Kommunalpolitik

Förde der Konflikte: Visionen spalten die Politik

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Wie geht es weiter an der Haderslebener Förde? Darüber diskutierte der Kommunalrat auf seiner jüngsten Sitzung im nicht öffentlichen Teil. Konkret geht es um das kommunale Grundstück, auf dem unter anderem das „Salzlager“ steht (Archivbild).

Die beschauliche Haderslebener Förde ist Schauplatz eines hitzigen politischen Streits. An der Vision einer Schwimmhalle mit Fördebassin und Konferenzhotel scheiden sich die Geister. Während Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei darin Chancen fürs Gemeinwohl sieht, wirft ihm die Liberale Allianz ein Täuschungsmanöver vor.

Die Debatte über eine Rahmenvereinbarung samt einer Schwimmhalle an der Haderslebener Förde sorgt für politischen Unmut. Im geschlossenen Teil der jüngsten Sitzung des Kommunalvorstands ging es um den Hafen – und darum, wie man das kommunale Grundstück dort, wo unter anderem das Streetfood-Restaurant „Salzlager“ liegt, nutzen könnte.

Carsten Leth Schmidt, Vorsitzender des Technik- und Klimaausschusses und Mitglied der Schleswigschen Partei (SP), ist Fürsprecher, dort eine Schwimmhalle mit Fördebassin und ein Konferenzhotel zu bauen.

SP: „Chance nutzen“

Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei ist Vorsitzender des kommunalen Klimaausschusses. Seine Vision für die Förde stößt nicht überall auf Gegenliebe.

„Wer diese Chance ignoriert, verspielt Haderslebens Zukunft“, argumentiert Schmidt und verweist auf mögliche Finanzierungsmodelle wie öffentlich-private Partnerschaften oder Bürgerbeteiligungen. Er macht überdies kein Geheimnis daraus, dass er einen Schwimmhallenstandort an der Förde favorisiert: „Das könnte auch Folgeinvestitionen anziehen.“

Weitere potenzielle Standorte sind das Stadion und das Gelände am ehemaligen Krankenhaus.

Vedsted kritisiert „Luftschloss-Politik“

Thomas Vedsted (Liberale Allianz) wirft seinem Ratskollegen Leth Schmidt vor, Luftschlösser zu bauen (Archivbild).

Längst nicht alle halten dies für eine gute Idee. Mehr noch: Thomas Vedsted von der Liberalen Allianz reagierte mit einem Leserbrief und Kritik auf die Wortmeldung des SP-Politikers. Vedsted wirft seinem Ratskollegen vor, vertrauliche Informationen aus der nicht öffentlichen Sitzung zu nutzen, um ein Projekt auf luftiger Grundlage zu bewerben: „Es gibt keine Pläne, keine Investoren – nur Fantasie!“ Wer falsche Hoffnungen wecke, gefährde die seit Jahrzehnten geforderte Schwimmhalle.

Gjesing: „Vereinbarung zu unpräzise“

Jens Christian Gjesing (Archivbild) und seinem Parteifreund Kim Kabelka ist die Rahmenvereinbarung zu „luftig“. Beide sind überdies gegen Flex-Wohnungen in einem Naherholungsgebiet.

Auslöser des Konflikts war eine Rahmenvereinbarung, unter anderem über das Hallenprojekt. Laut Referat sind darin auch Flex-Wohnungen enthalten, Immobilien ohne Residenzpflicht. Die Vereinbarung wiederum war den beiden Sozialdemokraten Jens Chr. Gjesing und Kim Kabelka zum einen im Hinblick auf das finanzielle Engagement der Kommune nicht präzise genug, zum anderen sind sie gegen Flex-Wohnungen in dieser Lage. Gjesing plädiert für einen Architektenwettbewerb für das Gebiet.

Das Kommunalparlament einigte sich mehrheitlich darauf, die Hallen-Standortentscheidung zugunsten der von Leth angeregten Machbarkeitsprüfung auf die Sitzung nach den Sommerferien zu verschieben.