Deutsche Minderheit

Schulstart: Kaum Plätze für Zugezogene in der Kommune Sonderburg

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Einschulung
Die Einschulungen in den Kommunen stehen vor der Tür (Symbolbild)

Kindercampus Lunden, Deutsche Schule Sonderburg und Förde-Schule: Nach den Sommerferien beginnen neue Schülerinnen und Schüler an den drei Institutionen der deutschen Minderheit. Eine große Herausforderung bleiben die vielen Anfragen von Zugezogenen – die mittlerweile häufig enttäuscht werden müssen.

Die Sommerferien in Nordschleswig sind in vollem Gange, doch in ein paar Wochen heißt es für einige Schulanfängerinnen und -anfänger zum ersten Mal, den Rucksack zu schultern und die Schulbank zu drücken. In den drei Einrichtungen der Minderheit fangen unterschiedlich viele Kinder an.

Am Kindercampus in Lunden gebe es im Augenblick nur drei Anmeldungen, berichtet Schulleiterin Marion Petersen dem „Nordschleswiger“. „Wir können trotzdem unsere Schülerzahl von 32 halten“, sagt sie.

Weniger Anmeldungen als im Vorjahr

Rektorin Marion Petersen vor dem Schulgebäude

An der Schule, die in naher Zukunft in Deutsche Schule Lunden umbenannt werden wird, werden die Kinder und Jugendlichen in vier Lerngruppen von der Vorschule bis zur Klassenstufe 5/6 unterrichtet. In der Linden-Klasse (Jahrgang 3/4) und der Kastanien-Klasse (5/6) gebe es noch Möglichkeiten, Kinder aufzunehmen, sagt Petersen. Bei den Birken (1/2) sei noch ein Platz frei. „Wir nehmen aufgrund der Klassengröße maximal 15 Kinder pro Lerngruppe auf“, so die Schulleiterin.

In diesem Schuljahr gebe es weniger Anmeldungen. „Es ist nur ein Kind aus unserem Kindergarten. Vergangenes Jahr waren es fünf Kinder“, so Petersen.

Wir liegen bei 59 Prozent Schülerinnen und Schüler, die in den vergangenen drei Jahren ohne Dänischkenntnisse an die Schule kamen.

Marion Petersen

Zugezogene sind größte Herausforderung

Die größte Herausforderung bleibe weiterhin die hohe Zahl der Zugezogenen in Bezug auf den Dänisch-Unterricht. „Wir liegen bei 59 Prozent Schülerinnen und Schüler, die in den vergangenen drei Jahren ohne Dänischkenntnisse an die Schule kamen.“ Auf der einen Seite sei es gut, dass der Kindercampus als Landschule im Randbezirk seine Schülerzahlen erhöhen konnte, aber man sei schon sehr „deutsch“ geworden, so Petersen. „Das bringt schon ganz andere Herausforderungen mit sich.“

Nur eine Klasse an der Förde-Schule

An der Förde-Schule starten zum neuen Schuljahr 17 Kinder. „Leider hatten wir in diesem Jahr nicht genug Kinder für zwei Klassen“, berichtet Schulleiter Niels Westergaard auf Nachfrage. „Da unsere Räume nicht so groß sind, haben wir uns dann auf eine Klasse beschränkt, diese voll aufgefüllt und einigen Familien, die wir laut unserer Aufnahmekriterien nicht aufnehmen mussten, leider eine Absage erteilen müssen.“

Bei den Aufnahmekriterien wird unter anderem darauf geschaut, ob die Kinder bereits in einem deutschen Kindergarten der Minderheit waren oder ob die Eltern einen gewachsenen Bezug zur Minderheit haben. Auch wenn es sich um Geschwister von jetzigen Schülerinnen und Schülern handelt, wird hier bevorzugt eine Zusage gegeben.

Schulleiter Niels Westergaard

Da wir auch hinsichtlich der Anzahl an Räumen herausgefordert sind, entspannt die Tatsache, dass wir nur eine Klasse einschulen werden, unsere räumliche Situation ein wenig.

Niels Westergaard

Im kommenden Jahr rechne er aber wieder mit zwei Klassen, so Westergaard. „Da wir auch hinsichtlich der Anzahl an Räumen herausgefordert sind, entspannt die Tatsache, dass wir nur eine Klasse einschulen werden, unsere räumliche Situation ein wenig.“

DSS nimmt kaum noch Zugezogene auf

Für das Schuljahr 2024/2025 meldet Konrektor Jan Wachtberg Schmidt für die 0. Klasse 18 neue Jungen und Mädchen an der Deutschen Schule Sonderburg (DSS). Im vergangenen Schuljahr waren es 17. In die 1. Klasse kommen 16 neue Kinder. Insgesamt lernen an der DSS im kommenden Schuljahr 219 Schülerinnen und Schüler, im vergangenen Schuljahr waren es 205.

„Unsere größte Herausforderung sind weiterhin die bleibenden Anfragen von deutschen Zuzüglern, die nach Schulplätzen für ihre Kinder fragen“, sagt Schulleiterin Henriette Tvede Andersen. Doch viele Eltern muss sie enttäuschen. „Die Schule kann leider keine weiteren Kinder aufnehmen und wenn, dann nur sehr begrenzt, da wir keine Plätze mehr haben.“

Schulleiterin Henriette Tvede Andersen hat viele Anfragen von Zuzüglerinnen und Zuzüglern.

An der DSS möchte man den Schülerinnen und Schülern gerecht werden und ihnen den Platz und Raum bieten, den sie für ihre Entwicklung benötigen, so Tvede Andersen. „Daher haben wir uns dazu entschieden, überwiegend keine weiteren Schülerinnen und Schüler aufzunehmen, die nicht aus dem System sind. Die Kinder, die von den Institutionen des DSSV kommen, haben einen Platz bei uns sicher.“

Daher haben wir uns dazu entschieden, überwiegend keine weiteren Schülerinnen und Schüler aufzunehmen, die nicht aus dem System sind.

Henriette Tvede Andersen