Ehejubiläum

Seit 50 Jahren Seite an Seite: Was Dres und Laila zusammenschweißt

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Haben vor 50 Jahren geheiratet: Laila und Dres Andresen

Sie sind als Gastwirtsfamilie aus Saxburg weit über die Grenzen ihres Ortes hinaus bekannt. Am 8. Februar feiern Laila und Andreas „Dres“ Andresen Goldene Hochzeit. Wie sie sich kennenlernten, was sie aneinander schätzen und was sie vereint, erzählen beide in einem Interview. Auch ein kleines Quiz zur Zweisamkeit macht das energiegeladene Paar mit.

Natürlich wird auch dieses Ereignis im Saxburger Krug gefeiert, ist die Gastwirtschaft doch seit rund 120 Jahren im Besitz der Familie. Am 8. Februar sind Andreas „Dres“ und Laila Andresen seit 50 Jahren verheiratet.

Obwohl vor sieben Jahren Tochter Christina die Gastwirtschaft übernahm, die sich auf das Ausrichten von Festen spezialisiert hat, sind Laila und Dres auch als Ruheständler noch immer regelmäßig im Krug zu finden, um bei größeren Veranstaltungen in der Küche und im Saal zu helfen.

Als Bademeisterin nach Nordschleswig

Laila und Dres lernten sich Anfang der 1970er-Jahre kennen. Laila, die aus Mitteljütland stammt (Fyel zwischen Silkeborg und Horsens), kam wegen eines Aushilfsjobs als Bademeisterin im Bülderuper Freibad nach Nordschleswig.

Auf die Stelle war die sportliche Frau als Schülerin einer „Idrætshøjskole“ aufmerksam geworden. Die vier Wochen im Freibad hatten ihr so gut gefallen, dass sie zurückkehrte.

„Kennengelernt haben wir uns aber nicht im Freibad. Dres war und ist nicht der große Schwimmer“, erzählt Laila und lacht. Näher sei man sich im Bülderuper Lokal „Smut-In“ gekommen. „Wie das manchmal so kommt“, sagt Dres mit einem verlegenen Lächeln.

Ihr langes gelb-blondes Haar fiel Dres sofort auf

Was fiel ihnen bei den ersten Treffen besonders auf, wie sprang der Funke über? Fasziniert sei er von Lailas langen blond-gelben Haaren gewesen, und natürlich vom sportlich-temperamentvollen Erscheinungsbild seiner zukünftigen Frau, sagt Dres.

Laila war vom gesamten Auftreten jenes Mannes angetan, an dessen Seite sie ihr Leben verbringen sollte. „Er war humorvoll und hatte kein Machogehabe. Wir passten offensichtlich zusammen“, sagt Laila mit einem Blick in Richtung ihres Gatten, der mit einer Kopfbewegung zustimmt.

Laila und Dres wurden ein Paar, heirateten und ließen sich in Saxburg nieder, wo die Jungvermählten später den Gastwirtschaftsbetrieb übernahmen und auch Landwirtschaft betrieben.

Laila ist in Saxburg und Nordschleswig heimisch geworden.

Selbstverständlich Teil der Minderheit geworden

Dass sie in eine Familie der deutschen Minderheit einheiratete, sei für sie nie ein Problem gewesen. „Für mich war es selbstverständlich, dass ich dazugehöre und unsere Kinder die deutsche Schule besuchen“, sagt Laila Andresen.

Zu jener Zeit – drei Jahrzehnte nach der Besatzung Dänemarks durch Hitlerdeutschland – gab es Spannungen zwischen Mehr- und Minderheit. Mit Angehörigen der deutschen Gemeinschaft anzubändeln, war in dänischen Familien vielerorts nicht gern gesehen. Laila erlebte es anders, wie sie sagt.

Kennengelernt haben wir uns aber nicht im Freibad. Dres war und ist nicht der große Schwimmer.

Laila Andresen

„Bei meinem Großvater hatte ich Bedenken, da sein Hof in der Besatzungszeit beschlagnahmt worden war. Er war von Dres aber von Anfang an angetan. Die beiden passten zusammen wie Topf und Deckel“, erzählt Laila, die längst Deutsch beherrscht und auch den nordschleswigschen Dialekt „Sønderjysk“ angenommen hat.

Viele Übereinstimmungen

Nach 50 Jahren Ehe – wie gut kennt man sich da? Welche Marotten hat der andere und welche Vorzüge? Laila und Dres Andresen sind für jeden Spaß zu haben und machen bereitwillig ein Quiz mit, um diesen Fragen nachzugehen. Die Befragung erfolgt getrennt.

Welche Aufgaben im Haushalt werden gern gemacht, welche nicht so gern?

Dres sagt über Laila: gern: Kochen; nicht gern: Hemden bügeln. Sie selbst gibt an: Ordnung halten gern, Saubermachen nicht so gern.

Laila über Dres: „Eigentlich nichts gern, am ehesten Tisch abräumen oder Rasen mähen“. Dres über sich: „Wenn überhaupt etwas, dann Staubsaugen. Kochen auf gar keinen Fall.“

Bei diesen Quizfragen gibt es nur teilweise Übereinstimmungen. Bei anderen Fragen treffen es die Goldjubilare hingegen haargenau.

Was ist das Lieblingsreiseziel des anderen? Antwort: Lanzarote. „Da fahren wir seit mittlerweile 16 Jahren hin“, so Laila Andresen. Die Lieblingsspeise des anderen kennen beide ebenfalls: Laila mag Fisch, Andreas könnte sich in Pudding und süßen Mehlspeisen hineinlegen.

Beide wissen auch genau, was den anderen politisch gerade besonders beschäftigt und aufregt. Dres verfolgt die aktuelle Entwicklung in der deutschen Politik mit dem Wirbel um die AfD aufmerksam. Laila beschäftigt US-Präsident Trump und dessen Handeln. Sie lässt kein gutes Haar am Oberhaupt der USA, was ihrem Mann nicht entgangen ist.

Dres Andresen hat mit Laila die Frau seines Lebens gefunden.

Und was bringt Laila und Dres im Alltag auf die Palme? „Bloß nichts auf morgen verschieben“, sagt Dres über die Gattin, die Unordnung als ihre Irritation angibt. Dres lässt sich ungern in der Mittagsruhe stören. Darauf ist Quizteilnehmerin Laila allerdings nicht gekommen. Ihr fällt nichts Spezielles ein, was ihren Mann aus der Ruhe bringt. Das sei breit gefächert, wie sie mit einem schelmischen Lächeln bemerkt.

Faible für alte Traktoren

Welche Marotten haben die Eheleute? Laila kommt die Leidenschaft ihres Mannes für Oldtimer-Trecker in den Sinn. Er besitzt elf alte Traktoren, darunter Exemplare der Marke Porsche. Dres denkt sofort an den Bewegungsdrang seiner agilen Ehefrau. „Laila geht regelmäßig spazieren, oft bis zu 10 Kilometer“.

Fit hält sich die 72-Jährige nach wie vor auch mit Badminton. Früher reihten sich etliche Sportarten ein. Handball, Tennis und auch Fußball spielte Laila einst.

Sportliches Interesse

Das Interesse an Sport verbindet die Eheleute. Dres hat ein breites Wissen über die Sportwelt. „Allerdings nicht als Aktiver, sondern als Fernsehzuschauer“, gibt der 76-Jährige mit einem Lächeln zu. Früher lief aber auch er beim Handball im SC Saxburg auf.

Was schätzt Dres an Laila und umgekehrt? „Laila hat immer ein offenes Ohr und zeigt sich verständnisvoll. Wenn der Ton mal rauer wird, was in der Küche der Gastwirtschaft schon mal vorkommt, ist sie nie nachtragend. Die Wogen glätten sich bei ihr schnell.“

Laila über Dres: „Ich finde es bemerkenswert, dass er mit seinen bald 77 Jahren immer noch so viel anpackt und in der Gastwirtschaft hilft. Ihm ist es zudem immer schon wichtig gewesen, dass wir zusammen etwas unternehmen. Das ist schön“, sagt Laila.

Da sei es vollkommen okay, wenn Dres sich hin und wieder eine kleine Auszeit bei seinen Traktoren nimmt. „Jeder hat auch eigene Interessen, und das ist gut so“, sagt die Goldbraut.

In der Stube im Burkal Kirkevej, nur einen Steinwurf vom Krug entfernt, stehen Kästen mit selbst gebastelten Tischkärtchen. Laila hat sie auf verzierte Sektkorken geheftet. Die goldige Feier kann kommen.

Zu den Gratulantinnen und Gratulanten zählen unter anderem die Kinder Christina (Saxburg) und Henning (Quernholt/Kværnholt) sowie Enkelkinder, zu denen Opa Dres und Oma Laila ein enges Verhältnis haben.