Deutsche Minderheit

Neue Schulleiterin der DPA: Berit Kynde startet mit klaren Visionen

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Berit Kynde ist offiziell ab dem 1. Januar 2025 neue Schulleiterin in Apenrade.

Aus der Mutter von vier DPA-Schülern wurde erst eine Lehrerin, dann eine Konrektorin und kürzlich eine kommissarische Schulleiterin. Offiziell darf Berit Kynde am 1. Januar das Wort „kommissarische“ von ihrer Visitenkarte streichen.

Berit Kynde kommt fröhlich zum Interview. Die künftige Schulleiterin der Deutschen Privatschule Apenrade (DPA) strahlt Freude und Zuversicht aus – nicht zuletzt, weil sie gerade eine Fortbildung im Bereich Coaching und Konfliktlösung erfolgreich abgeschlossen hat. Diese zusätzliche Qualifikation sieht sie als wertvolles Rüstzeug für ihre neuen Aufgaben, die sie offiziell ab dem 1. Januar 2025 übernimmt.

Seit Oktober dieses Jahres ist Kynde bereits kommissarische Schulleiterin, nachdem ihre Vorgängerin Catarina Bartling zum Deutschen Schul- und Sprachverein (DSSV) gewechselt war. Ihre Wahl durch den Schulleiterwahlausschuss der DPA in der vergangenen Woche kam wenig überraschend: Die 56-jährige Konrektorin hatte bereits seit August die operative Leitung übernommen und konnte offensichtlich das Vertrauen des Kollegiums, der Eltern und der Partnerinnen und Partner der Schule gewinnen.

„Wenn ihr etwas von der Schulleitung wollt, wendet ihr euch direkt an Berit“, erinnert sich Berit Kynde noch gut an die pragmatische Anordnung ihrer langjährigen Vorgängerin und lacht. „Das war zudem sehr klug von Catarina“, findet sie im Nachhinein. „Schon nach zwei Tagen gingen alle zu mir nach rechts ins Büro und nicht mehr nach links zu Catarina. – Ich denke, sie haben sich schon an mich gewöhnt.“ So einen gleitenden Übergang kann Berit Kynde nur allen empfehlen. Während Catarina Bartling noch im Nachbarbüro saß, konnte sie ihre Nachfolgerin bei Bedarf beraten. „So geht nicht so viel Wissen verloren“, ist die künftige Schulleiterin überzeugt.

In der Minderheit „verwurzelt“

Die kommende Schulleiterin (Berit Kynde, l.) und Schulsekretärin Doris Bremer suchen einen geeigneten Termin für das obligatorischen „Einstandsfrühstück“ und haben den 8. Januar ins Auge gefasst.

Berit Kynde ist gebürtige Seeländerin und kam durch eine persönliche Lebensentscheidung nach Nordschleswig. Über ihren Vater, der in Apenrade lebte, kam sie in Kontakt mit der Region; allerdings standen damals auch Djursland und Rold Skov zur Disposition. Letztlich entschieden sich ihr damaliger Ehemann und sie sich für Loit. Als sie sich etwas später nach einer Schule für ihren ältesten Sohn umsahen, fiel die Wahl auf die Deutsche Privatschule Apenrade. Im Laufe der Jahre haben auch die anderen drei Söhne ihre Schultüte in der DPA erhalten.

Die enge Verbindung zur Schule und zur deutschen Minderheit weckten in ihr den Wunsch, beruflich Teil dieser Gemeinschaft zu werden. „Als ich 2010 kurz vor meinem Abschluss meines Lehramtsstudiums stand, fragte ich Catarina Bartling, ob sie eine Lehrerin für Musik, Dänisch und Gesellschaftskunde gebrauchen könne. Sie hatte leider noch keine Stelle für mich, vermittelte mich jedoch an die Deutsche Schule Rothenkrug – unter der Bedingung, dass ich dort nur einen Ein-Jahres-Vertrag erhalte. Sie wusste nämlich, dass im darauffolgenden Schuljahr eine Stelle an der DPA frei werden würde“, erzählt Berit Kynde.

Nach einem Jahr in Rothenkrug stieg sie 2011 in das Kollegium der DPA ein und wurde 2018 zur Konrektorin ernannt. Heute fühlt sie sich sowohl beruflich als auch privat als integrierter Teil der Minderheit, singt seit Jahren begeistert im Chor der Musikvereinigung und stellte sich bei den jüngsten Kommunalwahlen als Kandidatin der Schleswigschen Partei zur Verfügung.

Zukunftspläne und Visionen

Noch hat Berit Kynde ihr Büro auf der rechten Seite des Schulleitungsbereichs. Im neuen Jahr zieht sie in das Büro auf der linken Seite. Das Mobiliar nimmt sie aber mit.

Für ihre Arbeit als Schulleiterin hat Berit Kynde klare Vorstellungen. Sie plant keine radikalen Änderungen, sondern möchte bestehende Projekte und Strukturen stärken. Dazu gehört die Fortsetzung der 10. Klasse an der DPA, die aktuell durch politische Diskussionen zur Schulreform bedroht ist.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen der DPA, den Zubringer-Kindergärten und dem Deutschen Gymnasium für Nordschleswig. Besonders bei Anmeldungen aus dem Einzugsgebiet des deutschen Kindergartens in Loit-Schauby (Løjt Skovby) sieht sie noch Potenzial.

Intern möchte Kynde das Kollegium stärker in die Schulentwicklung einbinden. Bereits vor einiger Zeit hatte sie gemeinsam mit Catarina Bartling die Einführung von Teamarbeit unter den Lehrkräften geplant. Dieses Vorhaben soll nun umgesetzt werden, um den Lehrkräften mehr Mitspracherecht und Wertschätzung zu geben.

Auch die Neubesetzung der Konrektorenstelle ist für Kynde ein zentrales Anliegen. Sie wünscht sich eine Person, die sie sprachlich und fachlich ergänzt. Bereits jetzt gibt es hausintern Interesse an der Stelle, was Kynde als Zeichen des Vertrauens wertet.

Optimismus für die Zukunft

Berit Kynde freut sich auf die neuen Aufgaben als Schulleiterin, aber nicht so sehr auf den Umzug – auch wenn es nur wenige Meter sind.

Berit Kynde schätzt das positive Arbeitsklima an der DPA. Sie schwärmt von ihrem „fröhlich-positiven Mitarbeiterteam“, das von den Lehrkräften bis zur Hausmeisterei reicht. Auch privat fühlt sie sich in Nordschleswig zu Hause. Nach der Trennung von ihrem ersten Mann ist sie in der Region geblieben und hat mit einem „echten Sønderjyden“ eine neue Liebe gefunden.

Die Weihnachtsferien nutzt das Team der Schule, um das Schulleiterbüro nach ihren Wünschen zu renovieren. „Ich nehme meine alten Möbel mit ins neue Büro“, sagt sie lachend. Mit dieser Mischung aus Pragmatismus, Zuversicht und Offenheit scheint Berit Kynde gut gerüstet, die DPA in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.