Wirtschaft

Mälzerei im Wandel: So begegnet Fuglsang der Weltwirtschaft

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Die Geschäftsführung des Familienunternehmens, hier zu sehen mit ihrem langjährigen Mitarbeiter Arne Juhl, der der „Arne-Pension“ den Namen gab. Inzwischen genießt der Fjelstruper den wohlverdienten Ruhestand. Von links: Braumeister Henning Fuglsang, Arne Juhl, technischer Direktor Claes Fuglsang und Direktor Kim Fuglsang (Archivbild)

Wer die Mälzerei Fuglsang in Hadersleben passiert, dem steigt der malzige Duft frisch verarbeiteter Gerste in die Nase. Im Vorjahr hat das Familienunternehmen einen Gewinn von 49,6 Millionen Kronen erzielt, trotz sinkender Preise. Fuglsang denkt heute schon an morgen – und will die Malzproduktion bis 2029 fast vollständig CO₂-neutral machen.

Kim Fuglsang, Direktor des Familienunternehmens, darf zufrieden sein. Das vergangene Jahr ist mit einem Betriebsergebnis von 49 Millionen Kronen nach Steuern gut gelaufen. Doch die globalen Unruhen werfen dunkle Schatten voraus. Darum hat Fuglsang das vergangene Jahr genutzt, um weitere Weichen für eine nachhaltige Produktion zu stellen.

Fuglsang will fast CO₂-neutral werden

Seit 2024 fließt zertifizierter Ökostrom durch die Leitungen. Die neue Solaranlage auf dem Dach der Lagerhalle versorgt Büros und Lager mit sauberer Energie. Fuglsang hat überdies ein Energieprojekt in Zusammenarbeit mit der Haderslebener Fernwärme geplant, das in diesem Jahr umgesetzt wird und 2026 in Betrieb geht.

„Wir investieren auch in den kommenden Jahren, um unseren Ressourcenverbrauch stetig zu senken, sobald sich wirtschaftlich rentable Möglichkeiten ergeben“, kündigt Fuglsang an. Ziel sei es, in der Malzproduktion bis Ende 2029 zu 95 Prozent CO₂-neutral zu sein.

Unsichere Zeiten auf dem Weltmarkt

Claes Fuglsang ist technischer Direktor der Malzfabrik Fuglsang am Ribe Landevej und bestrebt, fossile Energiequellen aus dem Familienunternehmen zu verbannen. Er gehört wie seine Familie zur deutschen Minderheit in Hadersleben.

Doch die Herausforderungen auf den Exportmärkten sind auch in Hadersleben spürbar. Die Nachfrage in Asien ist eingebrochen. Gleichzeitig erhöht die Konkurrenz aus China und Australien den Preisdruck. Fuglsang hat deshalb die Produktion gedrosselt und rechnet für 2025 mit einem Gewinn von nur noch 10 bis 20 Millionen Kronen.

„Die Verbraucher in asiatischen Ländern sind wegen ihrer arbeitsplatzabhängigen Wirtschaftslage zurückhaltend – auch beim Bierkonsum. Das spüren wir deutlich in der Malz-Nachfrage“, sagt Kim Fuglsang.

Hoffnung liegt auf dänischer Gerste

Während der Export schwächelt, grünt auf den Feldern die Hoffnung: Die Wachstumsbedingungen für dänische Braugerste waren im Frühjahr günstig.

„Jetzt“, sagt Fuglsang, „setzen wir auf eine erfolgreiche Ernte.“

So lief 2024 bei Fuglsang

„Sophus Fuglsang Export-Maltfabrik“ hat 2024 einen Umsatz von 637,2 Millionen Kronen und einen Gewinn nach Steuern von 49,6 Millionen Kronen erwirtschaftet. Das Unternehmen beschäftigt 50 Mitarbeitende. Die Eigenkapitalquote liegt bei 356,3 Millionen Kronen. Insgesamt hat die Mälzerei rund 180.000 Tonnen dänische Braugerste zu 145.000 Tonnen Malz verarbeitet. Für 2025 erwartet die Geschäftsführung einen Gewinnrückgang auf 10 bis 20 Millionen Kronen.