Kultur

Jakob Mikkelsen: „Ich war immer von Anne Christels Kunst umgeben“

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Kunst ist überall in der Wohnung von Jakob Mikkelsen zu finden – auch in der Praxis.

Der Terkelsbüller ist in eine herrschaftliche Wohnung im Herzen Apenrades gezogen. Neben seiner Praxis mit dem Namen Kobi eröffnet er am Sonnabend eine Galerie. Inspiriert vom künstlerischen Schaffen seiner verstorbenen Frau, entstand die Idee dazu.

Praxis, Galerie und Wohnräume unter einem Dach: Dieses Lebensszenario hat sich Jakob Mikkelsen erfüllt. Doch wie ist er darauf gekommen?

So kannte er es aus Terkelsbüll, wo dem Paar ein altes Haus von 1917 gehörte: Kunst, Klinik und Wohnen gehörten schon dort zusammen. „Das hat dort funktioniert, warum nicht auch hier für mich“, so Mikkelsen.

„Nach dem Tod meiner Frau Anne Christel Bieling, die ihr ganzes Leben der Kunst gewidmet hat, war mir bald klar, dass ich nicht ohne ihre Kunst leben kann“, sagt er. Schon als er sich seine neue Wohnung das erste Mal anschaute, „konnte ich sehen, dass diese Wände für Kunst geschaffen sind“.

Gesammelt unter einem Dach

Erst kürzlich ist er mitsamt seiner Praxis für ganzheitliche Körperzonentherapie von Terkelsbüll (Terkelsbøl) nach Apenrade gezogen. Er wolle dort leben, wo er auch arbeite. Die Praxis lag in Rothenkrug (Rødekro), das Wohnhaus in Terkelsbüll. Dafür fand er die Wohnung im Marcussen-Haus, wo er jetzt eine Galerie eröffnet.

Den Namen der Galerie? Mikkelsen hat nicht lange überlegt: „Die Galerie heißt wie meine Praxis – Kobi.“ Eigentlich sei es ein Kosename für ihn gewesen. Freunde nannten ihn in seiner Jugend Jakobi. Daraus wurde dann kurz Kobi. Unter dem Namen sei er in der Familie und unter Freunden immer bekannt gewesen, erzählt er.

Künstlerkontakt durch die gemeinsame Vergangenheit

Durch den großen Umgangskreis von Anne Christel habe er viele Kontakte in die Welt der Kunst. „Ich möchte gerne Kunst vermitteln“, sagt der ehemalige Terkelsbüller. Den Wunsch hat er sich nun erfüllt. Zwei Räume der über 200 Quadratmeter großen Wohnung sind der Kunst gewidmet – ausschließlich.

Sein neues Domizil hat er in der Orgelmanufaktur Marcussen & Søn gefunden, die zwar weiterhin in dem historischen Gebäude aus dem Jahr 1724 liegt, jedoch nur den hinteren Teil nutzt. Das Hauptgebäude wurde von Realdania gekauft und in den vergangenen zwei Jahren gründlich restauriert.

Die Möbel, die Jakob Mikkelsen mitgebracht hat, passen in die historischen Räume.
Der Raum im Hintergrund gehört zum privaten Teil der Wohnung. Auch hier hängen Werke. Im vorderen Teil ist ein Bild von Nina Maria Sestoft ausgestellt. Sie ist die erste Künstlerin, die in der neuen Galerie ausstellt.

Wohnen mit Geschichte

Hier hat sich Mikkelsen im ersten Stock niedergelassen. Das Haus in Terkelsbüll ist verkauft. Es war zu groß geworden. „Man kann die Geschichte hier spüren“, sagt der Therapeut und schaut auf die Eichendecke, die kunstvoll bemalt über ihm liegt und die teilweise goldbemalte Wandverkleidung. Das fasziniere ihn, fügt er hinzu. Die ganze Wohnung ist im historischen Stil restauriert worden.

„Wenn diese Wände erzählen könnten“, sagt Jakob Mikkelsen. Er sitzt in einem gemütlichen Sofa in einem der Zimmer seiner neuen Heimat und ist begeistert von seinem neuen Zuhause und den Möglichkeiten, die es bietet.

Jakob Mikkelsen hat alle Räume so gestaltet, dass dort Bilder flexibel an den Wänden angebracht werden können. So hängen, stehen und liegen in den beiden Galerie-Zimmern jetzt Werke der Künstlerin Nina Maria Sestoft. Sie ist die Erste, die in der Galerie Kobi ausstellt.

Die Künstlerin malt nicht nur, sondern arbeitet vielseitig – auch mit Textilien.

Künstlern unter die Arme greifen

Künstlerinnen und Künstler seien zwar gut darin, Kunst zu schaffen, aber nicht immer so gut, diese auch darzustellen und bekannt zu machen. Dabei wolle er ihnen unter die Arme greifen – wenn die Chemie stimme, fügt er hinzu.

Ein Schild in der Fußgängerstraße weist auf die Galerie hin.

Die Galerie sei nicht dafür gedacht, jeden Tag 50 Gäste dort zu begrüßen. „Natürlich steht die Tür offen, doch mir geht es auch darum, Leute hier zu begrüßen, mich persönlich um sie zu kümmern und ihnen die Ausstellung näherzubringen“, so der Galerist.

Eröffnung am Wochenende

„A new Journey“ heißt die Ausstellung der Künstlerin Nina Maria Sestoft, die er durch Anne Christel kennengelernt habe und zufällig wieder in Kontakt gekommen sei. „Die Werke sind bunt, sie strahlen Lebendigkeit, Kraft und Freude aus – alles das, was uns in dieser Zeit fehlt“, findet Mikkelsen.

Am Sonnabend von 11 bis 16 Uhr und Sonntag im gleichen Zeitraum findet die Ausstellungs- und Galerieeröffnung statt. Dann haben die Gäste auch die Möglichkeit, sich die gesamte Wohnung anzuschauen. Jakob Mikkelsen gewährt Einblick.