Nachruf

Helge Wolffhechel in memoriam: Journalist mit Leidenschaft und Humor

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Helge Wolffhechel
Helge Wolffhechel überzeugte nicht durch Lautstärke, sondern durch seine ruhige, bedachte Art und durch Argumente (Archivfoto).

Mit Scharfsinn, Humor und einer Kamera im Gepäck berichtete Helge Wolffhechel über Nordschleswig. Nun ist er im Alter von 74 Jahren verstorben.

Helge Wolffhechel, Rothenkrug, ist am 13. März 2025 im Alter von 74 Jahren verstorben. Als engagierter Journalist und bekennendes Mitglied der deutschen Minderheit in Nordschleswig prägte er über Jahrzehnte die Medienlandschaft der Region.

Seine journalistische Laufbahn begann 1970 beim „Nordschleswiger“, nachdem er am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig sein Abitur abgelegt hatte. Nicht ganz unschuldig soll Vater Helmut an der Berufswahl des Sohnes gewesen sein. Dieser hatte in der Zeitung das Stelleninserat gesehen: Volontär gesucht!

Nach dem Volontariat in Apenrade wurde Helge Wolffhechel Lokalredakteur in Hadersleben. Für ihn war die Domstadt Heimat. Sein Vater war dort geboren; sein Großvater betrieb dort ein Textilwarengeschäft. Und was sicherlich heute nicht mehr viele wissen: Vater Helmut war eine Zeit lang selbst Lokalredakteur der „Nordschleswigschen Zeitung“ in Hadersleben.

In Hadersleben war Helge Wolffhechel Lokalredakteur und engagierte sich gleichzeitig politisch als Bezirksvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger und Stadtratskandidat der Schleswigschen Partei. Eine ehemalige Kollegin erinnert sich noch gut an die Zeit: „Helge hat sich das eine oder andere Mal selbst interviewt.“

Großer Einsatz

Nach einigen Jahren kehrte er nach Apenrade zurück. Hier stand er mehrere Jahre dem damaligen Chefredakteur Siegfried Matlok als dessen Stellvertreter zur Seite. „Helge hat journalistisch und minderheitenpolitisch einen großen Einsatz für den ‚Nordschleswiger‘ und für die Minderheit geleistet“, betont Matlok voller Dankbarkeit.

Wolffhechel wechselte 1986 zur dänischen „Jydske Tidende“, die später in „JydskeVestkysten“ aufging. Bis zu seinem Vorruhestand 2011 war er dort tätig. Sein Wunsch, „einmal bei der großen Zeitung zu arbeiten“, erfüllte sich, doch auch nach seinem Ausscheiden blieb er dem „Nordschleswiger“ als Leser und Unterstützer verbunden.

Musik, Festival und Fotografie

Musik, insbesondere das Tønder Festival, spielte eine zentrale Rolle in seinem Leben. Als begeisterter Besucher und Berichterstatter hielt er die Atmosphäre in Fotografien und Konzertbesprechungen fest. Neben der Musik widmete er sich mit Hingabe der Fotografie und stellte jedes Jahr einen Fotokalender mit Festivalmotiven für Freunde und Familie zusammen.

Aus der Ehe mit Christa, geborene Brandt, gingen die Töchter Anke und Karin hervor, die ihm vier Enkelkinder schenkten. Auch nach der Scheidung blieb die familiäre Verbundenheit bestehen. Seine Begeisterung für Geschichte und Literatur teilte er mit seinen Kindern und vermittelte sie auch seinen Enkelkindern, für die er als Vorleser eine wichtige Rolle spielte.

Helge Wolffhechel war humorvoll und stets für einen Spaß zu haben. Trotz seiner Offenheit und Geselligkeit schätzte er ebenso die Momente der Ruhe und Einkehr, sei es bei einem guten Buch, beim Fotografieren oder im Kreise seiner Familie.

Der Trauergottesdienst findet am Freitag, 21. März, um 13 Uhr in der Kirche zu Ries (Rise) statt. Im Anschluss sind die Trauergäste zum Kaffeetrinken im „Røde-Kro“ eingeladen – mit Torte, ganz in seinem Sinne.