Deutsche Minderheit

Es wird vorerst keine „hybride“ Generalversammlung beim BDN Apenrade geben

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Insgesamt drei Anträge lagen der Generalversammlung zur Abstimmung vor.

Ein entsprechender Antrag eines Mitglieds wurde abgelehnt. „Wer mitreden will, muss schon selbst anwesend sein“, so der Tenor der Versammlung.

Ob Politik oder Wirtschaft – Webkonferenzen und Online-Meetings sind längst schon Alltag. Virtuelle Treffen zwischen Menschen, die sich in aller Welt befinden, sind inzwischen ganz normal. Wer allerdings beim BDN-Ortsverein Apenrade mitreden möchte, muss selbst vor Ort sein. Der Antrag eines entfernt lebenden BDN-Mitglieds auf eine „hybride“ Generalversammlung wurde von der Generalversammlung bei zwei Enthaltungen abgelehnt.

Der Wunsch desselben Mitglieds, die Generalversammlung auf einen Sonnabendabend zu verlegen, wurde sogar bei nur einer Enthaltung abgeschmettert. „Wer beim Apenrader Ortsverein mitreden und mitbestimmen will, muss schon selbst anwesend sein“, so der Tenor der Versammlung.

Vielfältige Veranstaltungen und Angebote

Mitreden, mitbestimmen und mitdiskutieren wollten doch eine ganze Reihe von Mitgliedern. Die Generalversammlung des Apenrader Ortsvereins hatte trotz diverser Konkurrenzveranstaltungen doch um die 30 Interessierte ins Haus Nordschleswig gelockt.

Der umfassende Jahresbericht des Vorsitzenden Hans Thomas Lorenzen war ein Beleg dafür, dass der Vorstand in den vergangenen zwölf Monaten keineswegs auf der faulen Haut gelegen hatte. Es gab eine Fülle von sehr unterschiedlichen Veranstaltungen, die geplant und durchgeführt wurden: Ausflüge, Museumsbesuche, Geselliges und Informatives.

Eine Minderheit – zwei Kalender

Terminüberschneidungen hätte es schon immer gegeben und werde es auch immer wieder geben, wie Lorenzen feststellte. Einige könnte man jedoch umgehen, wenn sich die Minderheit auf einen Kalender einigen könnte. Zu spät war dem Vorstand im Ortsverein Apenrade bewusst geworden, dass in der Minderheit zwei Online-Kalender kursieren. In dem einen, der über die offizielle Homepage bdn.dk läuft, sind nur Veranstaltungen in BDN-Regie aufgenommen; in dem anderen, der auf der Webseite des „Nordschleswigers“ ist, sind die Veranstaltungen und Angebote aller Vereine, Einrichtungen und Verbände der Minderheit zu finden.

Rechtsstaatlichkeit und Demokratie

Vorstandsmitglied Jan Peters (l.) überreichte einen Geschenkkorb an das scheidende Vorstandsmitglied Kurt Seifert.

Eine Aussage des BDN-Hauptvorsitzenden Hinrich Jürgensen („Wir reden mit allen Parteien“) hatte im Vorstand des Ortsvereins ebenfalls Diskussionen ausgelöst. „Ja, man sollte mit allen Parteien reden; dabei legen wir aber grundsätzlich Wert darauf, dass nur mit Parteien geredet wird, die auch gewillt sind, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu wahren und zu schützen“, betonte Hans Thomas Lorenzen und erntete dafür den Beifall der Anwesenden.

Ein weiteres Thema, mit dem sich der Vorstand befasst hatte, so der Vorsitzende, war die Vereinfachung und Effektivierung der BDN-Mitgliedschaft. Die Mitgliederverwaltungssoftware „ForeningLet“ bringt für den Ortsverein Apenrade nicht die von ihm geforderte Erleichterung. Deshalb habe man sich dagegen entschieden, so Lorenzen.

Kostenlose Mitgliedschaft

Auf Wunsch der Presse hieß Hans Thomas Lorenzen (r.) die neu gewählte Henriette Tvede Andersen (l.) herzlich im Vorstand willkommen.

Apropos Mitglieder: Ab dem Kalenderjahr 2026 wird Personen, die das 85. Lebensjahr erreichen, eine kostenlose Mitgliedschaft gewährt. Bei einer Enthaltung wurde dieser Antrag des Vorstandes gutgeheißen. Damit wolle man die Treue der älteren Mitglieder honorieren, führte der Vorsitzende als Argument an.

Zu dieser Entscheidung gibt es einen Kommentar von Lokaljournalistin Anke Haagensen:

Kurt Seifert hätte noch einmal für den Ortsvereinsvorstand kandidiert, wenn sich niemand anderes gefunden hätte. Da aber Henriette Tvede Andersen gewillt war und auch die Zustimmung der Versammlung erhielt, zog Seifert seine mögliche Kandidatur zurück. Der Vorstand war auf diese Situation offensichtlich vorbereitet und hatte einen Geschenkkorb als Abschiedsgeschenk zusammenstellen lassen.

Eine Wiederwahl gab es für Ruth Candussi.

Im Anschluss an die Generalversammlung wurde dem Stadtratsabgeordneten Kurt Asmussen von der Schleswigschen Partei die Gelegenheit gegeben, über einige Themen, mit denen sich der Kommunalrat beschäftigt hat und auch weiter beschäftigen wird, zu berichten.

Stadtplanung, Hochwasserschutz, Apenrades Nachtleben und auch das gescheiterte Bauprojekt „Hvalen“ waren nur einige der Themen, die sich der Stadtratsabgeordnete Kurt Asmussen (SP) für seinen Vortrag im Anschluss an die Generalversammlung ausgesucht hatte.