Ehemaliges Krankenhaus

Ein neuer Stadtteil für Hadersleben – und ein Angebot

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Hauptinvestor Eskil Peter Lund und Kristin Arendt erläutern bei einem Ortstermin ihre Pläne für den ehemaligen Krankenhauskomplex in bester Lage.

Nach Jahren des Stillstands startet der Umbau des ehemaligen Krankenhauses in Hadersleben: Die Investorengruppe hat die entscheidende Finanzierung für das Großprojekt „Udsigten“ gesichert. Mehr noch: Mit Blick auf die geplante Schwimmhalle macht sie der Kommune ein Angebot.

Die Partnergruppe hinter dem Vorhaben „Udsigten Haderslev ApS“ meldet Vollzug: Ein regionales Kreditinstitut und eine Investorengruppe stellen einen zweistelligen Millionenbetrag für die Transformation des früheren Krankenhauses am Damm bereit. Zusätzlich bringt die Eigentümergruppe selbst einen zweistelligen Millionenbetrag ein.

„Mit dem Projekt Udsigten entsteht in fantastischer Natur ein Stadtviertel, das Miteinander, Freizeit und Wohnen verbindet. Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck an Bauantrag und Brandschutzkonzept, um alles vor den Sommerferien bei der Kommune einreichen zu können“, sagt Kristin Arendt von der Investorengruppe und Direktorin von „Saxoejendomme“.

„Schwere Betonhummel“

Eskil Peter Lund und Kristin Arendt vor dem Bettenturm. Sobald die Kommune die entsprechenden Bauanträge genehmigt hat, soll es mit der Sanierung losgehen.

„Dabei war es schwieriger als gedacht, diese Betonhummel zum Fliegen zu kriegen“, räumt Hauptinvestor Eskil Peter Lund ein.

Bei einem Ortstermin am Damm führen Lund und seine Geschäftspartnerin durch das Gebäude. Sie hegen ehrgeizige Pläne für den riesigen Betonklotz und haben nahezu die Hälfte des geplanten Investitionsvolumens von etwa 200 Millionen Kronen gesichert, wie Kristin Arendt verrät.

„Einfach ist es nicht gewesen, Investoren zu finden“, sagt sie und verweist auf die geopolitischen Unsicherheiten, wodurch sich die Pläne um gut ein Jahr verzögert hätten.

Bettenturm: Baubeginn im Herbst

Im Sommer wird der Wohnungs- und Hotelkomplex „Camp West“ eingeweiht, der zu dem Großprojekt gehört.

Die Sanierung des Bettenturms steht im Herbst an und beginnt mit den Etagen zwei bis vier. „Dort sollen Wohnungen und Hotelzimmer entstehen“, sagt Investor Lund.

Parallel öffnet im Sommer in einem Gebäudeflügel „Hotel Camp West“ mit Übernachtungsmöglichkeiten und Studierendenwohnungen. Das Hotel ist ein Teil von „Udsigten“, wie das ehemalige Krankenhaus jetzt heißt. Einige Zimmer sind bereits bewohnt.

Ein unerwartetes Angebot

Eine Unbekannte ist der Schwimmhallenstandort. Die Kommune Hadersleben diskutiert aktuell verschiedene Standorte für eine Halle.

Die Entscheidung fällt auf Initiative von Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei (SP) nicht, wie vorgesehen, im Sommer, sondern erst im Herbst: Ein wichtiger Aspekt, denn die Investorengruppe macht der Kommune nun ein Angebot – sie würde ein Baugrundstück im „Udsigten“ kostenlos zur Verfügung stellen.

Badeland im früheren Krankenhaus?

„Eine Schwimmhalle für die ganze Familie – mit Wellness, Spa, Hotel, Café und Wohnungen – wäre ein Riesengewinn für Hadersleben“, findet Kristin Arendt.

Sie und die übrige Investorengruppe stehen derzeit in Verhandlungen mit potenziellen Betreiberfirmen für „Udsigten“, wovon eine in Deutschland ansässig ist.

SP: Gut investiertes Geld

So könnte „Udsigten“ eines Tages aussehen.

Somit liegt der Ball bei der Kommune Hadersleben. Dort favorisiert eine Mehrheit einen Standort am Sportzentrum; Kommunalpolitiker Leth ist Fürsprecher eines Fördebads am Hafen, kann allerdings auch „Udsigten“ einiges abgewinnen: „Wenn dies der entscheidende Impuls ist, der das Projekt dort voranbringt, wäre es strategisch gut ausgegebenes Geld. Der Wunsch, eines Tages in der Haderslebener Förde schwimmen zu können, bleibt dadurch ungebrochen.“

Fortsetzung folgt.

Großprojekt „Udsigten“

Das ehemalige Krankenhaus stand seit seiner Schließung im Januar 2014 leer, bevor die Investorengruppe es zum 1. Januar 2023 übernahm. Den entscheidenden Grundstein für die Pläne legte das Haderslebener Kommunalparlament mit der Verabschiedung eines neuen Flächennutzungsplans vor gut einem Jahr.

Im Hinblick auf die geplante Schwimmhalle mit einem Investitionsvolumen von 170 Millionen Kronen prüft die Kommune Hadersleben drei verschiedene Standorte: Hafen, „Udsigten“-Gelände und Sportzentrum.