Stadtentwicklung

Vom Klassenzimmer zum Gericht – und jetzt Wohnraum? Neue Pläne für Apenrades alte Polizeistation

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Im Dezember 2023 konnten die Makler den Verkauf bekannt geben (Archivfoto).

Ende 2023 hat Hans Christian Nissen das Gebäude am Haderslevvej gekauft. Dort war auch das deutsche Gymnasium einmal beheimatet. Jetzt gibt es Neuigkeiten: Die Pläne für das Gebäude und das Grundstück werden bald in die Anhörungsphase gehen – und die Bürgerinnen und Bürger haben bei einem Treffen die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern.

Was macht man mit einem historischen Gebäude, in dem bis vor wenigen Jahren die Polizeistation in Apenrade ihren Sitz hatte?

Käufer Hans Christian Nissen hat sich seit dem Kauf gemeinsam mit Architektinnen und Architekten Gedanken gemacht und nun seine Pläne dem zuständigen Ausschuss des kommunalen Stadtrates vorgelegt.

Hans Christian Nissen und seine Frau Ruta

Von der Realschule zur Polizeistation

Der markante Bau am Haderslevvej wurde Mitte der 1920er-Jahre als deutsche Mittelschule gebaut und für diesen Zweck genutzt. Ab 1930 wurde es parallel zum deutschen Gymnasium in Nordschleswig. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Schule 1949 zwangsversteigert, um die Kriegsschulden gegenüber dem dänischen Staat abzahlen zu können.

Es ging an das dänische Finanzministerium. Die Heimwehr fand in dem großen Haus eine Heimat. Dann kaufte das Justizministerium die alte Schule Mitte der 1970er-Jahre. Polizei und Gericht zogen dort ein. Das Gericht wurde im Zuge der Gerichtsreform von 2010 geschlossen. Übrig blieb dann nur die Polizeistation, die vor knapp drei Jahren an ihren jetzigen Standort an der H. P. Hanssensgade zog.

Der Eingang
Der Innenhof

Die neue Zukunft des historischen Gebäudes

Der neue Eigner möchte das große Hauptgebäude gewerblich nutzen. Es sollen zudem 16 Wohnungen entstehen – in einem Neubau. Vier Vorschläge liegen dem Ausschuss für Planung, Technik und ländliche Räume vor.

Bisher steht fest, dass der historische Bau unter Denkmalschutz steht und nur mit Zulassung des Stadtrats umgebaut werden kann. Dort sollen – wie erwähnt – Büros oder andere Gewerbeflächen geschaffen werden.

Die 16 Wohnungen sind in einem Neubau geplant, der östlich, im hinteren Grundstückbereich, gebaut werden soll. Zwei der vier Vorschläge sehen zudem ein Gemeinschaftshaus vor.

Ein Vorschlag für den Neubau am historischen Gebäude
Die Übersichtsskizze zeigt das historische Gebäude am Haderslevvej in der Mitte – im Hintergrund (weiß) soll der Neubau liegen.

Zudem sind 68 Parkplätze auf dem Gelände vorgesehen.

Bürgerinnen und Bürger können sich am Entscheidungsprozess beteiligen. Voraussichtlich im August sollen eine Anhörungsphase und ein Bürgertreffen stattfinden, bei dem Ideen und Vorschläge zum Projekt eingebracht werden können.