Kulturerbe

Freiwillige auf die Schiene: Museumsbahn sucht Nachwuchs

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Die Familie von Christian Kley aus Jägerup fährt begeistert Museumszug. Hier ist Ehefrau Maria Kley mit Sprössling Arthur zu sehen.

Der Museumsbahnverein „Veteranbanen Haderslev Vojens“ kämpft um den Erhalt seines kulturellen Erbes. Mit großen Plänen und einem dringenden Appell an Freiwillige möchte der Verein auf seiner Jahresversammlung in der Bahnhofsstadt Woyens die Weichen stellen, um sein historisches Vermächtnis zu bewahren.

Am Donnerstag, 20. März, schlägt ab 18 Uhr die Stunde der Wahrheit: Der Museumsbahnverein „Veteranbanen Haderslev Vojens“ (VHV) lädt zu seiner Generalversammlung im Bahnhofshotel in Woyens (Vojens) ein. Diesmal hat sich der Vorstand etwas einfallen lassen, um möglichst viele Teilnehmende aus dem Haltesignal auf die richtige Spur zu bringen.

Jahrestreff mit kulinarischem Anreiz

„Da von 38 Mitgliedern normalerweise nur der Vorstand und einige Mitglieder kommen, lockte der Verein mit einem Abendessen für 25 Kronen. Das hat uns immerhin 13 Teilnehmende eingebracht – eine kleine, aber erfreuliche Verbesserung“, sagt der Jägeruper Christian Kley, engagiertes Mitglied des Vereins aus der deutschen Minderheit.

Freiwillige dringend gesucht

Die Jahresversammlung findet am Donnerstag, 20. März, in Woyens statt – im Bahnhofshotel.

Die Herausforderungen für den Museumsbahnverein sind groß.

„Es gibt inzwischen viele Aufgaben, die wir nur mit viel Mühe bewältigen können“, sagt Kley. Dazu gehören Arbeiten wie die Verbesserung des Belags der Anlage bei Hadersleben Vest, Aufräumarbeiten in Hadersleben und Woyens sowie Schweiß- und Wartungsarbeiten an der Bahnanlage. Interessierte können sich überdies für die Bedienung eines kleinen Schienenfahrzeugs ausbilden lassen, das für Wartungsarbeiten genutzt wird.

„Wir brauchen dringend mehr Unterstützung“, sagt Kley.

Ein Kapitel Kulturgeschichte

Ein Bild aus längst vergangenen Tagen: Damals fuhr die Museumsbahn bis in die Haderslebener City. Wo einst Schienen lagen, verläuft heute der Superfahrradweg (Archivbild).

Für die Ehrenamtlichen vom VHV ist die Museumsbahn weit mehr als ein Hobby – sie ist ein lebendiges Stück Geschichte – allerdings mit einer Frist, die wie ein Damoklesschwert über den Ehrenamtlichen schwebt: Spätestens 2027 wird die Hauptstrecke mit einem digitalen Signalsystem ausgestattet, was das Ende für viele Museumsbahnen bedeuten könnte.

„Wir haben noch Glück“, sagt Kley optimistisch. „Unsere Strecke von Woyens nach Hadersleben ist gemietet, und wir können sie als geschlossene Strecke weiter betreiben.“
Zurzeit arbeiten Kley und weitere Ehrenamtliche das rollende Material auf, das sie von „Struer Jernbane Klub“ übernommen haben, um auch nach 2027 einsatzbereit zu sein.

Der Blick nach vorn

Die Waggons sind ebenfalls Museumsstücke.

In Süddänemark sind Veteranenbahnen rar geworden. Während andere Vereine wie „Sønderjyllands Veterantog“ (SJVT) in Lunderskov wegen Nachwuchsmangels ihren Fahrbetrieb eingestellt haben und kein rollendes Material mehr besitzen, bleibt der VHV optimistisch.

„Wir haben interessante Ideen und Projekte auf dem Zeichenbrett“, verrät Kley. Mit neuen Ansätzen möchte der Verein das Interesse an historischen Zügen wachhalten und sein kulturelles Erbe für kommende Generationen sichern.

Der Museumsbahnverein lädt Interessierte herzlich ein, Teil dieser Mission zu werden – sei es durch aktive Mitarbeit oder einfach als begeisterte Besucherinnen und Besucher der nostalgischen Zugfahrten zwischen Hadersleben und Woyens.