Deutsche Minderheit

Drohende Schulschließung in Rapstedt: „Ein großer Schock“

Veröffentlicht Geändert
Gehören Schulentlassfeiern an der Deutschen Schule Rapstedt bald der Vergangenheit an (Archivfoto)?

Die Mitteilung, dass sich der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig für die Schließung des Kindergartens und der Schule in Rapstedt ausspricht, hat Schulleitung und Schulvorstand überrascht. Die Vorsitzende und der Schulleiter geben die Hoffnung noch nicht auf.

Bei Jan Röhrig, Leiter der Deutschen Schule Rapstedt, haben sich die Ereignisse in den vergangenen Tagen überschlagen.

In einem Interview hat er sich gerade noch optimistisch gezeigt, dass die Schule trotz eines Rückgangs auf 27 Kinder immer noch gut dasteht und ihre Daseinsberechtigung hat, da erreichte auch ihn die Hiobsbotschaft vom Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig.

Der Dachverband gab bekannt, dass er aus finanziellen Gründen die Schließung der Schule und auch des Kindergartens in Rapstedt empfiehlt. Die Zuschüsse für die Einrichtungen sollen nicht mehr fließen, so der Ansatz. Gleiches gilt für die Einrichtungen in Lunden. Verwiesen wird bei der Entscheidung auf die Strukturanalyse zu den deutschen Einrichtungen.

Von der Nachricht überrumpelt

„Es kam wie aus heiterem Himmel. Die Mitteilung war für uns schon ein Schock“, so die Reaktion von Jan Röhrig am Montag, als der DSSV die Empfehlung öffentlich machte. Röhrig und Vorsitzende Christina Buchmeier hatten es Ende vergangener Woche erfahren.

„Man hat das Gefühl, dass man als kleine Schule zum Bauernopfer gemacht wird. Natürlich muss der Gesamthaushalt des DSSV im Blick behalten werden, und wir als kleine Schule bekommen pro Kopf mehr Zuschuss als größere Schulen. Das ist aber immer schon so gewesen. Wir finden, dass wir als Zubringerschule eine wichtige Rolle spielen und vieles zu bieten haben. Bei uns sind unter anderem Kinder gut aufgehoben, die in größeren Schulen nicht zurechtkommen würden“, sagt Jan Röhrig.

Für Schulleiter Jan Röhrig kam die Mitteilung über die drohende Schließung der Rapstedter Schule völlig unerwartet.

Lösungsorientierten Austausch gewünscht

Auch wenn der DSSV eine Anhörungsphase vorsieht, in der die Schulvorstände Konzepte für das Fortbestehen einreichen können, hätte er sich einen engen, direkten Austausch mit den Verantwortlichen gewünscht, „um die Sachlage und Lösungen zu erörtern – auch finanziell. Ich finde, es hätte einen anderen Prozess geben müssen, bei dem alle Voraussetzungen für ein Fortbestehen erst einmal durchgesprochen werden“, so der Schulleiter.

Er sei nach wie vor davon überzeugt, dass es Sinn ergibt, die Rapstedter Schule zu bewahren und werde sich für den Erhalt einsetzen, wie er sagt.

Damit ist Jan Röhrig nicht allein. „Auch wir vom Vorstand wollen dafür kämpfen. Die Meldung von der Schließung war in der Tat ein großer Schock“, so die Reaktion der Schulvereinsvorsitzenden Christina Buchmeier.

Zu den weiteren Schritten könne sie noch nichts sagen. „Das wollen wir heute Abend bei einer Vorstandssitzung besprechen. Wir müssen uns nach diesem Schrecken erst einmal sammeln. Aufgeben werden wir mit Sicherheit aber nicht“, so Buchmeier, die den Vorsitz erst kürzlich übernommen hat und nach eigenen Angaben große Stücke auf die Rapstedter Schule und deren Betrieb hält.

Auch Schulvereinsvorsitzende Christina Buchmeier zeigt sich von den jüngsten Meldungen zur Rapstedter Schule überrascht.

Mehr zum Thema: