Bildung und Kultur

SFOs machten gemeinsame Sache: Deutsch-dänisches Theaterprojekt in Tingleff

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In die Darbietung des Stücks „Klods-Hans" von H. C. Andersen ließen die Darstellerinnen und Darsteller unterhaltsame Passagen einfließen – darunter ein lustiger Tanz.

Kinder der deutschen und dänischen Schule studierten gemeinsam ein kleines Theaterstück ein. Dank eines Kulturzuschusses unterstützten dabei Profis. Die sind vom Einsatz der jungen Akteurinnen und Akteure angetan.

„Ich mag Schauspielen, und ich singe gern“, antwortet Silke auf die Frage, warum sie als Schülerin der dänischen Schule Tingleff in der Aula der deutschen Schule an einem Theaterprojekt teilnimmt.

Die Elfjährige ist eines von neun Kindern, die das Stück „Klods-Hans“ (Tölpel-Hans) von Hans Christian Andersen auf die Bühne brachten. Es war ein Gemeinschaftsprojekt der SFOs (Schulfreizeitordnung) beider Einrichtungen. Sieben Kinder der deutschen und zwei aus der Kommunalschule waren dabei.

Zuschuss von „Kulturel Samråd"

Probten zusammen und traten gemeinsam auf: Valdemar von der deutschen und Schauspielkollegin Silke von der dänischen Schule Tingleff.

Das Projekt kam über den ehemaligen Schulleiter der dänischen Schule in Tingleff, Niels Daubjerg, zustande. Er ist Kassierer im kommunalen Kulturgremium „Kulturel Samråd“.

Bei dessen Vorhaben, Kindertheaterprojekte zu fördern und in möglichst vielen Ortschaften der Kommune durchführen zu lassen, „dachte ich, es wäre doch eine gute Sache, ein Projekt in Tingleff zu einer Gemeinschaftsaktion mit den SFOs der dänischen und der deutschen Schule zu machen“, so Daubjerg zum „Nordschleswiger“.

Er wandte sich an die Kommunalschule, wo der Ball sogleich aufgegriffen und an die SFO der deutschen Schule weitergeleitet wurde. Dort stieß die Idee auf Zustimmung. Mitarbeiterin Silke Lorenzen, selbst ein Fan des Laienspiels, konnte sieben Kinder für das Theaterprojekt gewinnen. „Ich musste gar nicht lange suchen“, sagt sie kurz vor der Generalprobe.

Mit einem Zuschuss vom „Kulturel Samråd“ sind zwei Expertinnen vom Theaterhaus „Møllen“ aus Hadersleben (Haderslev) hinzugezogen worden.

Kinder der deutschen und der dänischen Schule in Tingleff führten gemeinsam „Klods-Hans" auf.

Lob vom Profi

„Die Kinder waren mit viel Elan bei der Sache und haben eigene Ideen eingebracht“, so das Lob von Connie Tronbjerg vom „Møllen“. Sie hat das Projekt zusammen mit Schauspielkollegin Gitte Villadsen begleitet und angeleitet.

„Wir haben lediglich die Grundidee für die Aufführung sowie Kostüme und Requisiten mitgebracht. Die Kinder haben ganz viele eigene Ansätze beigesteuert. Sie haben sich freiwillig für das Projekt gemeldet und das machte sich bei der Motivation bemerkbar“, zeigt sich die Theaterexpertin angetan vom Einsatzwillen der jungen Schauspielerinnen und Schauspieler.

Achtmal hatte man sich zu einer zweistündigen Probe in der Aula der deutschen Schule getroffen. Dort fand das Projekt am Dienstag mit der Premiere für Angehörige seinen Abschluss. Davor war die Generalprobe für Kinder aus örtlichen deutschen und dänischen Einrichtungen.

Connie Tronbjerg vom „Teater Møllen" führte die Kinder in die Kunst des Schauspielens ein.

Mit deutschen Passagen

„Da es ein Gemeinschaftsprojekt ist, haben wir auch deutsche Begriffe eingebaut“, ergänzt Silke Lorenzen. Es entstand eine leicht veränderte Aufführung mit speziellen und auch amüsanten Interpretationen. Die Gruppe ließ Gesang, Tanz und pointenreiche Szenen in die Geschichte von Tölpel-Hans einfließen.

Viele Lacher gab es unter anderem bei der Balletteinlage von Valdemar. Der Schüler der deutschen Schule schlüpfte in die Rolle eines heiratswilligen Mannes, der mit anderen Mitbewerbern um die Gunst der Prinzessin konkurriert. Anstatt eines Vorsprechens wie im Originalstück von Andersen legte Valdemar einfach mal ein Tänzchen mit angedeutetem Tutu hin.

Szene aus dem Stück Tölpel-Hans

Die anderen Protagonistinnen und Protagonisten begegneten der Prinzessin mit Breakdance, Heavy-Metal-Gitarrensolo, esoterischen Bewegungseinheiten oder Akrobatik.

Gutes Nervenkostüm

Wie seine Schauspielkollegin Silke hat auch Valdemar sich schnell für das Projekt begeistern können. „Ich finde Theaterspielen lustig“, so der Elfjährige am Premierentag.

Nervös sei er nicht, versicherte Valdemar einige Minuten vor der Generalprobe. „Ich bin im Schulorchester und kenne es, vor Publikum zu spielen.“

Valdemar sollte Recht behalten. Bei der Generalprobe machte er seine Sache ganz unaufgeregt und mit Witz.

Happy End: Tölpel Hans ist von der Prinzessin auserwählt und wird König.