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Nach einem langen und erfüllten Leben: Marie David mit 99 Jahren verstorben

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Die Familie trauert um Marie David (Archivfoto).

Die Minderheitenangehörige war auch mit über 90 geistig frisch und hielt engen Kontakt zur Familie und zu den Nachbarn am Tværvejen. Im hohen Alter ist Marie David aus Tingleff eingeschlafen.

Sie liebte das Kartenspielen, war belesen und freute sich stets über Besuch ihrer Angehörigen. Nach zunehmender Schwäche ist Marie David 99-jährig gestorben. Die Trauerfeier zur Beisetzung findet am Donnerstag, 19. Juni, ab 13.30 Uhr in der Kirche zu Tingleff statt.

Die Wahltinglefferin war eine geborene Nielsen und kam in Stüding (Styding) bei Woyens (Vojens) auf die Welt. Als sie drei Jahre alt war, verstarb die Mutter. Mit dem Vater und den Geschwistern lebte Marie David bis zum Teenageralter in Schleswig-Holstein, ehe die Familie Anfang der 40er-Jahre zurück nach Nordschleswig kam und einen Hof in Wollerup (Vollerup) übernahm.

Als junge Frau verschlug es Marie David wieder nach Deutschland, wo sie eine Ausbildung für das Kindergartenwesen anstrebte. Sie kehrte nach Nordschleswig zurück und lernte Landwirt Peter David aus Stoltelund kennen. Beide kamen sich näher und wurden ein Paar.

Erst Wilsbek, dann Terkelsbüll

Nach der Heirat bewirtschafteten die Davids sechs Jahre lang einen Hof in Wilsbek (Vilsbæk), bis sie einen Landwirtschaftsbetrieb in Terkelsbüll (Terkelsbøl) übernahmen. Mitte der 60er-Jahre kauften sie den Hof „Ildemose“ dazu. Das Anwesen wurde der Alterssitz, als Sohn Hans Christian den Betrieb später übernahm.

Nach dem Tod ihres Mannes 1997 zog Marie David nach Tingleff an den Kirkevej. Später folgte der Umzug in den Wohnblock am Tværvejen, wo viele andere Angehörige der Minderheit Nachbarn waren, darunter auch Verwandte.

Im Alter aktiv und interessiert

Marie David fühlte sich dort sehr wohl und pflegte engen Kontakt. Mit Nachbarn spielte sie sehr gern Karten. Geistig frisch bis ins hohe Alter verfolgte sie das gesellschaftliche Geschehen aufmerksam mit, nahm an Veranstaltungen der deutschen Vereine teil und ließ sich mit Lektüre aus der deutschen Bücherei versorgen.

Gern hatte sie Angehörige zu Besuch. Ob Kinder, Schwiegerkinder, Enkel oder Urenkel: Marie war viel am Kontakt zu ihren Lieben gelegen.

Marie David ist bis vor drei Jahren ohne große fremde Hilfe ausgekommen. Sie siedelte dann ins neue Pflegeheim in Tingleff über, wo sie lange Zeit noch immer agil war und an den Aktivitäten teilnahm. In den vergangenen Wochen schwanden die Kräfte zunehmend. Marie David schlief friedlich ein, wie ihr Sohn Hans Christian berichtet.

Marie David mit Sohn Hans Christian, als sie noch am Tværvejen wohnte. Dort fühlte sie sich wohl (Archivfoto).

Marie David hinterlässt vier Kinder. Hans Christian lebt mittlerweile in Tingleff, Thea wohnt in Odense, Hella in Stübbek (Stubbæk) und Nicolai in Hostrup. Eine große Schar Enkel-, Urenkel- und inzwischen auch U-Urenkelkinder haben ein liebes Familienmitglied verloren.