Leserinnenbeitrag

„Deutsche Nachschule auf großer Tour nach Berlin“

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Auch diese Nachschülerinnen waren angetan von der deutschen Hauptstadt.

Unter drei verschiedenen Schulreisen konnten die Jugendlichen an der Deutschen Nachschule Tingleff eine Tour auswählen. Eine Gruppe entschied sich für eine Fahrt in die Bundeshauptstadt Berlin. Lehrerin Ingrid Berndsen war dabei und berichtet.

Müde und vollgepackt mit unzähligen Eindrücken sind wir zurückgekommen aus der Hauptstadt Berlin, die wir Mitte März besucht und erkundet haben.

Nach sieben Stunden Fahrt checkten wir gegen 17 Uhr im Hotel Aletto am Ku’damm im absoluten Zentrum der Stadt ein, nur 100 Meter vom Bahnhof Zoo. Zentraler ging es tatsächlich nicht!

Aus dem Schlaf gerissen

Eine beleuchtete Stadtrundfahrt zum Brandenburger Tor und zur Eastside Gallery rundete den ersten Tag ab. Leider wurde unsere erste Nacht im Hotel in Berlin mit einem Feueralarm morgens um 5.30 Uhr etwas unsanft beendet.

Es stellte heraus, dass ein Betrunkener den Brandalarm ausgelöst hatte. Etwa eine Dreiviertelstunde harrten wir wie die anderen 400 Gäste des Hotels in der Kälte des frühen Morgens aus und rätselten darüber, was los war.

Auch mit weniger Schlaf begaben wir uns am folgenden Morgen – denn unsere Guides warteten ja schließlich auf uns – auf den Weg zum ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, wo wir zwei interessante Rundführungen mitmachten.

Danach machten wir einen Stopp bei den Mauerresten in der Bernauer Straße, dort wo am 13. August 1961 der Bau der Berliner Mauer begann.

Die Geschichte der Mauer hautnah miterlebt
Jugendliche der Nachschule vor einer bemalten Fassadein Berlin

Mauergeschichte und Flohmarkt

Schließlich besuchten wir den Mauerpark in der Bernauer Straße, wo sonntags ein riesiger Markt und Flohmarkt stattfindet. Den Tag beendeten wir mit einem gemeinsamen Abendessen im Hopfinger Bräu am Brandenburger Tor, welches, wie der Name schon sagt, direkt am Brandenburger Tor liegt. Dies war dann natürlich die Gelegenheit, das weltbekannte Tor bei Beleuchtung zu bestaunen und nochmals unzählige Erinnerungsfotos zu machen.

Kühles aber sonniges Wetter erwischt

Das Wetter war alle Tage auf unserer Seite: Es war zwar etwas kalt, da ein ständiger Ostwind vorherrschte, es schien aber auch die Sonne, die es teilweise frühlingshaft warm machte.

Mit Sightseeing zwischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und KaDeWe (Kaufhaus des Westens) am Kurfürstendamm startete der nächste Tag für uns. Danach erkundeten wir die Shoppingmöglichkeiten am Alexanderplatz, dem ehemaligen Zentrum von Ost-Berlin, ehe wir in die Berliner Unterwelten eintauchten und zwei Stunden unter Berlin unterwegs waren zum Thema „Fluchttunnel unter Berlin“.

Es war spannend und gleichzeitig auch spooky zu hören und zu sehen, wie Menschen versucht haben, per Tunnel die Stadt zu verlassen, um in der Freiheit der westlichen Welt bzw. West-Berlins leben zu wollen.

Der Alltag in der DDR

Da wir mit 38 Teilnehmern eine große Gruppe waren, machte der andere Teil der Gruppe einen Besuch im DDR-Museum und tauchte in eine vergangene Welt ein. Am folgenden Tag tauschten wir die Gruppen, sodass alle Informatives und Interessantes über das Leben und den Alltag im zweiten deutschen Staat, der von 1949 bis 1989 existierte, erfahren konnten.

Am Abend waren wir dann in der Burgerbar am Tempelhofer Hafen zu Gast – echt lecker!

Am dritten Tag stand dann die von den Schülern ausgewählte Museumstour an – entweder im Technischen Museum, im Urban Street Art Museum, einem Kunstmuseum besonderer Art, oder im Museum, welches die Zeit von 1933 bis 45 als Topografie des Terrors dokumentiert.

Ein Abstecher zum Brandenburger Tor durfte natürlich nicht fehlen.

Nicht zu vergessen war der Besuch der großen Shopping-Mall am Potsdamer Platz zur Mittagszeit. Und wer mochte und noch einige Euros ausgeben wollte, konnte direkt vom Hotel aus zum abendlichen Shoppen ein weiteres Mal losziehen und mit Tüten bepackt zurückkehren.

Besuch im Parlament

Der nächste Tag unserer Berlintour führte uns in den Reichstag bzw. den Deutschen Bundestag, wo wir an einer Informationsveranstaltung teilnahmen und Gelegenheit hatten, die Rotunde/Kuppel zu erkunden, um mithilfe eines Audiotapes Berlin von oben betrachten zu können.

Wir hatten noch mehr Glück mit dem Wetter! Der Blick über die Metropole war herrlich, und man wunderte sich schon, wie weit die Stadt sich zum Horizont ausbreitete. Mit fast 4 Millionen Einwohnern ist Berlin aber schon ziemlich riesig und 1000-mal bevölkerungsreicher als Tingleff!

Wir statteten abschließend dem Multi-Kulti-Stadtteil Berlins – Kreuzberg – noch einen Besuch ab. Wer dann immer noch Power hatte, konnte ein weiteres Mal die Innenstadt vom Hotel aus erkunden.

Nachschülerinnen und Nachschüler vor dem Reichstaggebäude
Berlin konte auch in luftiger Höhe erlebt werden.

Musical auf dem Rückweg

Für den nächsten Tag stand die Rückfahrt nach Tingleff mit einem abschließenden Highlight in Hamburg an. Wir besuchten das Musical „Hercules“.

Das knallbunte Showspektakel mit Live-Musik und Tanz, prachtvollen Kostümen, kreativen Kulissen und reichlich Action auf der Bühne krönte unsere Tour.

Kröenender Abschluss war der Musicalbesuch in Hamburg.

Eine Stunde nach Mitternacht erreichten wir dann wieder unsere Schule im kleinen, beschaulichen Tingleff nach 5 erlebnisreichen Tagen in der deutschen Hauptstadt!