Deutsche Minderheit

Knivsberg: Fällung kranker Eschen als notwendiger Schritt

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Auf dem Knivsberg-Gelände mussten etliche Bäume gefällt werden.

Rund 100 Bäume sind auf dem Knivsberg verschwunden – eine Maßnahme, die bei Besucherinnen und Besuchern Fragen aufwirft. Thore Naujeck, Leiter des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig, erklärt, warum die Fällung unvermeidbar war und wie sie dem Wald langfristig zugutekommt.

Auf dem Knivsberg (Knivsbjerg), dem höchsten Punkt Nordschleswigs, wurden zahlreiche Bäume gefällt. Besonders um den Parkplatz herum ist die Veränderung deutlich sichtbar. Doch was steckt dahinter? Laut Thore Naujeck, Leiter des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig und der Bildungsstätte Knivsberg, war die Maßnahme notwendig, um den Wald langfristig zu erhalten und die Sicherheit zu gewährleisten. Die Eingriffe seien Teil eines umfangreichen „Naturpädagogik-Projekts“, das darauf abzielt, den Wald für zukünftige Generationen erlebbar und nachhaltig nutzbar zu machen.

Mehr Licht für den Waldboden

Der Knivsberg ist nicht nur ein kulturelles Zentrum der deutschen Minderheit in Nordschleswig, sondern auch eine landschaftliche Besonderheit. Doch das dichte Blätterdach des Waldes stellte zuletzt ein Problem dar. „Das ist zu eng besiedelt gewesen. Wir wollen, dass der Wald nachhaltig wachsen kann“, erklärt Naujeck.

Für die Umsetzung des Projekts wurde Andreas Weitling Jessen als externer Experte und Projektleiter hinzugezogen. Unter seiner fachlichen Leitung wurden einige Bäume entfernt, um mehr Licht auf den Waldboden zu lassen und kleineren Pflanzen bessere Wachstumschancen zu geben.

Die Fällung soll Licht für neue Pflanzen schaffen und das Waldökosystem stärken.

Eschenkrankheit als Hauptgrund

Ein großer Teil der gefällten Bäume war zudem von einer Krankheit befallen. „Fast alle gefällten Bäume waren Eschen, die an einer Wurzel- oder Kronenkrankheit litten“, so Naujeck. Die Krankheit schwäche die Wurzeln, sodass viele Bäume nicht mehr sicher standen. Da sich auf dem Knivsberg viele Kinder und Besuchende aufhalten, stellte dies Naujeck zufolge auch ein Sicherheitsrisiko dar. Die Maßnahme sei aber auch unabhängig von der Krankheit und den Sicherheitsbedenken notwendig gewesen, um den Wald zu stabilisieren.

Ausdünnung statt Abholzung

Etwa 100 Bäume wurden insgesamt entfernt. „Das ist schon ein richtig großer Haufen, aber es war notwendig“, sagt der Leiter des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig, der dennoch von einem gezielten „Ausdünnen“ spricht.

Die Arbeiten wurden von der Firma „Skovdyrkerne“ durchgeführt, mit der der Deutsche Jugendverband gute Erfahrungen gemacht hat. „Wir haben darum gebeten, dass möglichst viele Bäume als Totholz und Spechtholz stehen bleiben. Das wurde auch berücksichtigt“, so Naujeck.