Deutsche Minderheit

Bewegung und Gemeinschaft: Schlüssel zur Gesundheit im Alter

Veröffentlicht Geändert
Hans Gert Jakobsen praktizierte 36 Jahre lang als Allgemeinmediziner in Rothenkrug.

Der frühere Allgemeinmediziner Hans Gert Jakobsen erzählte beim Rothenkruger Donnerstagsclub, wie wichtig ein gesundheitsfördernder Lebensstil für Seniorinnen und Senioren ist.

„Wer geistig fit bleiben will, muss etwas tun – und zwar jeden Tag“, sagt Hans Gert Jakobsen und liefert damit das Motto eines Nachmittags, der für viele Gäste des Rothenkruger Donnerstagsclubs wichtige Erkenntnisse brachte.

Eigentlich sollte es beim jüngsten Nachmittagstreff für Seniorinnen und Senioren im Clubraum der Deutschen Schule Rothenkrug generell um Gesundheit im Alter gehen. Da aber Demenzerkrankungen heute eine der häufigsten Erkrankungen der modernen Gesellschaft sind, sprach der Referent des Nachmittags, der frühere Allgemeinmediziner des Ortes, Hans Gert Jakobsen, fast zwangsläufig immer wieder über Alzheimer und Co.

Jakobsen hat 36 Jahre in Rothenkrug praktiziert. Er ist selbst, mit Anfang 80, ein leuchtendes Beispiel dafür, wie man sich im Alter körperlich und geistig fit hält.

Von nichts kommt nichts, so seine Botschaft. Man muss täglich etwas tun. Bewegung und eine gesunde, ausgewogene Ernährung sind das A und O. Das gilt aber nicht nur für Demenzerkrankungen, sondern für alle anderen Wehwehchen, die Menschen im Alter in der modernen Welt ereilen.

Training für Körper und Geist

Hans Gert Jakobsen hob zudem den Wert sozialer Kontakte hervor. Einsamkeit kann nämlich ebenfalls zur Entwicklung von Altersdemenz beitragen.

„Deshalb ist die Teilnahme an Veranstaltungen des Donnerstagsclubs auch so wichtig“, stellte die Vorsitzende des Donnerstagsclubs, Irmgard Hänel fest. Es sei nicht nur Zeitvertreib, sondern auch wichtiges Training für den Geist. „Das hält die Synapsen in Schwung“, ist sie überzeugt. Und wie der Referent hinzufügte, tragen auch regelmäßige Denksportaufgaben dazu bei, sich geistig fit zu halten. Das Lernen von Sprachen oder Musizieren stärke ebenfalls die geistige Vitalität.

Dass auf Alkohol und Tabak am besten ganz verzichtet werden sollte, wissen die meisten, dass aber Schwerhörigkeit und Sehschwäche durchaus auch das Risiko von Demenzkrankheiten erhöhen, war dagegen für viele der Anwesenden neu.

Hans Gert Jakobsen selbst ist sportlich aktiv und rät jedem, mindestens eine halbe Stunde an der frischen Luft einen Spaziergang zu unternehmen. Auch Balancetraining und Übungen, die das Muskelgewebe stärken, seien wichtig. Der Wert von Kniebeugen sei hier nicht zu unterschätzen. Man dürfe sie durchaus mit Hilfestellung einer Stuhllehne durchführen, sagt der ehemalige Arzt.

Großes Interesse

Gebannt lauschte das Publikum den Ausführungen des Experten.

Allerdings, so unterstrich der ehemalige Allgemeinmediziner, könne es in der Praxis durchaus sehr schwierig sein, Altersdemenz zu diagnostizieren. Einige Symptome ähneln denen einer Altersdepression oder können ganz andere Ursachen haben.

Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete Jakobsen bereitwillig Fragen aus dem Publikum. „Die Fragelust war groß“, stellt die Vorsitzende Irmgard Hänel zufrieden fest. Das Thema des Nachmittags stieß offenbar auf großes Interesse. Das war auch schon bei der großen Zahl der Teilnehmenden zu vermuten gewesen. Nicht immer kommen bei den Zusammenkünften des Donnerstagsclubs im Clubraum der Schule 24 Mitglieder zusammen.

Einen ganz wichtigen Tipp hatte Hans Gert Jakobsen noch für alle: „Achtet auf die Handhygiene!“ Zu Coronazeiten gewöhnten sich die Menschen sorgfältiges Händewaschen und das häufige Nutzen von Desinfektionssprays an. Damit hielten sich die Menschen nicht nur das Coronavirus vom Leib, sondern umgingen auch viele andere Krankheiten, die durch Viren und Bakterien übertragen werden. Inzwischen hat die Hygiene wieder deutlich nachgelassen und die Infektionskrankheiten steigen wieder an, bemerkte der ehemalige Allgemeinmediziner.