Sportförderung

Großunternehmer und ehemaliger Rapstedter unterstützt Tingleffer Rollstuhlathleten

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Geschäftsmann und Trixie-Gründer Bonnik Hansen ist vom sportlichen Einsatz von Rollstuhlfahrer Stephan Laukamp aus Tingleff angetan und möchte ihn dabei unterstützen, ein neues Sportgerät anzuschaffen. Das Foto zeigt den ehemaligen Rapstedter im Geschäftsführerbüro der Seniorenresidenz Tarp, die er errichten ließ und besitzt.

Bonnik Hansen, Gründer des Tierzubehör-Imperiums „Trixie“, und dessen Frau Helene haben eine Stiftung für wohltätige Zwecke gegründet. Diese Stiftung greift jetzt der Mission von Handbikesportler Stephan Laukamp unter die Arme.

„Wir finden es toll, wenn Menschen mit Behinderungen sich nicht hängen lassen, nicht aufgeben und die Dinge positiv sehen. Das scheint bei Stephan Laukamp der Fall zu sein“, so die Worte des gebürtigen Rapstedters Bonnik Hansen.

Der ehemalige Schüler der Deutschen Schulen Rapstedt (Ravsted) und Tingleff hat das europaweit agierende Tierzubehörunternehmen „Trixie“ mit heutigem Sitz in Tarp aufgebaut und an der Seite seiner aus Feldstedt (Feldsted) stammenden Ehefrau Helene eine Stiftung gegründet. Diese Stiftung hat dem Vorhaben des Tingleffer Rollstuhlathleten Stephan Laukamp eine Förderung in Höhe von 8.000 Euro – ca. 60.000 Kronen – in Aussicht gestellt.

Laukamp, der seit einem Motorradunfall querschnittsgelähmt ist, möchte ein Hightech-Handbike anschaffen, um bei internationalen Wettkämpfen als Mitglied des Teams Danmark konkurrenzfähiger zu sein.

Unterstützung von allen Seiten

Anne Barten, Stephans ehemalige Klassenlehrerin an der Deutschen Schule Tingleff, hatte eine Spendenaktion ins Spiel gebracht. Laukamp ließ sich daraufhin auf der Plattform „sponsor.me“ registrieren. Die Stiftung um Helene und Bonnik Hansen reiht sich nun in die Liste der Fördernden ein und trägt dazu bei, dass Stephan Laukamp das gesteckte Zwischenziel von 80.000 Kronen erreicht hat.

Bis zum 7. Juli waren bei 63 Sponsorinnen und Sponsoren etwas mehr als 23.000 Kronen zusammengekommen. Das hochwertige Sportgerät mit Handantrieb kostet an die 130.000 Kronen. Mithilfe der Stiftung, der bisherigen Spendengelder und eigener Ersparnisse kann das Spezialgerät nun bestellt werden.

Wir finden es toll, wenn behinderte Menschen sich nicht hängen lassen, nicht aufgeben und die Dinge positiv sehen.

Bonnik Hansen

„Ich freue mich sehr über die große Unterstützung", sagt Stephan Laukamp. Er sei gespannt auf die Trainings- und Wettkampfleistungen, wenn das neue Handbike da ist, so der Tingleffer.

Herz für Nordschleswig

Auf der Spendenplattform „Sponsor.me" hat sich Stephan Laukamp registrieren lassen.

Auf die Mission des Tingleffers war Bonniks Ehefrau Helene aufmerksam geworden. „Sie hat den Beitrag des ,Nordschleswigers’ auf Facebook gesehen“, erzählt der Geschäftsmann und Trixie-Haupteigentümer, der sich vor einiger Zeit zurückzog und den Chefsessel anderen überließ.

Obwohl schon viele Jahre in Deutschland wohnhaft, schlage sein Herz nach wie vor für Nordschleswig. „Sehr sogar“, wie er betont.

Bonnik Hansen, der seit vielen Jahren Hilfsprojekte im In- und Ausland unterstützt, drückt dem Tingleffer die Daumen, „dass er bei den Wettkämpfen schneller ist und damit besser abschneidet“.

Auf die Frage, warum er so viel Gutes tut und so viele Projekte finanziell unterstützt, winkt Bonnik Hansen auf bescheidene Weise ab. „Wenn man so viel hat, kann man ruhig etwas abgeben“, sagt der Unternehmensgründer, der einmal klein anfing und ein Imperium in der Tierzubehörbranche aufbaute.

Der Ur-Rapstedter macht nicht viel Aufhebens um seine Spendenaktionen. Das war nicht anders, als er vor Jahren eine ganze, zuletzt als Restaurant genutzte Immobilie in der Marienhölzung in Flensburg dem Kinderhospiz schenkte. Der Verlust des eigenen Kindes spielte mit hinein, gesteht der 76-Jährige.

Hat ein europweit führendes Unternehmen für Tierzubehör aufgebaut: Bonnik Hansen.

Hansen, der sich auch als Erbauer und Besitzer der ursprünglich für die dänische Minderheit bestimmten Seniorenresidenz in Tarp einen Namen machte, möchte die Stiftungsarbeit weiter im Blick haben. Das Grundkapital der Stiftung werde voraussichtlich bald erheblich aufgestockt, verrät der ehemalige Rapstedter, mit dem es sich auf Sønderjysk stundenlang über Gott und die Welt plaudern lässt.

Trixie in andere Hände geben

Hansen möchte seine Mehrheitsanteile am „Trixie“-Unternehmen verkaufen und einen endgültigen Schlussstrich ziehen. Der Erlös soll in die Stiftung fließen. Am liebsten würde er an dänische Investoren verkaufen.

Die lockerere Mentalität sagt ihm mehr zu und passt zu seiner eigenen Philosophie, bei der Respekt, persönlicher Umgang und Augenhöhe eine zentrale Rolle spielen. „Ich möchte die rund 570 Mitarbeitenden in guten Händen wissen. Schließlich sind sie es, die das Unternehmen voranbringen“, sagt Bonnik Hansen.

Für den passionierten Wohnmobilurlauber bietet sich vielleicht bald die Gelegenheit, zu einem Rollstuhl-Wettkampf zu reisen, bei dem Stephan Laukamp mit neuem Hightech-Gerät an den Start geht.