Deutsche Minderheit

Führt den Familienkrug in Saxburg: Christina Andresen wird 50

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Christina Andresen aus Saxburg feiert am 4. Juni runden Geburtstag.

Sie half schon immer aus, war später angestellt, übernahm schließlich den Saxburger Krug und wird nun selbst darin feiern: Christina Andresen vollendet ihr 50. Lebensjahr.

„Es lag in den Karten, dass ich den Betrieb mal übernehme. Ich bin im Krug ja quasi aufgewachsen“, sagt Christina Andresen. Ihr sei schon früh klar gewesen, dass sie die Gastwirtschaft in Saxburg irgendwann weiterführen und dabei die Eltern Dres und Laila Andresen ablösen wird. Am Mittwoch, 4. Juni, wird die Krugbetreiberin 50 Jahre alt.

Sie besuchte einst den Kindergarten in Renz (Rens) sowie die Deutschen Schulen Buhrkall (Burkal) und Tingleff (Tinglev). Nach der Ausbildung zur Küchenfachfrau verdiente sich Christina Andresen zunächst als Leiterin der Delikatessenabteilung von SuperBrugsen in Tingleff, in der Kantine der Bereitschaftsschule sowie in der Nachschule Sine in Lügumkloster (Løgumkloster) ihre Sporen, ehe sie Anfang 2002 offiziell als Angestellte im Familienbetrieb einstieg. „Ich habe immer schon im Krug ausgeholfen, meist am Wochenende“, sagt die Jubilarin.

Funktionierendes Konzept

2017 wurde Christina Andresen dann Chefin. Die Eltern helfen immer noch aus, sind aber ins zweite Glied gerückt. Der Krug hat sich auf das Ausrichten von Gesellschaften, Festen und Veranstaltungen spezialisiert.

Einen Tagesbetrieb gibt es seit geraumer Zeit nicht mehr. Das neue Modell funktioniert allerdings. Der Krug ist weit über die Grenzen Saxburgs hinaus ein Begriff. Buchungen für Feste gehen mitunter Jahre im Vorweg ein. Dem Betrieb der Andresens spielt dabei in die Karten, dass andere Gaststätten in der Umgebung, unter anderem in Tingleff, nicht mehr existieren.

Christina Andresen in ihrem Element. In der Krugküche schwingt sie den Kochlöffel.

„Im kommenden Jahr ist der Krug seit 120 Jahren im Familienbesitz“, erwähnt Christina Andresen. Sie sagt es mit einem wehmütigen Unterton, denn das Fortbestehen in Familienhand ist ungewiss.

Nachfolge (noch) nicht in Sicht

Tochter Katrine (Jahrgang 01) lässt sich zur Krankenschwester ausbilden und hat keine Ambitionen, in die Fußstapfen der Mutter zu treten, und auch Sohn Rasmus (04), der in Aarhus lebt und sich beruflich noch orientiert, steht als künftiger Krugbetreiber nicht bei Fuß.

„Katrine hätte das Zeug dazu. Sie hat viel ausgeholfen, hat einen guten Draht zu den Gästen und hat ihre Sache immer gut gemacht. Sie hat aber andere Pläne, und das gilt es zu akzeptieren“, sagt die Mama.

Sie selbst werde noch ein paar Jahre dranhängen, denn sie schätze die Aufgaben und die Begegnungen mit den Kundinnen und Kunden, die sowohl aus der Minderheit als auch aus der Mehrheitsbevölkerung sind. „Ich möchte den Krug aber nicht bis zu einem so hohen Alter führen, wie es meine Eltern gemacht haben“, ergänzt die Juniorchefin, die mit Lebensgefährte Klaus und dessen jüngstem Sohn auf dem Familienanwesen in Saxburg lebt.

Vor einigen Jahren hat Christina Andresen einen Blumen- und Kranzservice im Krug eröffnet als zusätzliches Standbein. Diesen Service wird sie allerdings aufgeben. Der Aufwand sei im Verhältnis zu den Einnahmen zu groß gewesen. „Hinzu kommt, dass meine Mitarbeiterin aus Altersgründen aufhört.“

Christina Andresen vor dem Krugeingang, den in vielen Jahrzehnten etliche Gäste passiert haben

Bei der Feier zum 50. Geburtstag – im Krug versteht sich – tut sich Christina mit ihrem Onkel Rolf „Bobby“ Andresen zusammen. Er wurde im vergangenen Jahr 60. Seinen runden Geburtstag feiert er mit seiner Nichte nun nach. „Wir nennen es Sommerfest“, so Christina Andresen mit einem Lachen.