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Schwertkampf und Intrigen: Oles Wikingerabenteuer am See

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Es geht wieder um Machtspiele und blutige Intrigen am Jelser See. Am Freitag hat dort der „Scheinkönig“ Premiere.

Zum zweiten Mal führt Møllen-Schauspieler Ole Sørensen aus Hadersleben beim Jelser Wikingerspiel Regie. Zwischen Schwertkampf, Ziegen und Intrigen, frei nach einer Geschichte aus der Feder des berühmten dänischen Geistlichen Saxo Grammaticus, bringt der Reumert-Preisträger 500 Menschen auf die Bühne und schlägt sich dabei wacker. Man ist eben Profi.

Regisseur Ole Sørensen spricht zur Begrüßung klingendes, akzentfreies Deutsch. Als Kind hat er den Deutschen Kindergarten Hadersleben besucht. „Das kommt mir heute noch zugute.“

Dann kommt er zur Sache: dem Jelser Wikingerspiel. Seit Januar jongliert Ole Sørensen mit Castings, Proben und der einen oder anderen spontanen Idee.

Abends, nach Feierabend, wenn alle anderen die Füße hochlegen, sind in dem wunderschön gelegenen Freilichttheater am Jelser See die Wikinger los. 500 Menschen sind dort im Einsatz – von der Requisite bis zur Ziegenbetreuung.

Ole Sørensen ist ein Mann für alle Fälle: Schauspieler, Regisseur, Sprachtalent – und Inhaber des vornehmsten Preises der dänischen Theaterwelt, des Reumert-Preises. In diesem Jahr führt er zum zweiten Mal Regie. Im nächsten Jahr übernimmt sein Kollege Rasmus Ask.

„Das Wikingerspiel ist wie eine große Familie, die an derselben Geschichte strickt“, sagt Sørensen.

Vom Mühlenstrom auf den Wikingerthron

Pure Spielfreude am See – ungeachtet des Regens zur Vorpremiere am Mittwochabend

Der Grand Old Man der Theaterwelt, Schauspieler, Regisseur und Allroundtalent am Regionstheater „Møllen“ am Haderslebener Mühlenstrom, hält dort zum zweiten Mal die Fäden in der Hand.

Der Unterschied zwischen beiden Welten sei nicht groß: „Ich stelle an Laienschauspieler die gleichen Ansprüche wie an Profis – und ich bin beeindruckt, wie viel Herzblut für das Wikingerdasein und Talent in den Leuten steckt. Sie sind klasse!“

Scheinkönig, Klingenkreuzen und starke Frauen

Der Vorsitzende des Spiels, Janus Harloff Lynggaard (Mitte), ist erneut aktiv – vor und hinter den Kulissen.

Das diesjährige Stück „Skinkongen“ (Der Scheinkönig) ist mehr als nur ein Wikingerklischee. Es geht um Macht, Intrigen und eine Heldin, die beweisen muss, dass Frauen mehr können als Met ausschenken.

Inspirieren ließ sich Manuskriptautor Brian Wind-Hansen, ebenfalls ein „Møllen“-Mann, dafür von Saxo Grammaticus und dessen Geschichte über die legendäre Sagengestalt Frode Fredegod, Frode der Gute.

Es geht in dem Stück zu wie bei Shakespeare – nur mit noch mehr Pferden und Ziegen – dafür mit weniger Pomp. Wenn sich die Klingen kreuzen, stieben die Funken, und auch Gesellschaftskritik blitzt auf: „Manchmal muss man eben kämpfen, um den Frieden zu bewahren“, sagt der Regisseur. Das war damals nicht anders als heute.

Spielt das Wetter mit?

Starke Frauen spielen auch in dem neuen Stück eine Hauptrolle.

Was Ole Sørensen am meisten fürchtet? „Dass es wieder schüttet – wie im vergangenen Jahr. Das Wetter lässt sich leider nicht inszenieren.“

Dafür aber alles andere, was das Jelser Wikingerspiel ausmacht: große Gefühle, tierisches Gemecker – und das ewige Ringen um Gerechtigkeit. Was macht da schon ein bisschen Regen?

Mit dem obligatorischen Gruppenbild klang die Vorpremiere aus.