Deutsche Minderheit

Europas Faustball-Elite trifft sich im August 2026 in Tondern

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Die U-18-Mannschaft nahm im vergangenen Jahr an den Weltmeisterschaften in Chile teil (Archivfoto).

Das Team Denmark der deutschen Minderheit ist im kommenden Jahr Ausrichter der Europameisterschaften. Der Turnierveranstalter kalkuliert mit Ausgaben in Höhe von knapp 1,1 Millionen Kronen. Ob es einen Zuschuss von der Kommune gibt, werden erst die Haushaltsberatungen zeigen.

Im August 2026 wird Tondern Austragungsort der Europa-Meisterschaften im Faustball für Herren. Vom 12. bis 16. August findet die EM im Tonderner BankParken statt. Bis zu zehn Herrenmannschaften aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, aus Italien, Belgien, Tschechien, Serbien, Dänemark (Team Nordschleswig), Polen und eventuell den Niederlanden werden erwartet.

Alte Tradition wiederbelebt

Das Faustballspielen hat eine lange Tradition in der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Doch die Sportart verlor an Popularität, wurde dann aber im Jahr 2016 vom Team Nordschleswig wiederbelebt und hat sich wieder zu einem attraktiven Sport entwickelt mit Jugendmannschaften und Teams für Männer und Frauen. Die verschiedenen Altersklassen treten bei Welt- und Europameisterschaften für Dänemark an. Das Ziel ist es, den Ballsport auch in anderen Teilen des Königreiches bekannt zu machen.

Stolz über das Vertrauen

Die Europameisterschaften zählen zu den größten und wichtigsten Veranstaltungshöhepunkten für den Faustball. Daher sei man sehr stolz, dass die Europa-Union für Faustball den Nordschleswigern das Vertrauen geschenkt habe, die Europameisterschaften auszurichten, sagt Uffe Iwersen, Sprecher vom Team Nordschleswig.

Für die Ausrichtung der Europameisterschaft wird von Ausgaben von knapp 1,1 Millionen Kronen ausgegangen. Von der Kommune Tondern erhofft der Veranstalter einen Zuschuss in Höhe von 250.000 Kronen.

Der kommunale Finanzausschuss hat auf seiner jüngsten Sitzung entschieden, dass erst die Haushaltsberatungen zeigen werden, ob diesem Antrag stattgegeben werden kann.

Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) freut sich, dass Tondern als Austragungsort der Europameisterschaft gewählt wurde. „Ich war im vergangenen Jahr auf dem Fahrrad auf dem Weg nach Paris und war nicht zu Hause, als einige Spiele der Fußballmeisterschaften der europäischen Minderheiten in Tondern ausgetragen wurden. Ich habe nur positive Rückmeldungen von der Europeada bekommen", berichtet das Stadtoberhaupt.

Auch die nordschleswigsche Jugend spielt wieder Faustball (Archivfoto).

Ungefähr 100 aktive Sportler, Betreuungskräfte und mehr werden nach Tondern anreisen. Die Spiele werden live gestreamt. Dafür fallen einige der größten Ausgaben (180.000 Kronen) an. Für Eventtechnik wird mit Kosten in Höhe von 200.000 Kronen gerechnet. Ins Publikum sollen sich unter anderem auch Schulen aus der ganzen Kommune mischen. Für den Schülertransport stehen 95.000 Kronen im Kostenvoranschlag.

Die Ausgaben würden sich bei einem Zuschuss der Kommune mit 1,095 Millionen Kronen ausgleichen. Der Bund Deutscher Nordschleswiger ist gewillt, 375.000 Kronen zu zahlen. Weitere Einnahmen werden durch Getränkeverkauf (75.000 Kronen), Kartenverkauf (75.000 Kronen) und 320.000 Kronen von privaten Sponsorinnen und Sponsoren erwartet.