie ihre Beiträge zu einem vorgegebenen Thema bis zu einer Deadline fertig haben musste. „Seit 40 Jahren arbeite ich kontinuierlich“, sagt sie. Jetzt gab es jedoch den gewissen Druck. Das war neu. Fast monatlich ist seither ein Bild entstanden.

Gabriele Beismann hat sich mit dem Wert ihrer Kunst auseinandergesetzt, als sie Preise für ihre Bilder für die Ausstellung festlegen musste. Es steckt viel Arbeit in ihnen, denn vor jedem Werk entstehen zunächst Entwürfe, die die Künstlerin verändert, entwickelt oder auch verwirft.

Titel passt zur Zeit

Eine weitere Herausforderung gab es bei der traditionellen Ausstellung von Künstlerinnen und Künstlern aus dem deutsch-dänischen Grenzland durch das vorgegebene Thema: „Vom Paradies zur Hölle“.

In der heutigen Zeit ein sehr passender Titel, wie Beismann findet, denn „wir befinden uns im Wandel. Landschaften verändern sich, sind im Wandel, während der Mensch seinen alltäglichen Routinen nachgeht“, erklärt sie ihre Gedanken. Sie hat sich vorrangig mit den aktuellen Einflüssen des Klimawandels auf das Leben der Menschen auseinandergesetzt.

Zwei ihrer acht ausgestellten Werke sind schon zuvor entstanden. Doch passen sie trotzdem zum Thema, spielen doch vereinnahmte Länder und Gebiete eine Rolle, wie sie sagt. Ihr Blick richtete sich dabei unter anderem auf den Angriffskrieg in der Ukraine.

Die letzten Zeugen der Vorbereitung liegen noch in der Ausstellung. Am Sonnabend, 16. August, geht es offiziell mit der Vernissage los.

Wasser, Küste, Karten und Menschen spielen in den Bildern von Gabriele Beismann eine große Rolle. Sie ist zwischen den Meeren aufgewachsen. Das habe sie sehr beeinflusst, ist sie sicher.

Herkunft spielt eine Rolle

Auch wenn es um die Titel für ihre Bilder geht, spielt Beismanns Herkunft eine Rolle. Sie lebt und arbeitet zwar seit Jahrzehntenn in Dänemark und hat sogar die Staatsbürgerschaft; doch: „Die Bilder haben eher deutsche oder englische als dänische Titel.“ Erst kürzlich sei sie darauf aufmerksam geworden, berichtet sie.

Seit der vergangenen Woche bereiten die Macherinnen und Macher der Grenzlandausstellung die in der hiesigen Kunstwelt große Veranstaltung vor. Wände wurden gestrichen, Werke aufgehängt. Jetzt, wenige Tage vor der Eröffnung, feilen sie an Kleinigkeiten: Namensschilder der Künstlerinnen und Künstler werden platziert.

Austausch für und mit Künstlerinnen und Künstlern

„Es ist ein spannender deutsch-dänischer Austausch“, findet Eva Ammermann. Die Kuddewörderin ist fester Bestandteil der Ausstellungskünstlerinnen und -künstler. Für sie bedeutet es, „die Entwicklung der einzelnen Künstler zu verfolgen“, wie sie sagt.

Doch auch für Laien sei die Ausstellung. „Hier kann man sich von den Künstlern erklären lassen, wie sie sich mit einem konkreten Thema auseinandersetzen, und welche Gedanken in ihren Werken zu aktuellen Situationen zu finden sind“, sagt sie.

Künstlerin Eva Ammermann in der Ausstellung

Die Grenzlandausstellung 2025

  • Findet vom 16. bis 31. August in der Sønderjyllandshalle in Apenrade statt.
  • Das Thema ist „Vom Paradies zur Hölle“.
  • 28 Künstlerinnen und Künstler stellen aus.
  • Die Vernissage findet am Sonnabend von 14 bis 17 Uhr statt.
  • Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 17 Uhr.

Über die Grenzlandausstellung