Nachruf

In Erinnerung an Hans Harald Halberg

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Viele Menschen werden des Verstorbenen gedenken.

Hans Harald Halberg hat weltweit in vielen Orten gelebt. Seine große Liebe fand er dann in Nordschleswig, wo er sich die vergangenen Jahre immer heimischer gefühlt hat.

Im Alter von 83 Jahren ist Hans Harald Halberg gestorben. Im Kreise seiner Familie, wie Gattin Annelise Holm Halberg berichtet.

In Vejstrup, wo Hans Harald Halberg auf einem Gutshof aufgewachsen ist, wird er seine letzte Ruhestätte finden. Die ersten Jahre hat er in Svendborg verbracht, wo sein Vater wenige Tage vor Ende des 2. Weltkriegs – Hans Harald war drei Jahre alt – von einer Gruppe dänischer Nationalsozialisten erschossen wurde. Es handelte sich dabei um einen Rachemord, der ausgeübt wurde, weil zuvor Widerstandskämpfer zwei Nationalsozialisten erschossen hatten.

Die Mutter heiratete Jahre später wieder und zog auf den Gutshof in Vejstrup, wo er seine Jugend verbrachte. Das Abitur machte er im Internat Stenhus Skole in Holbæk.

Von Svendborg in die Welt

Der Weg sollte ihn eigentlich in den Familienbetrieb Mac Baren Tobakko Company führen, „doch an Tabak war Hans Harald nicht interessiert“, erzählt Annelise. Ihn zog es in die Ausbildung bei Hempel Skibsmaling, wo er schnell Karriere machte und schon mit Mitte 20 als geschäftsführender Direktor nach Port Said in Ägypten geschickt wurde. Die Arbeitsorte wechselten: Kobe in Japan, Singapur, Athen in Griechenland und – er wollte näher an Dänemark heran – Antwerpen und Rotterdam. In Griechenland war er als dänischer Honorarkonsul tätig. Er ist Ritter des Dannebrogordens (Ridder af Dannebrogorden), ein Verdienstorden, der ihm vom dänischen Königshaus verliehen wurde.

Der Arbeitgeber blieb jedoch bis zur Pensionierung derselbe.

Von Anfang an gut verstanden

Hans Harald und Annelise waren beide schon mehrere Jahre geschieden – als sie sich trafen und ineinander verliebten. „Da hat keiner mit gerechnet, vor allem wir beide nicht“, sagt die frühere Leiterin der Deutschen Bücherei Tingleff. „Eine späte Liebe im reifen Alter“, fügt sie hinzu. Die beiden heirateten und verbrachten 17 Jahre miteinander.

Nach der Pensionierung zog es Hans Harald Halberg zurück in die alte Heimat. Eine Wohnung in Svendborg wurde gekauft. Dort wohnten die Eheleute und pendelten zwischen der fünschen Stadt und Tingleff in Nordschleswig, wo Annelise sesshaft ist.

„In den vergangenen Jahren haben wir immer mehr Zeit in Tingleff verbracht. Hans Harald hat es hier sehr gemocht, vor allem die Ruhe.“

Zu seinen beiden Söhnen und den drei von Annelise mitgebrachten Kindern sowie zwei Enkelkindern hatte er ein enges, liebevolles Verhältnis. „Er war ein guter Opa“, sagt Annelise Holm Halberg.

„Sinneswandel“ im Alter

Durch die vielen geschäftlichen Kontakte war der Bekanntenkreis groß, und der Freundeskreis erstreckte sich über Kontinente. „Hans Harald war ein intelligenter Mann. Er konnte schnell denken. Im Gespräch wechselte er plötzlich das Thema, kehrte dann aber wieder zum Ursprungsthema zurück. Manchmal war es schwer, ihm zu folgen“, erinnert sie sich.

An eine Geschichte aus der jüngsten Vergangenheit erinnert sich Annelise besonders: „Hans mochte keine Katzen.“ Er sei mit Katzen auf dem Gutshof aufgewachsen – von denen gab es dort viele. „Die sollten erschossen werden“, war dort die Meinung. „Und so dachte auch er.“ Doch Annelise traute ihren Augen nicht, als sie Hans in der Küche hörte, wie er mit jemandem sprach. „Ich dachte: Mit wem unterhält er sich da“, erzählt sie. Beim Blick in den Raum sah sie ihren Mann, die Nachbarskatze streichelnd und ihr leise zuflüsternd: „Nå, min lille missekat.“

„Jetzt sucht die Katze Hans Harald überall“, sagt die Tinglefferin.

Die Beisetzung findet am Mittwoch, 27. August, ab 12 Uhr von der Kirche zu Vejstrup aus statt.