Deutsche Minderheit

Kunst als Sprache: Junge DPA-Talente präsentieren ihre Abschlussarbeiten

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Kunstlehrer Tobias Köstlin in der Ausstellung in der Aula der Schule

Zum ersten Mal zeigten Schülerinnen und Schüler der Deutschen Privatschule Apenrade ihr künstlerisches Können bei einer Abschlussprüfung. Ein sehr zufriedener Lehrer sagt, warum die Kunst ein wichtiger Teil der schulischen Bildung ist.

Es war eine Premiere: Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse der Deutschen Privatschule Apenrade (DPA) legten ihre Prüfung im Fach Kunst ab.

Die Note kommt in das Abschlusszeugnis der 9. Klasse.

Viele tolle Ergebnisse bilden die Ausstellung

Kunstlehrer Tobias Köstlin ist begeistert, was die jungen Leute in den zwei Jahren, in denen er sie im Wahlfach Kunst unterrichtet und auf die Prüfung vorbereitet hat, geleistet haben. „Sie haben so viel geschafft und tolle Stücke produziert“, sagt er und blickt sich dabei stolz in der DPA-Aula um, wo aus den Kunstwerken eine Ausstellung entstanden ist.

15 Schülerinnen und Schüler hatten das Fach und stellten im Laufe des Unterrichts ein ganzes Portfolio her. Einen Teil der Werke haben sie für die Prüfung ausgesucht – und ausgestellt.

Kunstlehrer Köstlin in der Ausstellung eines Prüflings

Eine neue „Sprache“ entdeckt

Es gibt Bilder, Drucke, Skulpturen oder auch Collagen, um einige Kunstformen zu nennen, die die Jugendlichen gemacht hatten.

„So lernen sie, sich anders auszudrücken, als nur mit Sprache“, sagt Köstlin. Kunst biete eine neue Möglichkeit, Gedanken und Gefühle auszudrücken, fügt er hinzu. Zudem lernten die Schülerinnen und Schüler, welche Kunstformen es gibt. „Sie können experimentieren; sie können Fehler machen und lernen, Entscheidungen zu treffen und über ein Thema zu reflektieren“, so der Kunstlehrer. „Ich bin auch sicher, dass so ein Interesse für Kunst geschaffen werden kann.“

Neben den zuvor im Unterricht gestalteten Werken hatten die Prüflinge eine besondere Prüfungsaufgabe: Sie hatten zehn Stunden Zeit, um ein Produkt zu einem bestimmten Thema zu machen. Zuvor gab es noch eine Stunde, in der sie über das Thema recherchieren, Skizzen anfertigen und Materialwünsche äußern konnten.

Ausgewählte Werke eines Schülerinnenportfolios

Kunstform aus dem Hut gezogen

In diesem Jahr lautete das Thema „Das Fremde“. Der Clou für die Schülerinnen und Schüler: Sie mussten die Kunstform aus einem Topf ziehen. So mussten einige malen oder zeichnen, andere eine Collage oder Skulptur herstellen. Eine besondere Herausforderung, denn nicht immer traf die Kunstform den „Kunst-“Geschmack der zu Prüfenden.

Bei der mündlichen Prüfung – alle wurden einzeln geprüft und durften danach nach Hause gehen – hatten sie dann zehn Minuten Zeit, um über ihr Prüfungsprojekt zu berichten: wie es entstanden ist, welche Gedanken sie sich darüber gemacht haben, welche Technik verwendet wurde und was das Werk aussagen soll. Dann gab es weitere zehn Minuten, in denen die Prüflinge über ihr Portfolio erzählen konnten.

Weitere Werke mit verschiedenen Kunstformen
Verschiedene Kunstarten sind in der Ausstellung versammelt.

Erst Skepsis, dann Freude

„Mit tollen Ergebnissen“, wie ihr Kunstlehrer am letzten von zwei Prüfungstagen findet. Beim Aufbau sei er sich nicht so sicher gewesen, ob alles klappen würde, aber „als die Ausstellung dann schließlich fertig war, war ich so froh, als ich die tollen Werke gesehen habe, die erschaffen wurden“.

Rückblickend auf zwei gemeinsame Jahre mit den jungen Menschen sagt Tobias Köstlin: „Es war eine schöne Zeit, in der wir viel gelernt haben, es aber auch gemütlich miteinander hatten.“

Geprüft wird an der DPA außerdem in den Wahlfächern Ernährungslehre und Musik.

Eine Prüfungsaufgabe im Original

Thema: Das Fremde

Themenbeschreibung:

Der Mensch musste sich immer wieder mit dem Unbekannten und Fremden auseinandersetzen. Diese Auseinandersetzung kann den Blick erweitern, neue Perspektiven eröffnen und Ängste abbauen. Künstler haben oft fremde Kulturen und Landschaften als Inspiration genutzt, um neue Ideen zu entwickeln und ihre Betrachter zum Nachdenken anzuregen. Das Fremde ist dabei nicht nur geografisch und kulturell, sondern auch zeitlich zu verstehen.

Die Aufgabe:

Ausgehend vom Thema „Das Fremde“ sollst du ein Bildprojekt mit deiner Interpretation des Themas erstellen. Du sollst die Ausdrucksform verwenden, die du gezogen hast. Du darfst zusätzlich eine weitere Ausdrucksform nach eigenem Ermessen ergänzen.

Anforderung an die Aufgabenlösung:

Erstelle eine Skizze und Ideenentwürfe, wie du dir vorstellst, die Aufgabe zu lösen.

Es muss ein Zusammenhang zwischen Thema, Ausdrucksform und Absicht in deinem fertigen Bildprojekt bestehen.

Dein fertiges Bildprojekt soll inszeniert und im Zusammenhang mit deiner mündlichen Präsentation des Arbeitsprozesses, der Intention und des endgültigen Ausdrucks des Projekts vorgestellt werden.