Deutsche Schule

Tamme und seine Küken: „Eine tolle Chance für die Klasse“

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Erstklässler Tamme mit einem der Küken, die einige Tage das Klassenzimmer bereicherten

In der 1. Klasse der Deutschen Schule Rothenkrug wohnen fünf Gäste: Küken sind zu Besuch und lassen die Schule zum lebendigen Klassenzimmer werden. Die Kinder lernen dabei nicht nur etwas über die Entwicklung vom Ei zum Huhn, wie die Fachlehrerin berichtet.

Schon im Flur der Deutschen Schule Rothenkrug ist das leise Piepsen zu hören. Folgt man dem Geräusch und gelangt in den Raum der 1. Klasse, fällt der Blick bald auf einen großen Käfig mit Küken darin.

Die Küken sind allerdings nicht mehr ganz klein, sondern fünf Wochen alt und deshalb schon ordentlich gewachsen.

Lernen mit Pfiff

Das haben auch die Erstklässlerinnen und -klässler bemerkt, die für einige Tage auf die Vögel aufpassen können. „Eine tolle Chance“, wie Lehrerin Majbritt Alnor Pedersen findet. „Die Kinder sind so interessiert und aufmerksam. Sie sorgen dafür, dass die Küken es gut haben.“

Schüler Tamme hat die gefiederten Klassenkameraden von zu Hause mitgebracht, wo „wir noch viele andere Hühner haben“, wie er berichtet. Er wollte den anderen Kindern zeigen, was für Tiere das sind, und so wurde die Absprache getroffen, die Vögel für einige Tage im Klassenzimmer zu beherbergen. „Das ist Unterricht an der Natur, viel lebendiger als mit Bildern oder Filmen“, zeigt sich die Lehrerin begeistert.

Die Küken bekommen täglich nur eine bestimmte Menge Futter. Das Füttern ist jeden Tag ein großes Ereignis in der Klasse.

Verantwortung übernehmen

Tamme hat die fünf Wochen alten Küken von zu Hause mitgebracht, wo die Familie noch viele weitere Hühner hält.

Die Kinder füttern ihre neuen Zimmergenossen im abgesprochenen Rhythmus mit Mehlwürmern, wechseln das Wasser und „sorgen dafür, dass es ihnen gut geht und die anderen Schülerinnen und Schüler nicht zu laut sind, wenn sie auf dem Gang oder zu Besuch in der Klasse sind“, so Alnor Pedersen. Das komme inzwischen häufiger vor, weil die Küken wie ein Magnet seien.

Fachlich beschäftigen sich die Kinder im Fach Natek (Natur und Technik) jetzt mit dem Thema „Vom Ei zum Huhn“, passend zum tierischen Besuch. „Da sind wir flexibel“, erklärt die Lehrerin augenzwinkernd.

Doch nicht nur in der Schule sei der lebendige Unterricht ein großer Vorteil: „Die Kinder sind so verantwortungsvoll mit den Küken. Sie sind sehr mit der Aufgabe gewachsen“, hat Majbritt Alnor Pedersen bemerkt.

Mehr Ruhe im Klassenzimmer

Die Küken in ihrem Zuhause

Und es komme noch etwas hinzu. „Es ist eine Ruhe in der Klasse, weil die Kinder auf die Küken Rücksicht nehmen und nicht so laut sein wollen.“

In den Pausen können die Jungen und Mädchen mit den Küken spielen – aber ganz vorsichtig, wie sie berichten.

Forschung bestätigt gute Erfahrung

Nur gemeinsam gelingt es, das Wasser für die Küken zu erneuern. Zusammenarbeit ist dann gefragt.

„Es war nicht das letzte Mal, dass wir sowas machen“, sind sich alle einig – einschließlich der Lehrerin, wie sie gerne zugibt.

Es gibt Beispiele aus der Forschung, die zeigen, dass der Einsatz von lebenden Tieren im Unterricht große Vorteile bringt. Es schult – neben dem fachlichen Wissen – das Selbstvertrauen, fördert Empathie und die Akzeptanz von Regeln, heißt es beispielsweise in einer Facharbeit.