Deutsche Minderheit

„Mister Minderheit“ aus Hoyer wird 60 Jahre alt

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Peter Sönnichsen liebt die Arbeit mit Schafen (Archivfoto).

Es gibt fast keinen Verein in seinem Heimatort, in dem Schafzüchter Peter Sönnichsen nicht aktiv ist. Am Sonnabend muss die Arbeit auf dem Feld und mit seinen Tieren ruhen. Dann wird der Hoyeraner gefeiert.

Er ist, wie kaum ein anderer, mit der Marsch und seinem Heimatort verbunden. Entsprechend kennt Schafzüchter Peter Sönnichsen, Højer Dige 1, diese Region schon seit seiner Kindheit wie seine Westentasche. Am Sonnabend, 27. Juli, begeht er seinen 60. Geburtstag. An diesem Tag wird er nicht mit seinen Schafen oder auf dem Feld beschäftigt sein, sondern seinen Ehrentag mit seinen Gästen feiern.

Ohne zu übertreiben, kann man den Jubilar als Mister Minderheit aus Hoyer bezeichnen. Er ist nicht nur Mitglied in fast jedem deutschen Verein, sondern arbeitet auch aktiv in den Vorständen mit. So hat er den Vorsitz im BDN-Ortsverein, in dem er schon 30 Jahre dem Vorstand angehört, übernommen und agiert seit einiger Zeit auch als Vorsitzender des Rudervereins Hoyer. Zudem war er viele Jahre Kassierer des BDN-Bezirksvereins Westküste.

Wenn er nicht im Vorstand tätig ist, ist er bei fast allen Vereinen der Rechnungsprüfer (Revisor). Weitere Vorstandsposten hat er im historischen Schützenverein Hoyer und im Kreisverband von drei nordschleswigschen Vereinen und zwei nordfriesischen Vereinen. Im letztgenannten revidiert er die Kasse. Für die Schleswigsche Partei kandidierte er auch mehrfach.

Peter Sönnichsen machte für den BDN Hoyer den Besuch auf dem Hof Südergaarde möglich, wo der Besitzer Hans Berend Feddersen die Gäste willkommen hieß (Archivfoto).

Hoyeraner mit Leib und Seele

Denn mit Zahlen kennt sich das Geburtstagskind, das mit Leib und Seele Hoyeraner ist, aus. Nach dem Besuch der deutschen Schulen in Hoyer und Tondern (Tønder) ging er in die Banklehre bei der örtlichen Sparkasse und arbeitete nach der Übernahme seines Arbeitsplatzes durch die Danske Bank weiter in Tondern. Doch ihm war von Anfang an klar, dass er trotz seiner Ausbildung wie sein Vater Hans Landwirt und Schafzüchter werden wollte. Die Arbeit mit seinen Tieren ist ihm damit in die Wiege gelegt worden.

So hing er 2009 nach 25 Jahren seinen Beruf als Bankberater an den Nagel. Noch vor dem Tod seines Vaters, der 2020 verstarb, übernahm er den landwirtschaftlichen Betrieb, baute ihn aus und modernisierte ihn.

Vizedeichgraf in der Tonderner Marsch

In Bezug auf die Marsch zählt er zu den wichtigsten Personen bei der Hege und Pflege dieser ungewöhnlichen Landschaft. So ist er seit Jahren auch Koogsinspektor für die beiden Friedrichen-Köge. Wie sein Vater übt der Sohn mit seinem ruhigen Wesen eine schlichtende Funktion aus, wenn es zu Meinungsunterschieden kommt, und appelliert an die Kompromissbereitschaft. Er erfreut sich großer Beliebtheit im ganzen Ort. Im Deichverband für die Tonderner Marsch nimmt er den Posten als Vizedeichgraf ein.

Dieses Amt ist nur eines von vielen, das Peter Sönnichsen auch außerhalb der deutschen Minderheit ausübt, denn er setzt sich auf allen Bereichen für seinen Heimatort ein. So ist er Vorsitzender des Sparkassen-Fonds, der lokale Initiativen und Vereine/Organisationen mit Zuwendungen unterstützt.

Viele Jahre war Peter Sönnichsen Kassierer des BDN-Bezirksvereins Westküste. In diesem Jahr wurde er von der Bezirksvorsitzenden Marie Medow auf eigenen Wunsch aus der Pflicht genommen (Archivfoto).

Kein schönerer Ort als Hoyer

Außerdem ist er Vorstandsmitglied des Foreningen til Bygningskulturens fremme på Højeregnen, der sich um den Erhalt der historischen Häuser und Gebäude einsetzt. Auch als im Zuge der Tonderner Marsch Initiative der Abriss mehrerer Gebäude droht, mischte er bei der Gründung des Højer Byudvikling ApS mit und wurde in den Vorstand gewählt. Für ihn gibt es keinen schöneren Ort als Hoyer.