Deutsche Minderheit

Unerwarteter Aderlass an der Rapstedter Schule kein Beinbruch

Veröffentlicht Geändert
Ist seit 2018 Schulleiter in Rapstedt: Jan Röhrig.

Die Kinderzahl an der Deutschen Schule Rapstedt ist zum Schuljahresbeginn unvorhergesehen von 34 auf 27 gesunken. Das hat verschiedene Gründe. In den Krisenmodus muss die Schule nicht schalten, meint Schulleiter Jan Röhrig.

Wenn an einer kleinen Schule auf einmal 20 Prozent der Kinder die Einrichtung verlassen, wie an der Deutschen Schule Rapstedt geschehen, hören Außenstehende die Alarmglocken schrillen. In Rapstedt ist die Zahl zum neuen Schuljahr aus verschiedenen Gründen von 34 auf 27 gefallen. Die Alarmglocken schrillen in Rapstedt allerdings nicht. So sieht es Schulleiter Jan Röhrig.

Anmerkung der Redaktion: Das Interview mit Jan Röhrig wurde vor der Bekanntgabe geführt, dass der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswiger die Schließung der Schule und des Kindergartens in Rapstedt empfiehlt.

Noch immer im Soll

„Als ich anfing, gab es hier 16 Schülerinnen und Schüler. Im vergangenen Jahr hatten wir mit über 30 die zweithöchste Zahl der vergangenen Jahrzehnte. Auch wenn unerwartet so viele Kinder herausgenommen wurden, liegen wir für unsere Verhältnisse immer noch im Soll“, so Röhrig in Woche 39 zum „Nordschleswiger". Er übernahm das Schulleiteramt in Rapstedt 2018.

Unterschiedliche Beweggründe

Die sieben Kinder von Zuzüglerfamilien haben die Rapstedter Einrichtung aus verschiedenen Gründen verlassen.

„Eine Familie ist zurück nach Deutschland gezogen, eine andere fand den Schulweg zu weit und eine Familie hat aufgrund des besonderen Betreuungsbedarfs ihrer Kinder das dänische System gewählt. Wir hätten diesen Mehraufwand als kleine Schule nicht leisten können“, listet Röhrig auf.

Eine Familie sei mit dem Schul- und Unterrichtsalltag nicht zufrieden gewesen. Insgesamt hätte man sich gewünscht, dass der Entschluss, die Kinder nicht an der Schule zu lassen, besser kommuniziert worden wäre, so der Schulleiter.

Im Soll sei die Schule auch finanziell, ergänzt Röhrig. Die Bilanz des zurückliegenden Jahres, die kürzlich auf der Generalversammlung des Schulvereins vorgelegt worden war, weist ein kleines Plus in Höhe von rund 30.000 Kronen auf.

Der jüngste Aderlass habe keinen großen Einfluss auf den Personalschlüssel. Wegen der geringeren Schülerzahl mit entsprechend geringerem Pro-Kopf-Zuschuss „müssen wir womöglich aber mit einem Defizit im Bilanzjahr 2026 rechnen. Aber das gilt es abzuwarten“, sagt der Schulleiter.

Blick nach vorn

Er sei guter Dinge, dass die Schülerzahl stabil gehalten werden kann. Er stehe mit Familien in Kontakt, die die Rapstedter Schule für ihre Kinder in Erwägung ziehen. „Drei Kinder sind sozusagen in der Pipeline“, so Röhrig.

Der große Zulauf aus dem benachbarten Kindergarten ist nicht zu erwarten. Auch das sei aber nicht neu. In der Einrichtung werden zurzeit weniger als zehn Kinder verschiedener Altersstufen betreut.