Kunst und Kultur

Im Rapstedter Lokalarchiv zu bestaunen: Ein Leben voller Kunst

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Horst und Ingrid Jacobsen (vorn) konnten überredet werden und präsentieren im lokalhistorischen Gemeinschaftsarchiv in Rapstedt eine große Auswahl ihrer Kunst. Im Hintergrund die Vorstandsmitglieder Conni Brun Eliasen, Kurt Jessen und Claus Clausen (v. l.).

Ab Sonnabend – und über den Sommer hinweg – verwandelt sich das lokalhistorische Gemeinschaftsarchiv in eine Kunsthalle. Gezeigt werden Werke zweier bekannter Lokalmatadoren: Ingrid und Horst Jacobsen. Archivvorstandsmitglied Kurt Jessen ist froh, dass er das Künstlerpaar überreden konnte.

Bei der Vielfalt dieser Ausstellung könnte man meinen, dass 10 bis 15 Künstlerinnen und Künstler beteiligt sind. Es sind derer aber nur zwei.

Der Vorstand des lokalhistorischen Gemeinschaftsarchivs in Rapstedt konnte mit Horst und Ingrid Jacobsen ein in der deutschen Minderheit bekanntes Künstlerpaar für eine Sonderausstellung gewinnen.

Gemälde und Aquarelle von Ingrid – Skulpturen, Holzschnitzereien und filigraner Schmuck von Horst: Der große Raum des Archivs an der Hauptstraße 64 ist gespickt mit Jacobsen-Kunst.

Jahrzehntelanges Schaffen

Die Ausstellung, die den gesamten Sommer zu sehen sein wird, ist eine Hommage an die Kunst und an das Künstlerehepaar Jacobsen gleichermaßen, sagt Kurt Jessen vom Archivvorstand. Selbst Angehöriger der deutschen Minderheit hatte Jessen die Initiative ergriffen und sich an die Jacobsens gewandt. Im Lokalarchiv werden immer wieder mal Ausstellungen zu besonderen Themen präsentiert.

„Es bedurfte etwas Überredungskunst, um Ingrid und Horst für die Ausstellung zu gewinnen. Wir sind froh, dass sie sich dazu bereit erklärten und sich die Mühe machen. Sie haben im Laufe der Zeit ja unheimlich viel Kunst geschaffen, und diese Ausstellung hier ist ein sehenswerter Querschnitt ihres Lebenswerks, wie ich finde“, so Kurt Jessen im Ausstellungsraum.

Am Sonnabend, 26. April, ist ab 14 Uhr Ausstellungseröffnung. „Dazu wird auch Musik eingespielt. Von Horst natürlich. Als Multikünstler hat er seinerzeit ein Musikstück für die Königin komponiert und eingespielt, als sie bei der Minderheit zu Besuch war“, ergänzt Vorstandsmitglied Conni Brun Eliasen.

Haben sich nahezu ihr ganzes Leben der Kunst gewidmet und zeigen in Rapstedt eine große Auswahl ihrer Kreationen: Ingrid und Horst Jacobsen.

Gruppen gern gesehen

„Die Ausstellung ist immer montags zur Öffnungszeit von 15 bis 17 Uhr für alle Interessierten zugänglich. Für Gruppen, zum Beispiel Orts- oder Sozialdienstvereine, würden wir auch gesondert öffnen. Sie könnten den Besuch mit Kaffeetrinken bei uns verbinden“, so der Hinweis von Kurt Jessen. Über die Homepage könne man Kontakt aufnehmen und einen Besuchstermin vereinbaren.

Sollte es passen, könnten Horst Jacobsen und Ingrid dazustoßen und über ihre Kunst und einzelne Werke erzählen, „denn hinter vielen der hier ausgestellten Werke verbirgt sich eine Geschichte“, sagt Kurt Jessen.

Da wäre ein Gemälde von Ingrid, das Horst mit einem Teil seines Kinderbettes eingerahmt hat, und eine Holzskulptur aus einem alten Baumstumpf, in dem noch Stacheldraht aus einem Internierungslager aus der Besatzungszeit steckt.

Bis auf die Schmuckvitrinen für die Kreationen von Horst ist der Ausstellungsraum eingerichtet.

Besondere Anordnung

Horst Jacobsen ist ein wahrer Multikünstler. Skulpturen unterschiedlichster Art, Holzschnitzereien, Schmuck und auch Musikkompositionen gehören zu seinem vielseitigen Schaffen.

„Wir haben versucht, unsere Werke aufeinander abzustimmen und im Raum besonders anzuordnen. Die großen Skulpturen sind an die Seite gestellt, damit der Blick auf die Bilder an den Wänden frei ist“, erzählt Horst Jacobsen im Gemeinschaftsarchiv von Mehrheit und Minderheit, an dessen Gründung auch er maßgeblich beteiligt war.

Der ehemalige Leiter der Deutschen Nachschule kennt sich auch mit Lokalgeschichte aus und könnte darüber ebenfalls viel erzählen. Jetzt steht aber erst einmal die Ausstellung und deren Eröffnung am Sonnabend im Mittelpunkt.

Sollten Besuchende sich in Werke vergucken und diese haben wollen, können die Objekte bis auf Ausnahmen erworben werden, ergänzt Horst Jacobsen.