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Ehemalige Lehrkräfte initiieren Sponsering für Rollstuhlsportler Laukamp

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Stephan Laukamp mit seiner ehemaligen Lehrerin Anne Barten, die sich für eine finanzielle Unterstützung seines Rollstuhlwettkampfsports einsetzt

Sie unterrichteten ihn einst an der Deutschen Schule Tingleff, sind von seinem Schicksal berührt und wollen seine Leistungssportkarriere als Rollstuhlathlet unterstützen: Ehemalige Lehrerinnen und Lehrer haben eine Sponsorenaktion für Stephan Laukamp ins Leben gerufen.

„Als wir uns wieder einmal trafen, haben wir uns über den ,Nordschleswiger’-Bericht über Stephan Laukamp und seinen Start bei einem Worldcup als Rollstuhlfahrer unterhalten. Er war ja unser Schüler. Wir sagten uns, dass man seine Teilnahme an internationalen Wettkämpfen finanziell unterstützen sollte, wo er vieles doch selbst bezahlen muss und sich ein neues Sportgerät wünscht, um besser mit der internationalen Elite mithalten zu können“, erzählt Anne Barten, ehemalige Lehrerin der Deutschen Schule Tingleff.

Bei jenem Treffen kürzlich in Tondern (Tønder) mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen überlegte man kurz, intern Geld zu sammeln. „Das erschien uns aber zu dürftig. Es reifte dann der Gedanke, eine Spendenaktion zu starten“, ergänzt Anne Barten.

Sie setzte sich mit Stephan Laukamp in Verbindung, um mit ihm Einzelheiten eines Sponsorings zu erörtern.

Den Ball aufgegriffen und selbst aktiv geworden

Barten dachte zunächst an ein Sonderkonto bei einer Bank, doch das ließ sich nicht so einfach machen. Zusammen mit Stephan Laukamp, der über die Aktion sehr dankbar ist, wie er gegenüber dem „Nordschleswiger“ betonte, suchte man nach einer Alternative.

Laukamp machte sich selbst schlau und stieß auf die Plattform „sponser.me“, über die man ganz offiziell ein Crowdfunding starten kann. Laukamp ließ sich registrieren – erste Beträge sind bereits eingegangen.

Anne Barten zu Besuch bei Stephan Laukamp in Tingleff. Sie unterhielten sich über den Schicksalsschlag von Stephan, der nach einem Motorradunfall vor rund 15 Jahren querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen ist. Auch gemeinsame Zeiten in der Tingleffer Schule ließen die beiden aufleben. Bei dem Treffen ging es vor allem um eine Spendenaktion für den Rollstuhlsport des Tingleffers.

Mit dem dänischen Behindertensportverband, der Stephan Laukamp als Handbike-Sportler für internationale Wettkämpfe auserkoren hat, sei die Spendenaktion abgesprochen.

„Ich habe mich rückversichert, dass ich das so machen kann“, sagt der 43-jährige Tingleffer, der bereits für ein neues Hightech-Sportgerät spart und hofft, mit der zusätzlichen Sponsorenaktion die Anschaffungskosten von gut und gern 130.000 Kronen decken zu können.

Zeitlich begrenzte Aktion

Als Ziel für die zeitlich begrenzte Onlineaktion ist eine Spendensumme von 80.000 Kronen angegeben. Noch etwas mehr als 80 Tage (Stand 27. Mai) läuft die Mission.

„Es freut mich, dass Anne Barten und die übrigen Lehrkräfte diese Aktion ins Leben gerufen haben, und ich hoffe, dass die Aktion über die sozialen Medien die weite Runde macht“, so Laukamp.

Bildschirmfoto von der Sponsorenseite mit Stephan Laukamp

Nein, ein Streber sei er in der Schule nicht gewesen, antwortet der Tingleffer mit einem Schmunzeln auf die Frage, ob das vielleicht der Grund für die Unterstützung der ehemaligen Pauker ist. „Irgendwie muss ich mich aber gut benommen haben“, ergänzt er lachend.

Von der Lebenseinstellung angetan

Anne Barten stimmt kopfnickend zu. „Er war ein umgänglicher Schüler. Wir sind vor allem aber davon fasziniert, wie er sein Leben nach dem Unfall und der daraus resultierenden Querschnittslähmung meistert“, so die ehemalige Lehrerin voller Hochachtung.

Der folgenschwere Unfall, der das Leben des Tingleffers komplett auf den Kopf stellte, ereignete sich vor rund 15 Jahren. „Der Nordschleswiger“ berichtete 2011 darüber. Die Ausgabe am 23. April 2011 ist im E-Archiv auf der „Nordschleswiger“-Homepage aufrufbar.

Sie drücke die Daumen, dass die Spendenaktion erfolgreich ist und Stephan Laukamp seine Leistungen mit einem neuen Handbike steigern kann.

Anne Barten und Stephan Laukamp am Handbike, das ihm fürs Training und für internationale Wettkämpfe zur Verfügung gestellt wird. Um mit der internationalen Konkurrenz besser mithalten zu können, würde der Tingleffer gern ein ausgeklügelteres Sportgerät anschaffen.
Bericht im „Nordschleswiger“ vom 23. April 2011 über Stephan Laukamp, dessen Leben sich durch eine Querschnittslähmung infolge eines Motorradunfalls gravierend änderte. Der Bericht ist im E-Archiv zu finden.

Bei den ersten beiden Worldcups, die kürzlich in Belgien und danach in Italien stattfanden, hat der Tingleffer in seiner Klasse MH3 noch Lehrgeld zahlen müssen. Es reichte auf Lang- und Kurzstrecke nur zu hinteren Platzierungen.