Deutsche Minderheit

Klarschiff machen für die Neueröffnung der Jündewatter Begegnungsstätte

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Im Deutschen Haus Jündewatt wird derzeit eifrig gestrichen. Auf dem Foto sind Gudrun Asmussen (links) und Trägervereinsvorsitzende Hella Hartung abgebildet.

Die Probleme mit Feuchtigkeit im Keller des Deutschen Hauses Jündewatt sind behoben. Ehrenamtliche sind dabei, die Einrichtung zu renovieren und für den Neustart herzurichten. Die Sanierung des über 80 Jahre alten Hauses ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Die Verantwortlichen richten daher einen klaren Appell an die Öffentlichkeit.

Eine Aufbruchstimmung ist im Deutschen Haus Jündewatt spürbar – und ein Aufatmen. Trägervereinsvorsitzende Hella Hartung und Vorstandskolleginnen sind seit Tagen mit Aufräumen, Putzen, Sortieren und vor allem mit Malen beschäftigt.

Die verheerenden Probleme mit eindringendem Wasser im Keller und der daraus resultierenden Schimmelbildung sind behoben, die Begegnungsstätte der deutschen Gemeinschaft wird für den Neustart im August fit gemacht.

„Es gibt noch einiges zu tun, aber wir sind guter Dinge, dass wir es bis zum 1. August schaffen“, sagt Hella Hartung am Rande eines weiteren Renovierungseinsatzes.

Vor Ort sind auch Vorstandsmitglied Monika Sørensen und Unterstützerin Gudrun Asmussen. Beide packen tatkräftig mit an, um die liebgewonnene Immobilie auf Vordermann zu bringen. Monika Sørensen war Schülerin, als die heutige Begegnungsstätte vor Jahrzehnten noch als Schule diente.

Hat im Deutschen Haus zurzeit viel zu tun: Hella Hartung.

Keine halben Sachen

„Wir sind schon sehr erleichtert, dass die Probleme im Keller fachkundig behoben wurden“, so Hartung bei einem kleinen Rundgang.

Mit Unterstützung des BDN (Bund Deutscher Nordschleswiger), der finanziell half und einen Bauberater vermittelte, wurde ein neues Pumpensystem gegen den erhöhten Grundwasserstand installiert.

„Setzt die Pumpe aus, was zuletzt bei der alten ja das Problem war, bekomme ich mittels einer App eine Mitteilung auf meinem Handy“, erklärt Hella Hartung.

„Außerdem ist eine Entlüftung eingebaut worden, die zusätzlich gegen Feuchtigkeit arbeitet“, ergänzt die Vorsitzende spürbar erleichtert.

Sämtliche Kellerräume sind bearbeitet und getrocknet, die marode Holztreppe wurde durch Metallstufen ersetzt.

Monika Sörensen (l.) und Hella Hartung vor dem Kellerraum, der mit einer modernen Pumpe versehen worden ist
Mit dieser Pumpe hofft der Trägerverein, das Gebäude vor eindringendem Wasser schützen zu können.

„Im Keller befinden sich keine Holzteile oder anderen Materialien mehr, auf denen sich Schimmel bilden könnte. Wir gehen davon aus, dass die Kellerräume auf Sicht zugeschüttet werden. Sie sind niedrig und nicht nutzbar.“

Der Blick des Trägervereins richtet sich nun auf die Wiedereröffnung und die Zukunft.

Immer noch einiges zu erledigen

Am Ende der Sanierung sei man allerdings nicht.

Hella Hartung: „Die Entwässerungsrohre am Haus und vom Grundstück weg sind marode und müssen erneuert werden. Wir stehen in Kontakt mit der Versorgungsgesellschaft Arwos.“

Eine große Party zur Wiedereröffnung am 1. August plant der Trägerverein nicht. „Im September findet wieder ein Apfelsaftpressen statt. Wir überlegen, die Veranstaltung mit einem Tag der offenen Tür zu verbinden und über das Haus zu informieren“, ergänzt die Vorsitzende.

Auch das wird im Deutschen Haus momentan erledigt: Monika Sørensen beim Überarbeiten und Einrahmen von Zeitungsartikeln und Fotos vergangener Tage. Die Lokalmatadorin war einst Schülerin, als die Einrichtung noch als Schule diente.

Der Appell des Vereins ist eindeutig: Nur bei ausreichender Nutzung des Hauses und entsprechenden Einnahmen hat das in die Jahre gekommene Gebäude eine Zukunft.

Hohe Auslastung das A und O

Die Kommune gewährt einen Betriebszuschuss. Dieser könne die Nebenkosten allerdings nicht allein auffangen. „Wir müssen damit rechnen, dass die Kosten für Strom wegen der neuen Pumpe und der Entlüftung steigen“, nennt Hella Hartung nur einen Posten, den es zu stemmen gilt.

„Wir hoffen daher, dass Vereine und auch Privatpersonen das Haus noch mehr in Anspruch nehmen und damit zum Erhalt beitragen werden“, so Hella Hartung.